Zwillingsforschung
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Die Zwillingsforschung ist eine Forschungsmethode in der Humangenetik und der Psychologie. In der klassischen Zwillingsforschung werden eineiige (monozygote) Zwillinge (MZ) und zweieiige (dizygote) Zwillinge (DZ) untersucht. Wenn die Ähnlichkeit der MZ größer ist bei den DZ, spricht dies für genetische Einflüsse auf das untersuchte Merkmal. Durch mathematische Analysen kann der genetische Anteil (Heritabilität) sowie der Einfluss gemeinsam erlebter Umwelfaktoren (z.B in der Familie) bestimmt werden. In Verbindung mit Methoden der Molekulargenetik können heute in Zwillingsstudien auch einzelne Gene untersucht werden. Durch Kopplungsanalysen und Assoziationsanalysen läßt sich hierbei die Erblichkeit auf einzelne oder mehrere Gene zurückführen. Dies ist vor allem im Bereich der Gesundheitsforschung wichtig. Seltener werden auch eineiige Zwillinge untersucht, welche unter unterschiedlichen Bedingungen aufwuchsen. Da eineiige Zwillinge genetisch gleich sind, kann man durch Vergleichen getrennt aufgewachsener eineiiger Zwillinge Rückschlüsse darauf ziehen, welche Eigenschaften angeboren und welche erlernt sind.
Im dritten Reich versuchten diverse Genetiker herauszufinden, wie man eineiige Zwillinge und andere Mehrlinge erzeugen kann. Der Grund dafür lag darin, dass man den Erhalt der "Herrenrasse" durch eine möglichst hohe Gerburtenrate sichern wollte. Ein weiterer Vorteil war es, dass sich eineiige Zwillinge sehr ähnlich sehen. Dadurch hätte die Anzahl blonder und blauäugiger Kinder enorm gesteigert werden können.
Daneben gibt es noch die physikalische Zwillingsforschung, die Paare aus Zwillingsphotonen unter experimentellen Bedingungen untersucht. Gebräuchlicher ist der Begriff 'verschränkte Photonen'. Das berühmteste Experiment dieser Art ist das EPR-Experiment.
Im Bereich der psychologischen Zwillingsforschung, die durch die Fälschungen von Cyril Lodowic Burt zeitweilig in Verruf kam, sind die Arbeiten von Kurt Gottschaldt zu nennen.
Bücher
- Einfluss genetischer Faktoren auf die endokrine, kardiovaskuläre und psychologische Stressreaktion (2003), Dr. Ilona Federenko, Cuvillier Verlag, ISBN: 3898737578
Weblinks
Siehe auch
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