Zeichen
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| Bild:Disambig-grau.png | Dieser Artikel erklärt das sprachliche Zeichen. Andere Bedeutungen unter Zeichen (Begriffsklärung). |
Ein Zeichen ist das Grundelement zum Aufbau von Sprachen.
Inhaltsverzeichnis |
Der Zeichenbegriff der strukturalistischen Sprachwissenschaft
Nach Ferdinand de Saussure ist ein Zeichen die Beziehung (Verbindung) zwischen Bezeichnetem ('Signifié') und Bezeichnung (= 'Signifiant', Bezeichnendes). Das Bezeichnete entspricht einer Vorstellung oder einem Konzept, das Bezeichnende ist ein Lautbild. Das Lautbild ist auch etwas Gedachtes (also ein 'psychischer Eindruck' und nicht die physikalische Schallwelle), da man für sich selber eine Lautfolge gedanklich "aussprechen" kann, ohne die Lippen zu bewegen. Der Zusammenhang zwischen Bezeichnetem und Bezeichnendem ist beliebig (arbiträr). Beliebig bedeutet hier nicht, dass jede Person frei einen Signifikanten für ein Signifikat aussuchen kann, sondern dass die ursprüngliche Festlegung eines Zeichens unmotiviert ist. Zeichen für die Kommunikation zwischen Menschen bedürfen der "Verabredung", einer Konvention. Ist das Zeichen erst einmal zur Konvention geworden, bleibt es fest zugeordnet.
Betrachtungsprinzipien:Synchronie und Diachronie und ihre Unterscheidung, Bilateralität des Zeichens, Arbitrarität, Linearität, Konstanz (über individuell), Primat der gesprochenen Sprache
Der Zeichenbegriff des Pragmatismus
Für den Logiker und Semiotiker Charles Peirce ist ein Zeichen "etwas, das für jemanden in gewisser Hinsicht für etwas steht". Umberto Eco schlägt vor, alles Zeichen zu nennen, was aufgrund einer vorher vereinbarten sozialen Konvention als etwas aufgefasst werden kann, das für etwas anderes steht. Er übernimmt damit weitgehend die Definition von Charles W. Morris (1938).
Charles S. Peirce unterteilt die Zeichen in drei Zeichen-Trichotomien, so dass sich neun Subzeichenklassen und, durch deren Kombination untereinander, zehn Hauptzeichenklassen ergeben. Unter den Subzeichenklassen sind die wohl bekanntesten: Ikon, Index und Symbol. Sie gehören zur zweiten Trichotomie, in der die Objektrelation des Zeichens thematisiert wird.
Ein Ikon ist ein Zeichen, das eine Ähnlichkeit zu seinem Gegenstand aufweist (ein Abbildverhältnis), wie z.B. bei dem lautmalerischen "Wau" für das Kläffen eines Hundes. Ein Index ist ein Zeichen, das die Folge oder Wirkung seines Objektes ist, so ist z.B. Rauch ein Zeichen für Feuer. Ein Symbol ist für Peirce schließlich ein Zeichen, das auf Konventionalität beruht, also auf einer arbitären Vereinbarung. Dies trifft auf einen Großteil der menschlichen Sprache zu, insbeondere auf Eigennamen.
Die chinesische Schrift ist der Prototyp einer ikonischen Schrift. Gerade das Beispiel zeigt, dass auch diese konventioneller Festlegungen bedürfen um Missverständnissen entgegenzuwirken. Wörter in einer Alphabetschrift bestehen aus Buchstabensequenzen. Erst das ganze einzelne Wort ist im linguistischen Sinn ein Zeichen und zwar ein symbolisches. Nicht zu verwechseln mit dem Begriff des Zeichens ist der Begriff des Schriftzeichens. Letzterer muss nicht einer Bedeutung (Bezeichnetem) zugeordnet sein, sondern ist bei Alphabet- und Silbenschriften einer bestimmten Lautung oder Funktion innerhalb des Schriftsystems zugeordnet. (Im Deutschen ist diese Unterscheidung etwas verwirrend, im Englischen z.B. ist sie eindeutiger: sign vs. character.)
Literatur
- Ferdinand de Saussure, Grundfragen der Allgemeinen Sprachwissenschaft; Erster Teil, Kapitel I, Die Natur des sprachlichen Zeichens, 1915.
- Umberto Eco, Semiotik. Entwurf einer Theorie der Zeichen, Wilhelm Fink Verlag, 1987.
Weblinks
| Bild:Wiktionary-logo-en.png | Wiktionary: Zeichen – Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen |
Siehe auch: Deixis, Semiotik, Wahrzeichen, Name, Begriff, Benennung, Zahl, Symbol, Syntax, Information, Daten, Signographie, Piktogramm



