Zahnkaries
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Die Zahnkaries (lateinisch-medizinisch die Caries dentium, zur Wortherkunft siehe Karies) ist eine Erkrankung der Zahnhartgewebe Zahnschmelz und Dentin.
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Symptome und Beschwerden
Bei der Initialkaries bilden sich zuerst weiße Stellen auf den Zähnen. Durch die Einlagerung von Farbstoffen kommt es zu den typischen braunen Flecken. Wird die Karies im Anfangsstadium nicht gleich behandelt, dringt sie in das Zahnbein vor und verursacht Schmerzen: Dentinkaries ist entstanden. Bei der Caries penetrans ist bereits das Zahnmark (die Pulpa) zerstört worden und ein "Loch" entstanden, das vom Zahnarzt ausgeräumt und gefüllt werden muss.
Ursachen
Es gibt mehrere Theorien zur Entstehung von Karies. Heute ist die chemoparasitäre Theorie nach W.D. Miller allgemein anerkannt. Demnach kommt es auf Grund mehrerer pathogener Faktoren zur Zerstörung der Zahnhartgewebe in mehreren Stufen.
Karies entsteht, wenn - neben dem Vorhandensein von Zähnen - die drei Hauptfaktoren
- Plaque,
- niedermolekulare Kohlenhydrate (besonders in Zucker, Süßigkeiten, Weißbrot, Kartoffelchips, Nudeln, Kartoffeln und Reis enthalten) und
- genügend Zeit
zusammenwirken.
Neben diesen Hauptfaktoren gibt es diverse Nebenfaktoren: Zahnstellung, Zahnfehlbildungen, Speichelfluss und -zusammensetzung, genetische Faktoren, Zusammensetzung der Nahrung u.v.a.
In der Plaque siedeln sich Laktobazillen und verschiedene Streptokokkenarten an. Herausragend ist Streptokokkus mutans. Diese Mikroorganismen produzieren aus niedermolekularen Kohlenhydraten organische Säuren, die den Zahn angreifen, indem sie die in der Zahnhartsubstanz vorhandenen Mineralien herauslösen. Zucker aus der Nahrung wird dabei zu Milchsäure abgebaut. Nur Mikroorganismen, die diesen Stoffwechselprozess beherrschen (azidogene Mikroorganismen) und im stark versäuerten Milieu überleben können (azidurische Mikroorganismen), vermehren sich dann weiter. Zahnbeläge von Personen, die viel und häufig Zucker konsumieren, haben deshalb eine andere Mikroflora. Es kommt nicht so sehr auf die Menge des konsumierten Zuckers an, sondern vor allem auf die Häufigkeit oder Dauer des Zuckerkonsums. Eine über den Tag verteilte Dosis eines zuckerhaltigen Erfrischungsgetränkes erhöht das Kariesrisiko schon beträchtlich.
Folgen und Komplikationen
Stadien der Karies reichen von der Initialkaries über die Dentinkaries bis zur Caries penetrans.
Die Initialkaries ist die erste Stufe der Karies. Mikroorganismen der Plaque haben Mineralien herausgelöst. Man erkennt sie an weißen Stellen auf den Zähnen. Kommt es zur Einlagerung von Farbstoffen, so entstehen braune Flecken.
Bereits Dentinkaries führt zu Zahnschmerzen, die als Warnsignal ernstgenommen werden sollten.
Die Caries profunda (tiefe Zahnkaries) bedeutet, dass die Kariesläsion schon in über 2/3 der Dentinschicht in Richtung der Pulpa vorgedrungen ist.
Bei der Caries penetrans hat die Karies bereits das Zahnmark (die Pulpa) erreicht und ein "Loch" ist entstanden, das vom Zahnarzt ausgeräumt und gefüllt werden muss.
Weitere Folgen der Zahnkaries sind Entzündungen der Pulpa, die apikale Parodontitis (Entzündungen des Zahnhalteapparats an der Wurzelspitze), Abszesse und Osteomyelitis. In extremen Fällen können sie sogar bis zum Tod führen!
Vorbeugung und Behandlung
Bild:Amalgam filling.JPG Die Initialkaries als erste Stufe lässt sich durch intensive Fluoridierung mit hochkonzentrierten Fluoridpräparaten heilen.
Spätere Stadien der Karies, die meist mit einer Kavität ("Loch") einhergehen, müssen anders versorgt werden: Die infizierte Zahnhartsubstanz muss ausgeräumt und der Zahn mit einem Füllungsmaterial versorgt werden.
Eine gute Möglichkeit, die Progression von Karies zu verhindern, ist die Prophylaxe mit Fluorid. Fluorid fördert die Remineralisation, härtet die oberste Schmelzschicht und hemmt das Bakterienwachstum. Eine weitere Möglichkeit ist die Anwendung von Chlorhexidindigluconat, welches die Neubildung von Plaque in gewissem Maße verhindert. Zusätzlich ist ein Ersatz von Zucker durch Xylitol, die Versiegelung der Fissuren, regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt und natürlich die regelmäßige Zahnreinigung eine gute Option, um sich vor Karies zu schützen. Dabei ist die einzige Möglichkeit, die Plaque zuverlässig zu entfernen, die Reinigung der Zähne mit der Zahnbürste und in den Zahnzwischenräumen mit Zahnseide oder, bei größeren Abständen zwischen den Zähnen, mit der Zahnzwischenraumbürste. Mundspülungen, auch Chlorhexidindigluconat, können nur eine Neubildung der Plaque verzögern, aber nicht verhindern.
Es wird empfohlen, zweimal im Jahr zum Zahnarzt zu gehen, damit dieser den Zustand der Zähne kontrolliert und gegebenenfalls die Plaque entfernt. Schmerz kommt als Warnsignal oft zu spät.
Erbliche Veranlagung
Man hat festgestellt, dass die Anfälligkeit für Karies genetisch bedingt ist. Getrennt lebende eineiige Zwillinge, deren Zuckerkonsum unterschiedlich war, hatten einen ähnlichen Zustand der Zähne. Die Zahnpflege hat dennoch einen Sinn, denn die genetische Veranlagung schützt bei schlechter Mundhygiene nicht vor massivem Bakterienbefall und seinen Folgen.
Weblinks
- Mit Rosinen gegen schlechte Zähne www.wissenschaft.de: Inhaltsstoffe der getrockneten Beeren können das Wachstum von Mundbakterien vermindern
- Rundum-Zahngesund im Deutschen Grünen Kreuz e.V. -> Karies
- Neues Material gegen Karieslöcher?
Siehe auch
- Zahn
- Zahnstein
- Nursing-Bottle-Syndrom (Kariesentstehung durch dauerhaftes Nuckeln an Saugflaschen bei Kindern)
- Amalgam (Früher häufig verwendetes Füllmaterial bei der Kariesbehandlung)
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