Wortstamm

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Mit Wortstamm oder kurz Stamm wird häufig die Form bezeichnet, die als Basis zur Bildung von flektierten Wortformen (sogenannten grammatischen Wörtern) bildet, typischerweise durch das Hinzufügen von Flexionsaffixen. Ein Stamm kann dabei selber schon eine flektierte Wortform repräsentieren, z.B. Traum; durch Anhängen des Flexionsaffixes -es für Genitiv Singular an den Stamm entsteht Traumes. Stämme können nach dieser Definition auch komplex sein (z.B. Kindheitstraum). Einfache Stämme werden dann auch als Wurzel bezeichnet (anders bei Eisenberg (1998): dort heißen einfache Stämme 'Stamm' und komplexe Stämme 'Stammgruppe').

Ob bei Vokalwechsel (Apophonie, im Deutschen z.B. Ablaut und Umlaut) jeweils eigene Stammformen angenommen werden oder ob ein Stamm postuliert wird, der durch eine morphologische Operation verändert wird, hängt von der verwendeten morphologischen Theorie ab.

Manchmal wird ein erweiterter Stammbegriff verwendet, um auch die verschiedenen Formen zu beschreiben, die bei Derivation und Komposition als Basis auftreten können. Demnach unterscheidet man nach Flexionsstamm, Derivationsstamm und Kompositionsstamm eines Lexems. So wären Traum und Träum Flexionsstammformen, Träum die Derivationsstammform (etwa in Träumer oder verträumt) und Traum die Kompositionsstammform (etwa in Traumtänzer) des Lexems TRAUM.


Literatur

(unvollständig)

  • Bauer, Laurie: Introducing Linguistic Morphology. Edinburgh: Edinburgh University Press, 2003.
  • Eisenberg, Peter: Grundriss der Deutschen Grammatik. Band 1: Das Wort. Stuttgart/Weimar: Metzler, 1998.
  • Mugdan, Joachim: Morphological Units. In: R.E. Asher (ed.): The Encyclopedia of Language and Linguistics. Oxford (u.a.): Pergamon Press, 1994.


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