Wombats
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Vombatidae | ||||||||||||
| Burnett, 1830 | ||||||||||||
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Wombats (Vombatidae) sind eine Familie in Australien lebender Beutelsäuger (Metatheria). Es handelt sich um Höhlen grabende Pflanzenfresser mit bärenähnlichem Aussehen.
Inhaltsverzeichnis |
Beschreibung
Wombats erreichen eine Kopfrumpflänge von 70 bis 120 Zentimeter und ein Gewicht von 20 bis 40 Kilogramm. Ihr Körper ist stämmig gebaut, die Gliedmaßen sind kurz und kräftig. Alle Füße enden in fünf Zehen, von denen die äußeren vier große Grabkrallen tragen. Der Schwanz ist nur ein Stummel, der große Kopf wirkt flachgedrückt und hat kleine Augen.
Bemerkenswert ist ihr Gebiss, das Ähnlichkeiten mit dem der Nagetiere aufweist. Sie haben im Ober- und Unterkiefer je ein Paar wurzellose Schneidezähne, da die Eckzähne fehlen, klafft zwischen ihnen und den Backenzähne eine Lücke (Diastema). Die Backenzähne sind einfach gebaut und ebenfalls wurzellos. Die Zahnformel lautet 1/1-0/0-1/1-4/4, somit haben Wombats die wenigsten Zähne aller Beuteltiere.
Verbreitung
Wombats leben im südlichen und östlichen Australien, in den Bundesstaaten South Australia, Victoria, New South Wales, Queensland und Tasmanien. Sie bewohnen unterschiedliche Lebensräume, benötigen aber eine gut zum Anlegen ihrer Baue geeignete Erde.
Lebensweise
Bild:Haarnasenwombat (Lasiorhinus krefftii).jpg Wombats zählen zu den größten grabend lebenden Säugetieren überhaupt. Mit ihren scharfen Krallen errichten sie Wohnhöhlen in der Erde, welche sich manchmal zu komplexen Tunnelsystemen auswachsen können. Diese Höhlen können bis 20 Meter lang und 3,5 Meter tief sein. Sofern sich die Reviere überlappen, können diese zu unterschiedlichen Zeiten durchaus von verschiedenen Wombats bewohnt werden. Sie sind nachtaktiv, tagsüber ruhen sie in ihrem Bau, um in der Nacht auf Nahrungssuche zu gehen.
Ein erwachsener Wombat hat wenige natürliche Feinde. Der eingeführte Dingo ist vermutlich der größte Feind. Das Hinterteil der Wombats ist durch dicke Haut, Knorpel und Knochen verstärkt. Hiermit können sie bei Gefahr den Zugang zur Wohnhöhle blockieren und so die meisten Angreifer abwehren oder an der Decke der Wohnhöhle erdrücken. Für die weitaus meisten Tode sind Menschen und Autos verantwortlich. In Gegenden, wo der menschliche Einfluss gering ist, wird die Größe der Population durch die Verfügbarkeit der Futterpflanzen bestimmt.
Wombats besitzen ein Territorium, das je nach Umweltgegebenheiten 5 bis 25 Hektar groß sein kann. Territorien werden durch Kotmarkierungen, Bauten und aggressives Verhalten markiert und verteidigt. Männliche Wombats zeigen Drohgebärden, wenn ein anderer (unwillkommener) Besucher zum Beispiel durch einen bevorzugten Fressplatz geht. Der Kopf wird von Seite zu Seite geschwungen und die Zähne gebleckt und damit geknirscht, zusätzlich werden knurrende Geräusche abgegeben. Dies ist oft ausreichend, um den Eindringling zu vertreiben. Kämpfe können allerdings stattfinden und ernstzunehmende Verletzungen werden von kraftvollen Bissen zugefügt.
Sie können über kürzere Strecken bis zu 40 km/h schnell rennen, und entziehen sich der Gefahr auch durch Klettern und Schwimmen.
Ernährung
Gefressen werden hauptsächlich einheimische, aber auch eingeführte Gräser, wobei junge Triebe bevorzugt werden. Weiterhin krautige Pflanzen, seltener auch Wurzeln, Moose und Pilze.
Die Möglichkeit Nahrung gezielt auszuwählen wird durch die geteilte Oberlippe unterstützt. Hierdurch können die Schneidezähne sehr nah an den Boden gebracht werden und die kleinsten grünen Triebe erfasst werden. Der Geruchssinn spielt bei der Futterauswahl für diese nachtaktiven Tiere vermutlich eine große Rolle.
Sie besitzen einen sehr langsamen, extrem effizienten Stoffwechsel. Um eine Mahlzeit zu verdauen, brauchen sie bis zu 14 Tage. Wombats sind mit die effizientesten Wasserkonsumenten, welche die Säugetierevolution hervorgebracht hat. (Zum Vergleich: die auch an australische Verhältnisse angepassten Kängurus verbrauchen viermal soviel Wasser.)
Fortpflanzung
Bild:Vombatus ursinus (Wombat in snow).jpg Wombats vermehren sich üblicherweise das ganze Jahr über, in sehr trockenen Gegenden allerdings eher saisonal. Weibchen haben einen nach hinten geöffneten Beutel, damit dieser bei der Bauaktivität nicht mit Erde vollgeschaufelt wird. Obwohl zwei Zitzen existieren, wird fast immer nur ein Junges aufgezogen. Der Nachwuchs wächst sechs bis acht Monate lang im Beutel heran und bleibt dann noch etwa ein Jahr in der Nähe der Mutter.
Die Geschlechtsreife wird nach 2 Jahren erreicht und die Lebenserwartung ist in Freiheit mindestens 5 Jahre, in Gefangenschaft über 20 Jahre.
Systematik
Wombats gehören zur Ordnung Diprotodontia, die unter anderem durch Merkmale in der Anordnung Bau der Zähne definiert wird. In dieser Ordnung sind auch Kängurus, Kletterbeutler und Koalas zu finden.
Die Familie der Vombatidae umfasst zwei lebende Gattungen: Nacktnasenwombats (Vombatus) und Haarnasenwombats (Lasiorhinus). Fünf weitere Gattungen sind ausgestorben.
Man unterscheidet die folgenden drei Arten in zwei Gattungen:
- Nacktnasenwombat (Vombatus ursinus)
- Nördlicher Haarnasenwombat (Lasiorhinus krefftii)
- Südlicher Haarnasenwombat (Lasiorhinus latifrons)
Das Auftreten wombatähnlicher Tiere kann bis rund 25 Millionen Jahre (Oligozän) zurückverfolgt werden. Die Familie der Vombatidae trat vor rund 18 Millionen Jahren (Miozän) auf.
Die nächstverwandte Tierfamilie ist die der Koalas. Mit ihnen teilen die Wombats Ähnlichkeiten u.a. im Gebissaufbau, Schädelbasis und den sichelförmigen Kopf der Spermien. Dennoch gibt es eine Reihe von morphologischen Unterschieden, die auf eine Abtrennung vor vermutlich 36 Millionen Jahren (im späten Paläogen) hinweisen.
Eng mit den Wombats verwandt waren die Diprotodons, Beuteltiere von der Größe eines Nashorns, die erst vor rund 40.000 Jahren ausstarben.
Bedrohung
Mit der Besiedlung Australiens durch die Europäer wurde das Verbreitungsgebiet der Wombats eingeschränkt. Die Gründe dafür liegen in der Zerstörung ihres Lebensraums, in der Nahrungskonkurrenz mit eingeschleppten Arten und in der direkten Bejagung. Vom Nördlichen Haarnasenwombat gibt es nur rund 110 Exemplare, die in einem kleinen Naturpark in Queensland leben, diese Art wird von der IUCN als stark bedroht gelistet. Die beiden anderen Arten sind noch häufiger und gelten nicht als gefährdet.
Belletristik
"Der Wombat" ist auch der Name eines Bandes mit Erzählungen von Ralph Giordano, in dem er u.a. über seine Erlebnisse mit den Wombats im Zoo von Berlin berichtet. Er bezeichnet diese darin als "wollige, zutiefst unbeholfen wirkende Tiere von bestürzend unfertigem Aussehen, Fellrollen mit fester Bodenhaftung und erstaunlich wachem Blick". "Liebe auf den ersten Blick, wenngleich einseitig", sei es, was ihn mit den Wombats verbunden habe.
Literatur
- Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World. Johns Hopkins University Press, 1999 ISBN 0801857899
Weblinks
- http://www.wombania.com/wombats/ - Wombomania's Wombat Information Center (engl.)
- http://www.wombats.de/ - Wombats Informationsseite (dt.)
- http://www.wombadilliac.com.au/ - Russell The Wombats' Burrow (engl.)



