Wintermücken

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Wintermücken
Systematik
Unterstamm: Tracheentiere (Tracheata)
Überklasse: Sechsfüßer (Hexapoda)
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Fluginsekten (Pterygota)
Überordnung: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Zweiflügler (Diptera)
Familie: Wintermücken
Wissenschaftlicher Name
Trichoceridae

Die Wintermücken (Trichoceridae) sind eine Familie der Zweiflügler (Diptera) und gehören zu den Mücken (Nematocera). Weltweit leben etwa 110 Arten dieser Tiergruppe, nur 12 Arten sind aus Deutschland bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Merkmale

Die häufigste Art der Wintermücken ist Trichocera annulata mit einer Körpergröße von vier bis sieben Millimetern. Die Mundwerkzeuge der Tiere sind stark rückgebildet, über die Art der Nahrungsaufnahme ist allerdings nichts bekannt. Für den Menschen sind sie völlig harmlos und stechen ihn auch nicht. Durch ihre Langbeinigkeit ähneln sie kleinen Schnaken (Tipulidae) oder Stelzmücken (Limoniidae).

Winterresistenz

Die Wintermücken sind sehr unempfindlich gegen Kälte und entsprechend vor allem in den Wintermonaten bis in Höhenlagen von über 3000 Metern zu finden. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass sich in der Körperflüsssigkeit dieser frostreseistenten Mücken Glycerin-ähnliche Substanzen befinden. Diese wirken wie Frostschutzmittel, und verhindern ein Durchfrieren der Mücken mit einem Zerreißen von Gewebe und Zellen. Von allen anderen frostresistenten Insekten zeichnet es die Wintermücken besonder aus, dass sie schon bei knapp über 0°C Aktivitäten entfalten können. Zur Aufnahme selbst der geringsten Strahlungswärme im Winter hat ihr Körper eine dunkelgraue Färbung und ihre durchsichtigen Flügel besitzen zusätzlich nahezu schwarze Adern. Die Männchen der Tiere bilden besonders an sonnigen Wintertagen und im zeitigen Frühling Tanzschwärme.

Larven

Die Larven der Wintermücken haben eine komplett ausgebildete Kopfkapsel, sie sind also eucephal. Sie leben vor allem im Boden unter Blattstreu und ernähren sich von zerfallenen Pflanzenresten. Einige Arten leben auch in Exkrementen und sind koprophag, so etwa einige höhlenbewohnende Arten im Kot von Fledermäusen. Zur Atmung sind nur das vorderste und das hinterste Stigmenpaar geöffnet, alle anderen sind durch eine Stigmennarbe verschlossen (amphipneustisch). Auch die mit kurzen Thorakalhörnchen versehenen Puppen leben im Boden und arbeiten sich selbstständig vor dem Schlüpfen der Imago an die Oberfläche.

Literatur

  • Alexander CP (1981): Trichoceridae. In: McAlpine et al. (Eds): Manual of the nearctic Diptera Vol 1. Res Branch Agric Can Mon 27: 325-328
  • Honomichl K, Bellmann H (1994): Biologie und Ökologie der Insekten; CD-Rom, Gustav Fischer Verlag, Stuttgart.


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