Wickede (Ruhr)

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Wappen Karte
Bild:Wappen wickede.png Bild:Lage der Gemeinde Wickede (Ruhr) in Deutschland.png
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Arnsberg
Kreis: Soest
Fläche: 25,2 km²
Einwohner: 12.603 (30. Jun. 2004)
Bevölkerungsdichte: 500 Einw./km²
Höhe: 140 m ü. NN
Postleitzahl: 58739
Vorwahl: 02377
Geografische Lage: Koordinate: 51° 29′ 43′′ N 7° 52′ 1′′ O51° 29′ 43′′ N 7° 52′ 1′′ O
Kfz-Kennzeichen: SO
Gemeindeschlüssel: 05 9 74 056
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Gemeindeverwaltung: Hauptstraße 81
58739 Wickede (Ruhr)
Website: www.wickede.de
E-Mail-Adresse: post@wickede.de
Politik
Bürgermeister: Hermann Arndt (CDU)

Wickede (Ruhr) ist eine Gemeinde im Regierungsbezirk Arnsberg in Nordrhein-Westfalen, Deutschland und gehört zum Kreis Soest.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Nach 800 wurde Wickede erstmals als Ort schriftlich erwähnt. In einem Heberegister der Abtei Werden an der Ruhr tauchte zum ersten Mal der Name „Wikki“ auf. Um 1100 gab es eine aus fünf Höfen bestehende Streusiedlung. Mit dem Verfall der Grafschaft Arnsberg fiel Wickede 1368 an Kurköln. Das gesamte kurkölnische Herzogtum Westfalen und damit das Gebiet von Wickede (außer Scheda) mit damals 443 Einwohnern kam 1803 zu Hessen-Darmstadt und ab 1816 zu Preußen.

Die begonnene Industrialisierung brachte auch für Wickede (Ruhr) die Nutzung der Wasserkraft der Ruhr. Es entstand ein Puddel- und Walzwerk als indirekter Vorgänger der heutigen Wickeder Westfalenstahl GmbH & Co.KG. Die Bevölkerung wuchs bis 1870 auf rund 1.000 Einwohner an. Die Ruhrtalstrecke der Bergisch-Märkischen Eisenbahn wurde 1870 eröffnet. Wickede bekam einen eigenen Bahnhof. Im Jahre 1889 wurde eine Glashütte errichtet und sorgte für einen großen Bevölkerungsanstieg, die Glashütte wurde allerdings 1915 wieder geschlossen. Die Bevölkerung stieg auf 1.547 Einwohner. Die Industrialisierung schritt allerdings fort, da viele Facharbeiter am Ort wohnten.

1939 lebten in Wickede 3.334 Einwohner. Durch die Zerstörung der Möhnetalsperre im Zweiten Weltkrieg wurde das Ruhrtal und mit ihm Teile Wickedes von einer Flutwelle getroffen. Diese entstand durch britische Luftangriffe auf die Sperrmauer des Möhnesees am 17. Mai 1943. In Wickede starben 118 Menschen in den Fluten.

Ende 1967 hatte der Ort 7.585 Einwohner. Die Arbeiter in der Industrie verdienten ihr Geld in erster Linie in der Stahlverarbeitung und in zwei großen Betrieben, die sich auf Klinikbedarf spezialisiert hatten.

Geografie

Geografische Lage

Die Gemeinde Wickede liegt im Ruhrtal am Rande des Sauerlands am südlichen Hang des Haarstrangs. Das Gemeindegebiet ist gekennzeichnet durch die Ortsmitte, die sich im Tal der Ruhr erstreckt und Erweiterungen, die sich an den Erhebungen des Haarstrangs von der Mitte aus entwickelt haben. Die Ruhr ist prägend für das Ortsbild und bestimmt das Leben der Gemeinde, da sie diese durchschneidet.

Gemeindegliederung

  • Echthausen
  • Schlückingen
  • Wickede (Hauptort)
  • Wiehagen
  • Wimbern

Eingemeindungen

Die eigentliche Gemeinde Wickede (Ruhr) ist erst am 1. Juli 1969 durch ein kommunales Neugliederungsgesetz entstanden. In ihr sind Gemeinden oder Gemeindeteile aus vier Kreisen zusammengeschlossen: Wickede, Wiehagen, Schlückingen und ein Teil Büderichs, Echthausen, Wimbern sowie ein Teil der früheren Gemeinde Bentrop.

Politik

Gemeinderat

nach der Kommunalwahl am 26. September 2004

Partei / Gruppierung Sitze
CDU 17 Sitze
SPD 10 Sitze
Grüne 2 Sitze
FDP 3 Sitz

Bürgermeister

  • bis 2004 Jakob Martens (parteilos)
  • seit 2004 Hermann Arndt (CDU)

Wappen

Ein von Silber über Blau im Wellenschnitt geteilter Schild, oben ein durchgehendes schwarzes Kreuz, unten ein silbernes, aus dem Schildfuß herausgewachsenes Zahnrad.


Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Das Gemeindegebiet wird durch die B63 durchschnitten. Diese ist die wichtigste Verkehrsader im Ort und Verbindungsglied zwischen Münsterland und Ruhrtal. Im Norden tangiert die A445/A46 das Gemeindegebiet. Die B7 verläuft durch den Ortsteil Wimbern.

Die Ruhr ist bei Wickede nicht schiffbar, allenfalls durch kleine Boote nutzbar.

Der Bahnhof Wickede bietet Anschlüsse an die größeren Bahnhöfe in Dortmund, Hagen und Kassel, sowie in das Sauerland in Richtung Winterberg und Bestwig.

Gewerbe

In Wickede entwickelte sich im 19. Jahrhundert zu Beginn der Industrialisierung eine Glashütte. Diese wurde allerdings zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch die Stahlverarbeitung abgelöst. Es entwickelten sich große Betriebe dieser Branche, so siedelte sich die Fa. Mannesmann hier an und die Fa. Wickeder Westfalenstahl wurde zum größten Arbeitgeber des Ortes. Ebenfalls im Hauptort befinden sich die Unternehmen "Wissner Boßerhoff" und "Gebrüder Schmitz", die beide ihr Standbein in der Herstellung von hochwertigem Klinikbedarf wie Krankenhausbetten und OP-Einrichtungen haben. Anfang der 1980er Jahre wurde durch die Gemeinde oberhalb des Gemeindegebietes an der Grenze zur Nachbarstadt Werl das Industriegebiet Westerhaar erschlossen. Hier siedelten sich kleinere und größere Betriebe unterschiedlicher Branchen an. Neben der Automobilbranche und Elektrobetrieben hat sich hier auch ein Entsorgungsunternehmen mit einer Filiale niedergelassen. Im Ortskern befinden sich Einzelhandelsgeschäfte, die den täglichen Bedarf der Einwohner der Gemeinde decken.

Medien

In Wickede gibt es zwei werktäglich erscheinende Zeitungen:

Neben dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk (WDR) ist das Programm des privaten Hörfunksenders für den Kreis Soest - Hellweg Radio - zu hören.

Neben den beiden Tageszeitungen gibt es das rein werbefinanzierte Printmedien: Die werbefinanzierte Zeitung "Stadtspiegel", die mittwochs und sonntags erscheint und ursprünglich für den und im märkischen Kreis aufgelegt wird. Im gleichen Rhythmus erscheinen die Werbezeitungen 'Wochenblatt'(mittwochs)und 'Stadtanzeiger'(sonntags). Die beiden Letztgenannten werden vom Soester Anzeiger verlegt. Daneben gibt es ein vier Mal jährlich erscheinendes Ortsmagazin: 'Der Ruhrbogen', der komplett anzeigenrefinanziert ist.

Öffentliche Einrichtungen

  • Marien-Krankenhaus im Ortsteil Wimbern. Allgemeinmedizinische Klinik, die von den im benachbarten Kloster lebenden Schwestern des Steyler Missionsordens gegründet wurde. Das Krankenhaus wurde Anfang des 21. Jahrhunderts an den 'Deutschen Orden' übergeben. Nach finanziellen Schieflagen wurde die Klinik von der Katholischen Hospitalvereinigung Hellweg übernommen, der bereits das Katharinenkrankenhaus in Unna und das Mariannen-Hospital in Werl angehören.
  • Ruhrtalklinik ebenfalls im Ortsteil Wimbern, direkt an der Ortsgrenze zu Menden-Barge. Rehabilitationsklinik für geistig und/oder körperlich behinderte Menschen.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

  • Dirk Hartmann, Handballer, * 5. Oktober 1982 in Wickede begann seine Karriere beim TV Wickede und wurde schon früh als Talent erkannt. Bereits in der Jugend wechselte er zu VFL Eintracht Hagen.Bei einem Turnier in Wickede, bei dem sowohl Hagen, als auch der Handball-Bundesligist Vfl Gummersbach spielten, wurde Hartmann entdeckt und wechselte zum Vfl. Im Jahr 2004 wechselte er dann zum gerade aufgestiegenen TuS- Nettelstedt-Lübbecke, der auch in der Saison 2005/2006 noch in der Bundesliga spielt. Er trägt dort die Rückennummer 21.
  • Martin Kree,Fußballer, D - * 27. Januar 1965, 401 Bundesligaspiele, 2 x deutscher Meister,Champions League und Weltpokalsieger mit Borussia Dortmund sowie DFB-Pokalsieger mit Bayer Leverkusen wurde in Werl geboren, begann seine Fußballerkarriere aber beim TuS Wickede und ist der Gemeinde immer verbunden gewesen.
  • Isabell Varell, Sängerin und Schauspielerin, Kandidatin bei "Ich bin ein Star, holt mich hier raus", verlebte ihre Jugendjahre in Wickede (Ruhr).

Literatur

  • Andreas Dunker, Jürgen Bauer und Franz Haarmann: Chronik des 20. Jahrhunderts. 100 Jahre Wickede (Ruhr) 1900-2000. ISBN 3980489906
  • Josef Kampmann, Franz Haarmann: Wickede (Ruhr). ISBN 3897027631

Eine komplette – von der Kreisarchivarin Beatrix Pusch zusammengestellte Bibliographie zahlreichen Aufsätzen und Monografien über Wickede (Ruhr) und seine Ortsteile befindet sich im Kreisarchiv und im Archiv des örtlichen Heimatvereins.

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