Wicca

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Wicca ist eine heidnische Religion oder Hexenreligion, gegründet von Gerald Brousseau Gardner (1884-1964), der seinerseits behauptete, er sei in diesen schon bestehenden Hexencoven, dem New Forest Coven, initiiert worden. Doreen Valiente wurde zu einer führenden Person, die sehr viele der heute als "traditionell" bekannten Texte wie z.B. die "Charge" schrieb. Später trennte sie sich wegen Unstimmigkeiten von Gardner, und Patricia Crowther trat ihre Nachfolge an. Der Alexandrian Strang wurde von Alex Sanders und Maxine gegründet, wobei unsicher ist, von wem sie initiiert wurden und ob überhaupt. Alexandrians galten ursprünglich als "Rebellen" und wurden von den Gardnerians nicht anerkannt, gehören aber mittlerweile zum traditionellen Strang. Nach Amerika wurde Wicca durch Raymond und Rosemary Buckland gebracht, dort wurde Wicca besonders durch Miriam Simos, auch bekannt als Starhawk, mit indianischen und feministischen Elementen angereichert. Inzwischen gibt es nicht nur die traditionellen Wiccas, sondern auch "Solitaries" oder Freifliegende. Unter freifliegendem Wicca werden Wiccas, die keiner traditionellen Wiccalinie angehören, oder Wiccas, die keinem Coven angehören, verstanden. Es ist möglich, freifliegender Wicca mit Covenanschluss zu sein. Nicht alle, aber viele Wiccas akzeptieren jetzt die Selbstinitiation (Seax-Wicca ist eine Tradition, die nur auf Selbstinitiation basiert), so haben sich auch Doreen Valiente und Janet und Stewart Farrar, die zu den "Gründereltern" gezählt werden, für die Legitimität der Selbstinitiation ausgesprochen. In Deutschland wird von den Traditionellen Gardnerian und Alexandian Coven Selbtinitation nicht anerkannt. Zudem ist Wicca in Deutschland ein inzwischen geschützter Begriff, der nur von Traditionell Initierten benutzt werden darf. Der Begriff Alte Religion wird von deutschen Wiccas auf Friederich Schlegel zurückgeführt, der 1789 die Alte Religion als Verehrung der Natur durch das Weibliche Definiert. Wicca ist in den USA öffentlich rechtlich anerkannte Religion mit Reiki-Heilbefugnissen.

Inhaltsverzeichnis

Traditionelle Wicca

Gliederung

Gegliedert in Coven von mindestens 3, meistens nicht über 13 Mitgliedern. Mitglied wird man, indem man eine Probezeit von 1 Jahr und 1 Tag besteht und dann eine Initiation in den Coven erfährt. Dabei wird die Initiation in der Regel von einem gegengeschlechtlichen Priester abgehalten. Nach der Initiation ist man automatisch Priester/in und nach der zweiten kann man auch andere initieren und nach der dritten ist man schließlich unabhängig vom Initiator. Initierte Wiccas (Initiationslinie bis Gerald Gardner oder Alex Sanders) haben ein handschriftlich angelegtes "Buch der Schatten", das bis heute gleich geblieben und in mehrere Sprachen übersetzt wurde. Es enthält vor allem Rituale, weniger Dogmen und feste Richtlinien. Ferner haben viele Covens noch ein eigenes "Buch der Schatten", in das geheimes Wissen, Rituale, Anrufungen und eigene Erfahrungen eingetragen werden können.

Keine zwei Coven gleichen sich in ihren Glaubensansichten. Selbst die beschriebene Grundstruktur ist nicht bei allen gleich, die Stilrichtungen reichen von ägyptisch über keltisch bis hin zu indianisch oder synkretistischen Mischungen. Allerdings bemühen sich alle um eine Verbindung zu vorchristlichen Religionen. Heute zählt man Wicca auch zu den modernen Subreligionen.

Feste und Feiertage

Die 8 Haupt- Feiertage, genannt Sabbate, richten sich nach dem Sonnenzyklus (vier Feste als reine Sonnenfeste, vier welche teils nach festen Daten, teils nach natürlichen oder astrologischen Ereignissen berechnet werden). Außerdem gibt es noch Esbate, welche Vollmondfeiern, manchmal auch Schwarzmondfeiern sind.

Die traditionellen Hexenfeste kommen aus dem Keltischen Brauch und drücken meist Dankbarkeit gegenüber der Natur aus.

Imbolc (christlicher Festkalender: Mariä Lichtmess) wird am 2. Februar gefeiert. Es ist ein Fest der Reinigung und des Lichts und ist der Göttin Brigid (auch Bride, Brigitte, Bridget) gewidmet. Die Göttin ist zu dieser Zeit im Jahreszyklus eine Jungfrau. Im alten Rom wurde der Tag zu Ehren der Göttin Februa mit Fackel Festzügen und Kerzen als Zeichen der Reinigung und Sühne begangen. Vom christlichen Glauben übernommen, wurde dies der Tag an dem in der katholischen Kirche die Kerzen geweiht werden.

Frühlings-Tag- und Nachtgleiche: Das große Frühlingsfest am 21. März symbolisiert die Zeit des Neuanfangs. Mit im Zusammenhang stehen der Frühjahrsputz und die Frühlingsdiät zu Reinigung und Entschlackung des Körpers. Bei den Germanen war dieser Tag der Göttin Ostara gewidmet. Da das Christentum diesen Feiertag weder ignorieren noch unterdrücken konnte, wurde daraus das Osterfest.

Beltane (Walpurgisnacht): 30. April: Eines der wichtigsten Feste. In der Nacht zum 1. Mai wird die Vereinigung der Göttin mit dem Gehörnten gefeiert. Beltane-Feuer (Maifeuer) werden angezündet. Laut Überlieferung sollen sich in dieser Nacht in Deutschland die Hexen auf dem Blocksberg versammeln und ihren Hexensabbat abhalten.

Litha (Sommersonnenwende): Am 21. Juni steht die Sonne an ihrem höchsten Punkt und die Nacht ist die kürzeste des Jahres. Feuer um die getanzt oder über die gesprungen wird spielen auch hier eine große Rolle. Das Christentum übernahm den Feiertag als Johannisfest, das am 24. Juni gefeiert wird.

Lammas: Das Fest der Fülle und des Überflusses wird am 2. August gefeiert. Man dankt den Göttern mit Opfergaben für die blühende Natur und das reife Korn und bittet sie um eine reiche Ernte. Viele Erntebräuche sind auch heute noch erhalten.

Mabon (Tag- und Nachtangleiche): 23. September. Wird heute als Erntedankfest gefeiert. Mittelpunkt des Festes ist eine üppige Mahlzeit, mit der man für die reiche Ernte dankt. Als Zeichen der Dankbarkeit wirft man drei Früchte zu Ehren der Kornmutter über die Schulter. Bei der Getreideernte bleibt die letzte Garbe zusammengebunden stehen oder wird überhaupt nicht geschnitten. Das Fest steht für den Feierlichen Abschied vom Sommer und ist die innere Vorbereitung auf den Winter.

Samhain (Allerheiligen, Hallowe´en): 31. Oktober. Ursprünglich das keltische Neujahrsfest, heute noch der erste Tag des Hexenjahres. An diesem Tag werden Ritualgegenstände geweiht und neue Hexen initiiert. Die Kelten glaubten dass in dieser Nacht Saman, der Herr des Todes, die bösen Seelen zu sich rief. Deshalb wurden Schutzfeuer entzündet, um die Geister zu bannen. In dieser Nacht soll es auch möglich sein mit den Seelen der Verstorbenen zu kommunizieren. Irische Einwander brachten diese Traditionen mit nach Amerika, wo am 31. Oktober Hallowe´en gefeiert wird. Im Hexenglauben stirbt der gehörnte Gott an diesem Tag, doch die Göttin trägt bereits seinen Samen in sich.

Jul (Wintersonnenwende): ca. 21. Dezember. Gefeiert wird die längste Nacht des Jahres und die darauf folgende Rückkehr des Lichts, ebenso wie die Geburt des gehörnten Gottes durch die Göttin. Seit Anfang des 4. Jahrhunderts wird um die selbe Zeit die Geburt Christi gefeiert, der eigentlich im August geboren wurde.

Die Feste werden gerne im großen Stil gefeiert, und wenn man den Platz hat, mit anderen Coven zusammen zu feiern, wird die Gelegenheit wahrgenommen.

Glaubensinhalte

Wiccas verehren das Heilige als in der Natur innewohnend, oft durch Vater Himmel und Mutter Erde personifiziert. Als Polytheisten gebrauchen sie einige verschiedene Gottheiten, diese sehen sie als verschiedene Facetten ihrer zwei großen Hauptgottheiten (Gott und Göttin). Individuen wählen ihre Gottheit aus diversen Gottheiten verschiedener Pantheone, deren Geschichte sie als besonders inspirierend erachten und auf die sie sich zur persönlichen Verehrung am meisten beziehen wollen. Ähnlich werden Coven einige Gottheiten als Gruppenfokus wählen. Manchmal werden diese spezifischen Gottheiten auch geheim gehalten. Andere haben einen stärkeren pantheistischen Ansatz und gehen von personifizierten Gottheiten weg.

Coven

Ein Coven (englisch f. Hexenzirkel) bezeichnet einen Arbeits- und Anbetungskreis von Heiden, vor allem Wicca.

Ein Coven besteht idealerweise aus 5 bis 13 Leuten, die möglichst in Arbeitspaare aus einer Frau und einem Mann gegliedert sind. Ein Coven hat in der Wicca-Tradition eine Hohepriesterin und einen Hohepriester (beide drittgradig initiiert) als Leiter sowie eine "Jungfrau". Letztere muss nicht tatsächlich Jungfrau sein, allerdings muss sie weiblich sein. Allen dreien fallen in den meisten Ritualen bestimmte Aufgaben zu. Der Coven trifft sich an den Feiertagen (Sabbat), aber auch außerhalb regelmäßig oder aus aktuellen Anlässen (Esbat).

Falls ein Coven zu groß wird, gründen zwei Mitglieder aus dem alten, Frau und Mann, mit beliebig vielen mitgenommenen Mitgliedern einen neuen Kreis, traditionell mindestens 3 Meilen (ca. 5 km) vom Muttercoven entfernt. Die Entfernung soll dem Entstehen einer organisierten Religion vorbeugen, wie es zum Beispiel die Katholische Kirche ist.


Literatur

http://en.wikipedia.org/wiki/Wicca (der englische Eintrag ist wesentlich umfangreicher)


Weblinks



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