Wetterkarte

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Bild:Wetterkarte heute.jpg Eine Wetterkarte zeigt den Momentzustand der Luftdruckverhältnisse über dem angezeigten Gebiet an. Eine Wetterkarte ist nützlich für die Wettervorhersage für das kommende Wetter, gibt Aufschluss über die Windgeschwindigkeit und Windrichtung oder lässt mögliche Wettergefahren frühzeitig erkennen. Die Wetterkarte ist somit ein unverzichtbares Hilfsmittel für jede Wettervorhersage. Aber auch im Alltagsgebrauch kann sie sinnvoll eingesetzt werden. Stabile Hochdruckwetterlagen im Winter können sonniges klares Wetter hervorrufen, im Sommer jedoch heiße Temperaturen und Gewitter.

Inhaltsverzeichnis

Entstehung einer Wetterkarte

Bild:Wetterkarte 9. & 10.12.1887.jpg

Damit eine einfache Wetterkarte erstellt werden kann, müssen zunächst die Luftdruckmesswerte aller Wetterwarten im Einzugsbereich der Karte vorliegen. Hiernach werden alle verfügbaren Daten nach geographischer Ordnung in die noch leere Karte eingetragen.

Im nächsten Schritt werden die so genannten Isobaren, also Linien gleichen Luftdrucks, eingezeichnet. Zuerst wird auf der Karte der höchste Luftdruckwert gesucht und mit einem H für Hochdruckgebiet vermerkt. Äquivalent dazu wird die Stelle des niedrigsten Luftdruckwertes bestimmt und mit T für Tiefdruckgebiet markiert (auch L für Low). Anschließend werden um Hoch- und Tiefdruckgebiet die Isobaren eingezeichnet:
Wenn Ort A einen Luftdruck von 1002 hPa aufweist und Ort B 1008 hPa, dann liegt die Isobare für 1005 hPa genau in der Mitte der beiden Orte. Die Abstände zwischen den Isobaren betragen auf deutschen Wetterkarten fünf Hektopascal. Schließlich lassen sich durch Größe der Tief- und Hochdruckgebiete, den Druckverhältnissen und der Anordnung der Isobaren die Windverhältnisse einschätzen.


Neben den Isobaren befinden sich auf einer Wetterkarte noch weitere Details, hier die drei wichtigsten:

Warmfront: Warmfronten werden mit einer Linie aus roten Halbkreisen eingezeichnet. Warmfronten können länger anhaltenden Landregen bedeuten. Die Bewölkung nimmt zu und die Temperatur steigt langsam etwas an.

Kaltfront: Kaltfronten werden mit einer Linie aus blauen Dreiecken eingezeichnet. Das Wetter bleibt bei einem Durchzug einer Kaltfront unbeständig und es treten häufig Schauer und Gewitter auf. Die Temperatur sinkt dabei.

Okklusion: Eine Okklusion wird auch als Mischfront bezeichnet, die entsteht, wenn die schnellere Kaltfront die langsamere Warmfront erreicht und sie sich mit ihr verbindet. Sie wird als violetter Halbkreis neben einem Dreieck eingezeichnet. Das Wetter bleibt innerhalb einer Okklusion unbeständig und regnerisch.


Wetterkartenmerkmale im Überblick

Bild:Wetterkartensymbole.jpg

Linien
Rote Linie mit Halbkreisen                   = Warmfront
Blaue Linie mit Dreiecken                    = Kaltfront
Violette Linie mit Halbkreisen und Dreiecken = Okklusion
Schwarze gestrichelte Linie                  = Troglinie oder Konvergenz

Buchstaben

H = Hoch (deutsch), High (englisch), Haut (französisch)
T = Tief (deutsch) 
A = Anticyclone (englisch)   -> Hoch
L = Low (englisch)           -> Tief
D = Dépression (französisch) -> Tief
C = Cyclone (englisch)       -> Tief

Farbige Flächen

Hellgrün schraffiert   (oder gepunktetes Feld)     = Regen
Dunkelgrün schraffiert (oder Sternchenfeld)        = Schnee
Gelb schraffiert       (oder gestricheltes Feld)   = Nebel

Bild:Wetterkarte genau.jpg

Genauere Wetterkarten

Genauere Wetterkarten besitzen noch weitere Informationen zum aktuellen Wettergeschehen. Sie beinhalten Daten über Temperatur, Windstärke, Windrichtung, Luftdruckveränderung, Niederschlag, Wolkenart, Bewölkung, Wolkenuntergrenze, Taupunkt (Luftfeuchtigkeit) und das gegenwärtige Wetter. Bild:Genauerewetterkartensymbole.jpg

Dazu werden diese Daten in einem besonderen Muster in die Wetterkarte mit eingefügt. Die Position der Daten auf der Wetterkarte markiert die geographische Position der Wetterwarte. Nur die wichtigsten Stationen werden mit ihren Daten eingefügt. Ansonsten wäre die Karte viel zu überladen mit Wetterdaten, dass keine Details mehr sichtbar sind.

Bild:Höhenwetterkarte aktuell.jpg

Höhenwetterkarten

Zuvor ging es um Bodenwetterkarten. Die so genannten Höhenwetterkarten werden mit Hilfe von Daten aus Radiosonden ermittelt. Höhenwetterkarten bringen die unentbehrliche Ergänzung im bezug auf das Geschehen in der freien Atmosphäre, insbesondere, was das Druck- und Strömungsfeld in diesen Höhen anbelangt. Störende Einflüsse durch Gebirge, Städte und andere Hindernisse fehlen hier und so haben die Isohypsen (Höhenschichtlinien einer bestimmten Luftdruckfläche) in der Regel einen glatteren Verlauf als die Isobaren der Bodenwetterkarte.

Das Wettergeschehen am Boden bleibt nicht ohne Einfluss auf größere Höhen, und umgekehrt.

Das Bild der Höhenwetterkarte kann ganz anders sein, als dasjenige der Bodenwetterkarte. Die Entwicklung von Tiefdruckgebieten am Boden zeigt, dass sich die Entwicklung in der Höhe erst allmählich auf das Wettergeschehen am Boden reagiert.

Bei der Beurteilung von Höhenwetterkarten spielen so genannte Höhentiefs mit oft extremen Kaltlufteinschlüssen (Kaltlufttropfen) eine große Rolle. Niedrige Temperaturen in der Höhe lösen vor allem im Sommer bei gleichzeitig warmer, bodennaher Luft labile Wetterlagen aus (Schauer, Starkregen).

Folgende Höhenwetterkarten werden am häufigsten verwendet:

Höhenwetterkarten für das Druckfeld in:
850 hPa =  1457 Meter Höhe
700 hPa =  3013 Meter Höhe
500 hPa =  5574 Meter Höhe
300 hPa =  9164 Meter Höhe
200 hPa = 12000 Meter Höhe

Wind und Druckfeld

Der Wind ist die Luftbewegung und damit ein Massenstrom. Er resultiert aus dem Ungleichgewicht zweier Luftmassen von unterschiedlichem Druck und Temperatur.

Die Gradientkraft steuert die Luftströmungen vom hohen Druck zum tiefen Druck. Ihre Richtung unterliegt aufgrund der Corioliskraft einer Abweichung in Bewegungsrichtung nach rechts auf der Nordhalbkugel und nach links auf der Südhalbkugel. Die Winde verlaufen annähernd isobarenparallel. Dadurch kann auch die ungefähre Windrichtung ermittelt werden.

Die Windgeschwindigkeit ist abhängig von den Abständen der Isobaren. Liegen die Isobaren sehr eng aneinander, so kann ein Sturm oder sogar Orkan auftreten. Man spricht von einer Konvergenz, wenn die Linien eng zueinander laufen. Liegen die Isobaren stark auseinander, so wie es bei manchen Hochdruckwetterlagen vorkommt, dann bleibt es schwachwindig oder gar windstill. Hier spricht man von einer Divergenz.

Die folgende Tabelle gibt einen ungefähren Aufschluss über die Windgeschwindigkeiten in Abhängigkeit des Abstandes der Isobaren:

Abstand der 5 hPa Isobaren            Windstärke
600 Km                                Leichte Brise   (Beaufortscala 2)
500 Km                                Mäßige Brise    (Beaufortscala 4)
400 Km                                Frische Brise   (Beaufortscala 5)
300 Km                                Starker Wind    (Beaufortscala 6)
200 Km                                Steifer Wind    (Beaufortscala 7)
100 Km                                Sturm           (Beaufortscala 9)

Weblinks

Bild:Commons-logo.svg WikiCommons: Wetterkarte – Bilder, Videos oder Audiodateien


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