Westsaharakonflikt
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Die frühere spanische Kolonie Westsahara wurde 1975 von Spanien aufgegeben, woraufhin 350.000 unbewaffnete marokkanische Zivilisten im „Grünen Marsch“ das Land besetzten. Die marokkanischen Militärverbände hielten sich im Hintergrund, um die Zivilisten vor eventuellen Angriffen der spanischen Streitkräfte notfalls zu schützen, griffen aber selbst nicht aktiv ein. 1976 wurde das Land mit Mauretanien geteilt, wobei Marokko die Kontrolle über die Gebiete mit reichen Phosphatvorkommen errang. Nachdem Mauretanien sich 1979 aus dem Krieg um die Westsahara zurückzog, besetzte Marokko trotz gegen sie gerichteter UN Resolutionen auch diese Landesteile.
Im Rahmen des Kalten Krieges zwischen Ost und West, entbrannte daraufhin dort ein Stellvertreterkrieg zwischen den beiden Blöcken. So unterstützten das sozialistisch regierte Algerien und Libyen die Guerilla-Aktionen der POLISARIO, die aus Teilen der einheimischen saharauischen Bevölkerung bestand, während das prowestliche Marokko darauf bestand, dass es sich um historisches marokkanisches Gebiet handelte. Strategisches Ziel dieses Stellvertreterkrieges war nicht zuletzt auch der Versuch Algeriens und somit auch des sozialistischen Lagers, durch die Kontrolle der Westsahara Zugang zur nordatlantischen Küste zu erlangen. Dieser Krieg führte zu einer schweren Belastung für die marokkanische Wirtschaft. Mit Hilfe eines befestigtens und verminten ca 1000km langen Grenzwalls (der "Mauer"), der den marokkanisch besetzten Teil der West Sahara von dem der Frente Polisario kontrollierten Teil abgrenzt, konnte die marokkanische Armee den Guerillakampf der POLISARIO eingrenzen. Die Teile der einheimischen Bewohner, die auf Seiten der POLISARIO kämpften, flohen nach Algerien, wo ca. 180.000 Saharauis seit 1976 in Flüchtlingslagern bei Tindouf leben und so gut wie vollständig auf Hilfslieferungen der EU, der UNO und einigen internationalen nichtstaatlichen Organisationen abhängig sind.
Die POLISARIO rief 1976 die Demokratische Arabische Republik Sahara ins Leben, die von ca. 30 Staaten der Afrikanischen Union (ehemals Organisation für Afrikanische Einheit OAU) diplomatisch anerkannt wurde. Daraufhin trat Marokko 1985 aus der OAU aus und ist auch heute der einzige afrikanische Staat, der es vorzog, nicht Mitglied der Afrikanischen Union AU zu werden. Die DARS selbst existiert jedoch nur auf dem Papier und wird von einer Exilregierung vertreten, die etwa ein Drittel des Landes kontrolliert. Etwa zwei Drittel des Gebietes der Westsahara wird effektiv von Marokko verwaltet, wobei die übriggebliebene saharauische Bevölkerung massiven Repressionen ausgesetzt ist.
Seit 1988 bemüht sich die UNO um eine Lösung des Konflikts. 1991 wurde ein Waffenstillstand ausgehandelt den seitdem eine UN-Mission, die MINURSO, kontrolliert. Des Weiteren wurde die MINURSO mit der Erstellung einer Wählerliste zur Durchführung eines Referendums beauftragt. Allerdings konnte Marokko bisher ein solches verhindern, da Streit über die Anzahl der beim Referendum teilnahmeberechtigten Menschen herrscht. Dies ist vor allem deshalb von Bedeutung, weil seit einiger Zeit verstärkt Marokkaner in der Westsahara angesiedelt werden. Eine wirkliche Lösung des Konflikts ist bisher nicht in Sicht, da Marokko sich bisher der Unterstützung Frankreichs und der USA sicher sein konnte.
Weblinks
- The Yahoo! group Sahara-update, which gives up-to-date news
- ARSO.org
- Telepolis-Bericht vom 10.06.2005 - "Kampf um die Westsahara"
- Western Sahara Online
- Western Sahara - A Forgotten Country!
- Western Sahara, Landmine Monitor Report 2003



