Demokratische Arabische Republik Sahara

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الجمهورية العربية الصحراوية الديمقراطية
al-Dschumhūriyya al-ʿarabiyya as-sahrāwiyya ad-dīmuqrātiyya
(Details)
Amtssprache Arabisch
Hauptstadt El Aaiun (Laayoune) 1
Staatsform Republik
Regierungschef Abdelkader Taleb Oumar
Fläche 266.000 km²
Einwohnerzahl 267.405 (Stand Juli 2004)
Bevölkerungsdichte 1 Einwohner pro km²
Unabhängigkeit von Spanien am 27. Februar 1976
Währung Marokkanischer Dirham (MAD)
Religion überwiegend Islam
Zeitzone UTC
Nationalhymne
Nationalfeiertag 27. Februar
Kfz-Kennzeichen SH
Internet-TLD .eh (inaktiv, nicht im DNS)
Vorwahl +212 (die Vorwahl von Marokko)
(1)Unter marokkanischer Verwaltung.
Bild:Wi-map.png

Auf dem Gebiet der ehemaligen spanischen Kolonie Westsahara (Spanische Sahara) wurde im Verlaufe des Westsaharakonfliktes 1976 die Demokratische Arabische Republik Sahara (DARS) (auch Arabische Saharauische Demokratische Republik) als souveräner Staat ausgerufen. Er befindet sich in Nordwest-Afrika und grenzt an Marokko, Algerien, Mauretanien und den Atlantik. Bislang ist die DARS nur von einigen meist afrikanischen Staaten anerkannt und das gesamte Gebiet wird fast ausschließlich von der Besatzungsmacht Marokko verwaltet. Die Exilregierung der POLISARIO hat ihren Sitz in Algerien. Die Zukunft des von den UN als nicht-unabhängiges Territorium bezeichneten Gebiets hängt laut internationalem Recht von einem Referendum ab, über dessen Abhaltung bisher keine Einigkeit erzielt werden konnte.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Westsahara liegt bei 24° 30' Nord und 13° 00' West. Das Land liegt im Norden Afrikas, in der Region der westlichen Sahara. Grenzen hat das Land mit Marokko, Algerien, Mauretanien und dem Atlantischen Ozean.

Westsahara teilt sich in das nördliche Drittel Saguia el Hamra und das südliche Gebiet Río de Oro. Es handelt sich um ein heißes, trockenes Wüstengebiet, wobei Kies- und Geröllwüsten gegenüber Sandwüsten überwiegen. Nur im Süden und Nordosten wird die flache Landschaft durch Hügel aufgelockert. Wüstenklima herrscht vor, Regen ist selten und in Küstennähe kommt es häufig zu Nebelbildung. Vegetation ist nur in den Oasen zu finden. Man findet an den trockenen Lebensraum angepasste Tierarten, zum Beispiel Wüstenspringmäuse.

Die größten Städte sind (Volkszählung 2. September 2004):

  1. El Aaiun: 183.691 Einwohner
  2. Dakhla: 58.104 Einwohner
  3. Smara: 40.347 Einwohner
  4. Cabo Bojador: 36.843 Einwohner
  5. El Marsa: 10.229 Einwohner

Siehe auch: Liste der Städte in Westsahara

Bevölkerung

Die Bevölkerung des Landes von 267.405 (S 2004) Einwohnern besteht vor allem aus Arabern und Berbern. Bei den ursprünglich das Gebiet besiedelnden Saharauis handelt es sich um arabische Nomaden, von denen jedoch viele als Flüchtlinge in Algerien leben oder nach Marokko gezogen sind. Sie wurden zum Teil durch marokkanische Neusiedler ersetzt, die durch vielfache Begünstigungen des marokkanischen Staates angelockt wurden. Gesprochen wird überwiegend das marokkanische Arabisch, daneben auch Hassania, die regionale Form des Arabischen. Nahezu 100% der Einwohner sind Muslime.

Geschichte

Phönizische Niederlassungen haben kaum Spuren hinterlassen und erst mit der Einführung des Kamels wurde das Gebiet als Karawanendurchgangsort bedeutend. Nach dem Vordringen des Islam entstanden auf dem Gebiet der heutigen Westsahara islamische Gruppen, die später als Almoraviden einen Großteil Nordafrikas und Südspaniens beherrschten.

1884 riefen die Spanier ein Protektorat über das Gebiet von Cap Bojador bis Cap Blanc aus. 1958 wurden die zuvor getrennten Distrikte Saguia el Hamra und Río de Oro zur Überseeprovinz Spanische Sahara vereinigt. Nach Aufkommen der Frente POLISARIO und dem Tod Francisco Francos verließ Spanien das Gebiet. 1975 zogen im sogenannten Grünen Marsch etwa 300.000 Menschen aus ganz Marokko in die ehemalige Kolonie ein.

Am 27. Februar 1976 wurde von der POLISARIO die Demokratische Arabische Republik Sahara ausgerufen, die Marokko nicht anerkannte.

Marokko annektierte 1976 die nördlichen zwei Drittel des Westsahara-Gebietes und den Rest des Territoriums 1979, nachdem Mauretanien sich aus dem Gebiet zurückgezogen hatte. Bei einem Angriff der marokkanischen Streitkräfte Anfang 1976 starben durch Phosphor- und Napalmbomben etwa 25.000 Sahrauis.

Der endgültige Status des Gebietes ist bis heute ungeklärt, da die Entscheidung darüber von Jahr zu Jahr aufgeschoben wird. Die Demokratische Arabische Republik Sahara existiert als von der Befreiungsbewegung POLISARIO geführte Exilregierung fort. Die Republik ist weltweit von 33 Staaten anerkannt (Stand 2001).

1992 wurde ein Friedensvertrag zwischen Marokko und der Polisario geschlossen, doch bis heute leben etwa 100.000 Menschen in einem Flüchtlingslager nahe der Stadt Tindouf in der algerischen Sahara.

Ein vorgesehenes Unabhängigkeitsreferendum wird von marokkanischer Seite bis heute blockiert.

Siehe auch: Westsaharakonflikt, en:History of Western Sahara


Wirtschaft

Weite Teile des Landes sind wirtschaftlich noch unerschlossen, das Straßennetz ist dünn. Die wesentlichen Wirtschaftszweige sind die Fischerei, der Abbau von Bodenschätzen und der Anbau von Dattelpalmen (Oasenwirtschaft). Die gesamte Wirtschaft wird durch Steuermittel aus Marokko stark subventioniert und im Rahmen der Besiedelung durch Marokkaner kräftig ausgebaut.

Siehe auch: Afrikanische Union, Kolonialismus, MINURSO

Philatelie

Ein philetalistischer Hinweis: Die Briefmarken mit der Aufschrift (West)Sahara OCC RASD sind keine offiziellen Marken, sondern nur Vignetten. Sie werden im Michel nicht geführt und sind nicht von der Besatzungsmacht Marokko sondern von der Exilregierung POLISARIO herausgegeben. Sie haben keine offizielle Frankaturgültigkeit.

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