Trentino

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Trentino
Bild:Italy.Province.Trento.COA.png Bild:Trento posizione.png
Abkürzung: TN
Staat: Italien  Bild:Italien flagge gross.png
Region: Trentino-Südtirol
Hauptstadt: Trient
Oberfläche: 6.206 km²
Einwohner: Total: 477.017
pro km²: 76
Höchster Punkt: Monte Cevedale (3769 m)
Anzahl Gemeinden: 223
Präsident: Lorenzo Dellai
Website: provincia.tn.it

Das Trentino, also das Land von Trient, ist eine Landschaft in Nord-Italien. Heute bildet es politisch die Autonome Provinz Trient mit 6.206 km² und rund 500.000 Einwohnern. Zusammen mit der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol bildet diese die Region Trentino-Südtirol.

Geographie

Bild:Gardaseenord.jpg Das Land ist extrem gebirgig und wird von der Etsch durchflossen. Es bildet einen Teil der Brennerlinie und reicht von der Salurner Klause im Norden bis ca. 15 km vor die Veroneser Klause bzw. bis zum Gardasee Im Süden.

Das Trentino gliedert sich in sechs große Talschaften: In der Mitte von Nord nach Süd das Etschtal (südlich von Trient Val Lagarina z. dt. Lagertal genannt), im Westen das Judikariental (Val Giudicarie) und das Sulztal (Val di Sole), im Osten das Fleimstal (Val di Fiemme) - mit dem Fassatal und die Val Sugana und schließlich im Südwesten zwischen Val Lagarina und Judikarien das untere Sarcatal mit dem Gardasee. Das Val Lagarina/Lagertal und das untere Sarcatal sind die tiefstgelegenen Täler der Alpen. Der höchste Berg des Trentino ist der Monte Cevedale (3.769 m) in der Ortlergruppe, weitere bedeutende Gipfel sind Palon della Mare (3704), Punta San Matteo (3684), Cima Presanella (3556), Monte Care Alto (3462), Marmolata (3342), Cima Tosa (3173), Cimone della Pala (3185), Cima Brenta (3150) und die Spitze Monte Baldo Altissimo (2079). Bild:Riva del Garda.jpg

Touristische Zentren des Trentino sind zunächst Trient selbst, dann die Wintersportorte Madonna di Campiglio, Canazei und San Martino di Castrozza, das Klettererzentrum Arco (dt. Arch) und das Surfeldorado Riva del Garda (dt. Reif am Gardasee).

Im Gegensatz zur Provinz Bozen spricht man im Trentino italienisch, abgesehen von einigen (ehemals) deutschen Sprachinseln im Gebirge (Fersina/Fersental, Luserna/Lusern und Folgaria/Vielgereut). In einigen Tälern, namentlich im Fassatal ist die ladinische Sprache in Gebrauch. In der Zeit des Trientner Konzils im 16. Jhd. war die Bevölkerung des Trient noch zur Hälfte deutschsprachig. Da das Schulwesen aber dem italienischen Klerus unterstellt war, ist die deutsche Sprache im Laufe der Jahrhunderte verdrängt worden. Ende des 19. Jahrhunderts gab es in der Stadt Trient noch ein deutschsprachiges Gymnasium.

Geschichte

Das Trentino wurde 1027 von Kaiser Konrad II. (HRR) dem Herzogtum Baiern unterstellt und somit Teil des deutschen Teils des in Heiliges Römisches Reich umbenannten ehemaligen Ostfrankenreiches. Neben Chiavenna und kurzzeitig Aquileja war es der einzige Teil Italiens, der im Laufe des Mittelalters formell an das Deutsche Reich angegliedert wurde. Lehensnehmer war der Bischof von Trient. Er konnte schon bald einen von Baiern unabhängigen Territorialstaat begründen. Dieser umfasste ursprünglich praktisch das ganze Trentino (abgesehen vom Fassatal, das zum Bistum Brixen gehörte, dem Etschtal südlich von Salurn, das zu Tirol gehörte und von einzelnen Enklaven wie Lodron und Riva). 1518 eroberte Habsburg die "Welschen Confinen", also Rovereto, die östliche Val Sugana und das Tal des Cismon (südlich der Pala). Das Gebiet des Fürstbistums Trient geriet seit etwa 1300 unter starkem Einfluss der Grafen von Tirol. 1803 wurde das geistliche Fürstentum aufgehoben und das Trentino unterstand nunmehr offiziell dem Fürstenhaus der Habsburger. Nach dem Wiener Kongress 1815 wurde es endgültig Tirol angegliedert.

Auch nach dem Krieg von 1866, nach welchem die Habsburger ihre letzten Besitzungen in Italien räumen mußte, blieb das Trentino unter der Herrschaft der Habsburger (Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn). Der italienische Irredentismus legte jedoch Wert darauf, auch das Trentino mit seiner (mehrheitlich) weiterhin italienisch sprechenden Bevölkerung mit dem neu gegründeten Königreich Italien zu vereinen. Dies geschah 1918 nach dem Waffenstillstand am Ende des ersten Weltkriegs bzw. offiziell mit dem nachfolgenden Vertrag von Saint-Germain.

Die geschlossen italienisch- und ladinisch besiedelten Gebietsteile Tirols, also im wesentlichen das Trentino, wurden im 19. Jahrhundert als Welschtirol (auch Welsch-Tirol oder Welschsüdtirol) bezeichnet.



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