Welle (Physik)
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Bild:Wellen.png Eine Welle ist im physikalischen Sinne eine Art der Energieausbreitung: Sobald ein Raumpunkt zwei Energie-Formen annehmen kann, die sich zyklisch ineinander umwandeln können, kann er als Oszillator aufgefasst werden. Eine Welle bedeutet zeitlich und örtlich periodische Veränderungen einer physikalischen Größe g(t,x). Wenn benachbarte Raumpunkte dieselbe Fähigkeit besitzen, und eine Kopplung zwischen den beiden Oszillatoren besteht, dann kann die Energie im Laufe der Zeit von einem zum nächsten Oszillator abwandern, und weiter zu einem dritten, usw. Dieses Ausbreitungs-Phänomen nennt man Welle.
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Anschauliches Modell
Ein einzelnes Pendel führt, wenn man es anstößt, Schwingungen aus. Verbindet man nun mehrere nebeneinander befindliche Pendel durch Gummifäden und stößt ein Pendel an, so werden durch die Gummifäden auch die benachbarten Pendel in Schwingung versetzt, während das anfangs angestoßene Pendel dadurch wieder gebremst wird. So kommt das erste Pendel recht bald wieder zur Ruhe während sich nun weiter entfernte Pendel in Bewegung befinden.
In diesem Modell sind die Pendel das Medium, in dem sich die Welle ausbreitet. Ein einzelnes Pendel ist ein Teilchen dieses Modell-Mediums. Die Gummifäden stellen die Kopplung zwischen den Teilchen dar. Die Fortpflanzung oder Ausbreitung der Pendelbewegung ist die eigentliche Welle.
Der Informationstransport besteht hierbei in der Tatsache, dass ein Beobachter eines entfernten Pendels einen Ausschlag sieht, nachdem das erste Pendel angestoßen wurde (wenn auch mit einem messbaren Zeitversatz).
Der Energietransport ist zu verstehen, wenn man neben einem entfernten Pendel eine Kugel ablegt. Nun kann man durch Anstoßen des ersten Pendels die Kugel am entfernten Pendel (wiederum nach kurzer Zeit) in Bewegung versetzen.
Grundgleichungen
Eine Welle ist charakterisiert durch folgende Größen:
Beispiel: <math>g(x, t) = g_0 \sin\left(2\pi \left(\frac{x}{\lambda} - f t\right) + \varphi_0\right) </math>
Frequenz
Zwischen der Frequenz f der Oszillatoren und der Schwingungsdauer T, d. h. der Zeit, nach der sich die gleiche Schwingungsphase (zeitlich) wiederholt, besteht der Zusammenhang
- <math>f = \frac{1}{T}</math>.
Zwischen der Frequenz f der Oszillatoren und der Wellenlänge λ (Lambda), d. h. der Strecke, nach der sich die gleiche Schwingungsphase (räumlich) wiederholt, besteht der Zusammenhang
- <math>c = \lambda \cdot f </math>,
wobei <math>c</math> die Phasengeschwindigkeit der Welle ist.
Amplitude
Die Amplitude (Auslenkung) ist ein Maß dafür, wie stark eine Welle ist. (im Beispiel g0) Amplitude = Maximale Auslenkung
Phase
Die Phase einer Welle gibt an, in welchem Abschnitt innerhalb einer Periode sich die Welle zu einem Referenzzeitpunkt befindet. (im Beispiel ist <math>\varphi_0</math> die Phase zum Zeitpunkt t=0 und am Ort x=0)
Allgemeine Wellengleichung
Die Welle ist einerseits eine Funktion von Ort x, jedoch nur zu einem bestimmten Zeitpunkt t0. Daher müssen beide Gleichungen in Verbindung gebracht werden: <math> S(t,x) = S_{\rm max} \cdot \sin\!\left(2\pi\left(\frac{t}{T} - \frac{x}{\lambda}\right)\right)</math>
<math>S</math> = Auslenkung
<math>S_{\rm max}</math> = Amplitude
<math>t</math> = Zeitpunkt
<math>T</math> = Periodendauer
<math>x</math> = Ort
<math>\lambda</math> = Wellenlänge
Wellenform
Die Wellenform gibt an, wie eine Welle aussieht. Eine häufige Wellenform ist die der harmonischen Schwingung, also eine Sinus-förmige Welle. Alle beliebigen Wellen(formen), im mathematischen Sinn jede Funktion, lassen sich durch Kombination von Sinuswellen erzeugen (siehe Fourier-Transformation).
Wellengleichung
Die Ausbreitung einer Welle wird mathematisch durch Wellengleichungen beschrieben.
Wellentypen
- Transversalwelle (Querwelle) [(1)&(2)]: Eine Transversalwelle ist eine Welle, bei der Auslenkung und Ausbreitungsrichtung senkrecht aufeinander stehen.
- Longitudinalwelle (Längswelle) [3]: Bei einer Longitudinalwelle sind Ausbreitungsrichtung und Auslenkung parallel zueinander.
Man Unterscheidet außerdem:
- Druckwellen: Der Druck eines Mediums oszilliert in einer bestimmten Frequenz. Ein Beispiel hierfür ist Schall.
- Oberflächenwellen: Die Oberfläche eines Mediums oszilliert in einer bestimmten Frequenz, meist unter Einwirkung der Gravitation oder der Oberflächenspannung. Ein Beispiel hierfür sind Wasserwellen (Seegang).
- Elektromagnetische Wellen: Energie-Quanten (Elektronen, Photonen) verhalten sich auch wie Wellen (siehe Welle-Teilchen Dualismus). Einfache Beispiele sind Licht und Rundfunk.
Beispiele
Stehende Welle: Bei Überlagerung zweier sich ausbreitender Wellen derselben Frequenz und Amplitude kommt es durch Überlagerung (dh Superposition) zur Ausbildung von stehenden Wellen, die sich nicht ausbreiten, sondern räumlich konstante Schwingungsmuster bilden: An den sogenannten Bewegungsbäuchen schwingen sie mit der verdoppelten Amplitude und der ursprünglichen Frequenz, an den dazwischenliegenden Bewegungsknoten ist die Amplitude Null. Diese Erscheinung wird als Interferenz bezeichnet. Sie tritt insbesondere vor einer reflektierenden Wand auf oder auch zwischen zwei passend abgestimmten Wänden, die gemeinsam einen Resonator bilden.
Seegang: Energieformen: Lageenergie des Wassers und Bewegungsenergie des Wassers. Sonderfall: Bei Überlagerung zweier Wellenzüge ähnlicher Amplitude (das heißt hier: Wellenhöhe) aus unterschiedlicher Richtung spricht man von Kreuzsee, wobei sich zeitweise auch stehende Wellen (siehe oben) ausbilden können.
Schallwellen: Energieformen: Druck und Schnelle der Luft.
Elektromagnetische Wellen (z. B. Licht): Energieformen: elektrische Feldenergie und magnetische Feldenergie. Sie können jedoch im Rahmen des Welle-Teilchen-Dualismus auch Teilchencharakter zeigen.
Autowellen Energieformen: Ionenströme an biologischen Membranen und Redoxreaktionen in chemischen Diffusions-Reaktions-Gemischen
Phänomene aus dem Bereich der Wellenlehre
- Stehende Wellen
- Welle-Teilchen-Dualismus
- Wellenausbreitung in Hohlleitern
- Beugung
- Interferenz
- Polarisation
- Longitudinal- und Transversalwellen
- Elektromagnetische Wellen
- Schwingung
- Druckwelle (sich fortpflanzende Druckschwankungswelle)
- Schall (Schallwellen: sich fortpflanzende Schwingungen in Medien)
- Wasserwelle (eine sich fortpflanzende Schwingung oder Erhebung in Gewässern)
- Tsunami (Durch Seebeben verursachte langwellige Transversalwelle die in Küstengebieten sehr große Schäden anrichten kann)
- Seismische Welle (Welle in der Seismik verschiedene, sich im Erdkörper fortpflanzende Longitudinal- oder Transversalwellen)
- Stoßwelle (explosionsartige Druckwellen)
- Doppler-Effekt (Verschiebung der Wellenlänge bei sich relativ zueinander bewegenden Objekten)



