Weihnachtsbaum
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Der Christbaum, auch Weihnachtsbaum genannt, ist ein typischer Weihnachtsbrauch, bei dem ein Baum in die Wohnung gestellt und geschmückt wird.
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Nadelbäume
Hauptsächlich werden Tannen als Weihnachtsbaum genutzt, doch Fichten und andere Nadelbäume sind heute ebenfalls weit verbreitet. In Deutschland wird überwiegend (rund 16 Millionen Stück jährlich) die Nordmanntanne als Weihnachtsbaum verwendet. Ihr Anbau findet überwiegend auf landwirtschaftlichen Flächen im Sauerland sowie in Schleswig-Holstein und Dänemark statt, wobei Dänemark mit einem Import von mehr als 10 Millionen Stück Marktführer ist.
In anderen Ländern werden auch vielfach künstliche Christbäume aus Metall und/oder Kunststoff verwendet, die meist zusammenlegbar und wiederverwendbar sind.
Baumschmuck
Geschmückt wird der Weihnachtsbaum mit bunten Glaselementen (sog. Christbaumkugeln) verschiedener Formen (z.B. Weihnachtsgurken oder Nikolausfiguren), Kerzen, Lametta, Strohsternen, kleinen Figuren sowie Süßigkeiten und auf die Spitze wird meist ein Stern (Stern von Betlehem) oder ein Engel gesetzt. Unter dem Baum wird häufig eine Krippe aufgestellt und daneben die Weihnachtsgeschenke hingelegt.
Aufbau und Beseitigung
Der Weihnachtsbaum wird in der Adventszeit bzw. am Heiligen Abend aufgestellt. Während er im evangelischen Raum traditonellerweise zum Epiphanias-Fest spätestens am 6. Januar abgeschmückt und entfernt wurde, blieb er in katholischen Familien oft bis zum Fest der Darstellung des Herrn (Lichtmess, 2. Februar), das das Ende der Weihnachtszeit bedeutete stehen; seit der Liturgiereform, die diese Zeit mit dem Fest der Taufe des Herrn, also am ersten Sonntag nach Epiphanias, enden lässt, wird auch ein langsamer Wandel des Brauches im katholischen Umfeld sichtbar.
Weihnachtsbaumständer
Ein Christbaumständer oder Weihnachtsbaumständer dient zum Arretieren des Weihnachtsbaums in einer senkrechten Position. Er besteht aus einer meist runden Form, ähnlich einem großen Blumentopf, die mit Wasser gefüllt werden kann und einer Haltevorrichtung aus Metall, die sich in der Form befindet.
Das Arretieren wird durch unterschiedliche Verfahren erreicht. Manche Christbaumständer halten den Baum mittels Schrauben, andere nutzen ein Drahtseil zum Festspannen.
Geschichte
Bild:Tannenbaum.jpg Die Entwicklung des Christbaumes hat keinen eindeutigen Anfang, sondern setzt sich aus Bräuchen verschiedener Kulturen zusammen. In immergrünen Pflanzen steckt Lebenskraft und darum glaubte man, Gesundheit ins Haus zu holen, wenn man sein Zuhause mit Grünem schmückte. Bereits die Römer bekränzten zum Jahreswechsel ihre Häuser mit Lorbeerzweigen. Einen Baum zur Wintersonnenwende zu schmücken, ehrte auch im Mithras-Kult den Sonnengott. Auch in nördlichen Gegenden wurden im Winter schon früh Tannenzweige ins Haus gehängt, um bösen Geistern das Eindringen und Einnisten zu erschweren und das Grün gab Hoffnung auf die Wiederkehr des Frühlings.
Schon im Mittelalter bestand vielerorts der Brauch, zu bestimmten öffentlichen Festlichkeiten ganze Bäume zu schmücken, wie zum Beispiel der Maibaum oder Richtbaum. Zu Weihnachten wurden in der Kirche Paradies-Spiele aufgeführt, zu denen ein Paradiesbaum, der durchaus auch ein Laubbaum sein konnte, mit Äpfel behängt wurde. Der Apfel diente dabei als Zeichen der verbotenen Frucht und erinnerte an den Sündenfall und an die Befreiung des Menschen von der Erbsünde durch Jesus Christus. Noch bis ins 19. Jahrhundert schmückte man in Norddeutschland seinen Christbaum mit Adam und Eva, inklusive der Schlange, aus Holz oder gebacken.
Die erste Erwähnung eines Christbaumes stammt aus dem Jahr 1419. Die Freiburger Bäckerschaft hatte einen Baum mit allerlei Naschwerk, Früchten und Nüssen behängt, den die Kinder nach Abschütteln an Neujahr plündern durften.
Erst über hundertzwanzig Jahre später, 1539, gibt es wieder einen urkundlichen Beleg, dass im Straßburger Münster ein Weihnachtsbaum aufgestellt wurde.
Die Zünfte und Vereine waren es schließlich, die ein immergrünes Bäumchen in die Zunfthäuser stellten. 1605 schmückte man ihn mit Süßem und Äpfeln, woraus sich der Christbaumkugel-Brauch entwickelte. 1611 schmückte Herzogin Dorothea Sybille von Schlesien den ersten Weihnachsbaum mit Kerzen.
Um 1830 wurden die ersten Christbaumkugeln geblasen. Nach und nach wurde die Sitte der Stubenbegrünung auch beim gewöhnlichen Volk beliebt und diese holten Zweige und 'Dannenreisig' ins Haus.
Die Kirche, der große Waldgebiete gehörten, schritt gegen das Plündern des Waldes zur Weihnachtszeit ein und billigte diesen "heidnischen" Brauch nicht. Mit der Zeit aber musste sie langsam ihren Widerstand gegen diesen Brauch aufgeben. Als die Reformatoren den Christbaum zum Weihnachtssymbol des 'rechtgläubigen' Protestanten erklärten und sich dadurch von der katholischen Sitte des Krippen-Aufstellens abgrenzten, trat der Christbaum seinen Siegeszug an. Die Auswanderer des 18. Jahrhunderts nahmen den Brauch mit nach Amerika. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts trat der Weihnachtsbaum auch in den katholischen Regionen Deutschlands und Österreich seinen Siegeszug an. Der erste Weihnachtsbaum in Wien wurde 1816 von Henriette von Nassau-Weilburg, der Gattin Erzherzog Karls, aufgestellt.
Da Tannenbäume in Mitteleuropa selten waren, konnten sich diese zunächst nur die begüterten Schichten leisten und die Stadtbevölkerung musste mit Zweigen und anfallendem Grün auskommen. Erst als ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vermehrt Tannen- und Fichtenwälder angelegt wurden, konnte der städtische Bedarf gedeckt werden.
Der Lamettabrauch wurde 1878 als Neuerung in Nürnberg entwickelt. Als Christbaumbehang symbolisiert Lametta der Tradition nach die Optik von glitzernden Eiszapfen.
Höchster Weihnachtsbaum
Bild:Weihnachtsbaum Dortmund.JPGBild:General Grant tree.jpgDie Frage nach dem höchsten Weihnachtsbaum der Welt ist nicht eindeutig zu beantworten, weil es sehr auf die Definition ankommt:
Natürliche Weihnachtsbäume
- Die größte als Weihnachtsbaum geschmückte Konifere war eine 1950 in Seattle aufgestellte Douglasie von 67,36m Höhe (221 Fuß).
- Im Styx Forest in Tasmanien wurde am 20. Dezember 1999 ein 80m (262ft) hoher Eucalyptus regnans mit 3000 Lichtern geschmückt und als größter Weihnachtsbaum aller Zeiten bezeichnet. Die Aktion diente als Werbung für den Schutz bedrohter Urwälder.
- Der General Grant Tree im Sequoia National Park ist mit über 267 Fuß (81,38 m) der dritthöchste Mammutbaum der Welt. Er wurde am 28. April 1926 von Präsident Calvin Coolidge zum Nation's Christmas Tree bestimmt.
Künstliche Weihnachtsbäume`
- Auf dem Weihnachtsmarkt in Dortmund wird jedes Jahr ein 45m hoher künstlicher Baum aufgebaut. An einem konisch zulaufenden Stahlgestell werden einzelne Tannenbäume befestigt, so dass hinterher ein sehr großer Weihnachtsbaum entsteht. Der Weihnachtsbaum wird durch eine eigene Sprinkleranlage geschützt.
- In der Brasilianischen Stadt Itu gibt es einen 84m hohen Weihnachtsbaum aus Stahl.
- In Gubbio in der italienischen Region Umbrien wird seit den 1980er Jahren am Hang des Monte Ingono jährlich ein 800m hoher und 400m breiter Weihnachtsbaum aus 450 farbigen Lichtern gebildet, der aus ca. 50km Entfernung zu sehen ist. Das Guinnness Buch der Rekorde von 1991 verzeichnet ihn als größten Weihnachtsbaum der Welt
Literatur
- Cullmann, Oscar: Die Entstehung des Weihnachtsfestes und die Herkunft des Weihnachtsbaumes; Stuttgart: Quell-Verlag, 19944; ISBN 3-79182326-4 (eine sehr solide und allgemeinverständliche Erklärung des Weihnachtsfestes, etwa die Hälfte des Buches ist dem Thema Christbaum gewidmet)
- Hubka, Christine: Der Christbaum ist im Paradies gewachsen: Adventkranz, Christbaumschmuck und Weihnachtskrippe erzählen ihre Geschichten; Limburg-Kevelaer: Lahn-Verlag; Innsbruck-Wien: Tyrolia-Verlag; 2001; ISBN 3-7840-3231-1 (Lahn) bzw. ISBN 3-7022-2391-6 (Tyrolia)
| Bild:Wiktionary-logo-en.png | Wiktionary: Weihnachtsbaum – Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen |



