David Wechsler
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David Wechsler (* 12. Januar 1896 in Lespedi, Rumänien; † 2. Mai 1981 in New York, USA) war ein US-amerikanischer Psychologe, der sich mit der Intelligenzmessung beschäftigte.
Inhaltsverzeichnis |
Leben
Wechsler studierte am 'City College' von New York und anschließend an der Columbia University, wo er 1917 seinen Master machte. Im gleichen Jahr wurde er durch die Armee der USA als Psychologe im Camp Logan (Texas) eingesetzt. Er setzte seine Studien an der University of London fort, wo er mit dem Psychologen Charles Spearman und dem Mathematiker Karl Pearson zusammenarbeitete. Von 1922 bis 1925 war er Psychologe in der Erziehungsberatung (Child Guidance Clinic) der Stadt New York. Nach seiner Promotion 1925 unter Robert S. Woodworth an der Columbia wurde er 1925-27 Sekretär der 'Psychological Corporation'. 1932 bis 1967 arbeitete er als Chef-Psychologe an der Bellevue Psychiatrischen Hospital in New York. Ab 1933 war er zudem Professor für klinische Psychologie am Medizinischen College der University of New York.
Werk
Während des 1. Weltkriegs half er Edwin Garrigues Boring (1886-1968), die Armee-Rekruten mit Hilfe des Army Alpha Tests zu bewerten. Der war dazu ausgelegt, die künftigen Fähigkeiten der Soldaten einzuschätzen und ihren besten Einsatzbereich zu bestimmen. Seine Beobachtungen zu den Schwächen des Alpha Tests brachten ihn zu der Schlussfolgerung, dass die akademische Definition der Intelligenz nicht auf den Alltag anwendbar war. Ihm wurde bewusst, dass eine angemessene Definition der Intelligenz sich stärker an beobachtbaren Kriterien orientieren musste. Er betrachtete die Zweifaktoren-Theorie von Charles Spearman als zu vereinfachend. Für ihn ist Intelligenz "die zusammengesetzte oder globale Fähigkeit des Individuums, zweckvoll zu handeln, vernünftig zu denken und sich mit seiner Umgebung wirkungsvoll auseinanderzusetzen."
Statt des Bezugs auf ein Intelligenzalter (IA) nach Alfred Binet oder des IQ nach William Stern (Intelligenzalter durch Lebensalter x 100) schlug Wechsler 1932 die Ermittlung des Intelligenzquotienten als so genannten Abweichungs-IQ mit einem Mittelwert von 100 und einer Standardabweichung von 15 vor. Er wird über die Testwerte einer repräsentativen Vergleichsgruppe ermittelt und dem Rohwert über Tabellen zugeordnet. Neben der wesentlich einfacheren Ermittlung erlaubt der Abweihungs-IQ den Vergleich der Intelligenz über verschiedene Altersgruppen hinweg. Dieser Abweichungs-IQ ist heute die Skala in allen gebräuchlichen Intelligenztests, so sie einen IQ angeben.
1938 (1939?) entwickelte er eine Testbatterie, die unter dem Namen (Wechsler) Bellevue Intelligence Scale (WBIS) bekannt wurde. Viele Teile der Testbatterie waren bereits vorher in anderen Zusamenhängen im Gebrauch: so der bekannte Mosaiktest als 'block design test' von Kohs (1923). Diese Konstruktion erlaubt es, neben einer Schätzung der Gesamtintelligenz auch die individuellen Stärken und Schwächen einzuschätzen. Ursprünglich war der Test für den kliniischen Gebrauch bei Erwachsenen konzipiert. Der Test wurde schnell zu dem verbreitetsten Intelligenztest in den USA. Wechsler revidierte ihn 1942.
1949 veröffentlichte er die Wechsler Intelligence Scale for Children (WISC) (revidiert 1974). Im Jahr 1955 entwickelte er einen weiteren Intelligenztest für Erwachsene, die Wechsler Adult Intelligence Scale (WAIS), die Anleihe nimmt an derselben Struktur wie die WBIS, aber den verschiedenen Gruppen der Bevölkerung mehr Rechnung trägt (z.B. mit 10 Prozent Nichtweiße in der vergleichsgruppe). Diese Skala wurde 1981 revidiert. Sein letzter Test, die Wechsler Preschool and Primary Scale of Intelligence (WPPSI) für sehr junge Kinder, wurde 1967 veröffentlicht.
Alle Wechslertests sind aus einem Verbalteil und einem Handlungsteil zusammengesetzt.
Nach Deutschland wurde von Curt Bondy 1956 die WAIS als HAWIE (Hamburg-Wechsler-Intelligenztest für Erwachsene) und 1957?1966 die WISC als HAWIK (Hamburg-Wechsler-Intelligenztest für Kinder) übertragen. Der HAWIE wird aktuell als HAWIE-III, der HAWIK als HAWIK-III angewandt.
In Anlehnung und Kritik der Wechsler-Tests wurde in Österreich durch Kubinger das 'Adaptive Intelligenz Diagnostikum' (AID, inzwischen AID-II) und in den USA die 'Kaufman Assessment Battery for Children' (K-ABC, auch in Deutsch) entwickelt. Beide Tests zeigen neben erheblichen eigenständigen Entwicklungen immer noch deutliche Spuren ihrer Herkunft aus der Wechsler-Reihe.
Literatur
- Wechsler, David (1964). Die Messung der Intelligenz Erwachsener (HAWIE). Bern, Stuttgart: Huber
Weblink
- [1] David Wechsler (englisch)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Wechsler, David |
| ALTERNATIVNAMEN | |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer |
| GEBURTSDATUM | 12. Januar 1896 |
| GEBURTSORT | Lespedi, Rumänien |
| STERBEDATUM | 2. Mai 1981 |
| STERBEORT | New York, USA |



