Webbrowser
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Webbrowser oder Browser [ˈbɹaʊ̯zə˞] (engl. für "Stöberer") sind Computerprogramme zum Betrachten von Webseiten im Internet. Neben HTML-Seiten können sie verschiedene andere Arten von Dokumenten anzeigen.
Ursprünglich bezeichnet der aus dem Englischen entlehnte Begriff browsen (engl. to browse = stöbern, sich umsehen, schmökern) am Computer lediglich das Benutzen von Navigationselementen (Vor, Zurück, Index, ...) zum Lesen von Texten. Erweitert wurde dieser Begriff später durch das Aufkommen von Hypertext, bei dem man bestimmte, als Querverweis ("Hyperlink") wirkende Wörter auswählen kann, um zu einem anderen Text zu gelangen. Später kamen dann Funktionen zum Bildbetrachten dazu und auch so genannte verweissensitive Grafiken, bei denen man auf einer Computergrafik einen Bereich (zum Beispiel bei einer Weltkarte) anklickt und dadurch zu einer Seite über ein bestimmtes Land gelangt.
Mit dem Trend zu Multimedia wurde der Browser eine der zentralen Schnittstellen auf einem PC. Man kann verschiedene Medien abspielen lassen, wie Musik oder Radio. Zudem lassen sich Programme oder Dateien auf den PC laden, um sie dort zu speichern und gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt zu öffnen und auszuführen. Insbesondere die Verbreitung von Breitband-Internetzugängen förderte diese zentralen Funktionen heutiger Browser. Somit verschwimmt zunehmend auch der Unterschied zu einem Dateimanager, der ursprünglich ausschließlich zum Öffnen, Kopieren oder Löschen von Dateien verwendet wurde. Viele Dateimanager haben heute auch Browser-Funktionen (Datei-Browser) und können auch zum Anzeigen von Dokumenten verwendet werden.
Neben den unterstützten Dateiformaten wurden auch die Funktionen erweitert. So unterstützen viele Browser neben HTTP auch unter anderem die Protokolle FTP und Gopher. Einige Browser haben auch Funktionen für E-Mail oder Usenet. Andere Browser decken diese Funktionen durch externe Programme ab.
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Geschichte
Tim Berners-Lee, ein Pionier der Verwendung von Hypertext, schuf 1990 den ersten Webbrowser unter dem Namen WorldWideWeb und präsentierte im März 1991 dieses Programm am CERN.
Große Verbreitung fanden Browser mit dem NCSA Mosaic, einem Browser mit grafischer Benutzeroberfläche (GUI), der ursprünglich auf Unix lief, aber bald schon auf Apple Macintosh und Microsoft Windows portiert wurde. Die Version 1.0 von Mosaic erschien 1993. Marc Andreessen, der das Entwicklerteam leitete, gründete kurz danach die Netscape Communications Corporation.
Netscape brachte seinen Navigator im Oktober 1994 auf den Markt. Aufgrund des Erfolgs des Navigators brachte Microsoft, das bis dahin das Internet unterschätzt hatte, seinen Internet Explorer heraus, der nicht selbst entwickelt, sondern von der Firma Spyglass eingekauft worden war. Dies war der Beginn des so genannten Browserkriegs zwischen Microsoft und Netscape.
Eine Folge des Browserkriegs war es, dass Browser sich stark verbreiteten, während andererseits die Konkurrenz zwischen Microsoft und Netscape dazu führte, dass es keine Unterstützung der technischen Standards gab, da beide Firmen in ihrem Wettkampf um Marktanteile selbsterfundene Erweiterungen in ihre Programme integrierten. Ab 1998 ging der Marktanteil von Netscape deutlich zurück - auch weil Microsoft dazu über ging, den Internet Explorer eng mit dem eigenen Betriebssystem Microsoft Windows zu verzahnen. In den folgenden Jahren wurde Microsoft mit einem Marktanteil von über 90 Prozent annähernd zum Monopolisten auf dem Browsermarkt.
Netscape reagierte darauf, indem es sich zu einem quelloffenen Projekt veränderte - unter dem Namen Mozilla. Dennoch ging der Marktanteil von Netscape weiter zurück, bis das Unternehmen Ende 1998 von America Online (AOL) aufgekauft wurde. Neue Versionen von Netscape (Netscape 6.0, Netscape 7.0) hatten nur bescheidenen Erfolg. Dafür gewann der Mozilla-Browser ab 2002 langsam aber allmählich Marktanteile zurück, vor allem durch technische Vorzüge und durch Vorteile bei der Bedienung und der Sicherheit.
Der Browser Opera, ein kleines und anpassungsfähiges Programm, erschien 1996 und hat sich seither vor allem in Europa eine Nische gesichert.
Arten
Man unterscheidet zwischen textbasierten und grafischen Browsern.
Textbasierte Browser können nur einfachen Text und Textformate wie HTML oder XML interpretieren und darstellen. Meist ermöglichen sie Computergrafik-Dokumente abzuspeichern oder mit externen Programmen darzustellen. Textbrowser sind besonders für Blinde nützlich, die das Internet barrierefrei nutzen wollen. Mit ihnen kann Text leicht in Sprache umgewandelt werden. Sie eignen sich besonders zur schnellen Recherche, da Bilder, Werbung u.ä. gar nicht geladen werden.
Beispiele für textbasierte Browser: Links, Lynx und w3m.
Grafische Browser setzen zumindest ein grafikfähiges Ausgabegerät voraus. Sie sind die meistverwendete Browser-Art und für alle Betriebssysteme mit einer grafischen Benutzeroberfläche (zum Beispiel Windows, Macintosh oder Unix mit X11) verfügbar. Grafische Browser zeigen Inhalte wie Computergrafiken, Filme oder Java-Applets überwiegend selbst an oder benutzen dazu externe Bausteine, so genannte Plugins.
Manche Browser (wie Mozilla oder Opera) werden heute als Browser-Garnitur mit integrierten Funktionen für zum Beispiel E-Mail und Usenet ausgeliefert, andere (wie Internet Explorer und Konqueror) sind kombinierte Browser und Dateimanager. In den letzten Jahren hat eine Gegenbewegung eingesetzt, die sich für Browser ohne solche Zusatzfunktionen einsetzt, wie z.B. Galeon ("the web, only the web") und Firefox.
Der marktbeherrschende Browser ist momentan (2005) der von Microsoft produzierte Internet Explorer. Die größten Konkurrenten zu Microsoft im Bereich Browser sind derzeit das Mozilla-Projekt (Mozilla Application Suite, Firefox und Camino), Opera Software ASA (Opera), KDE (Konqueror) und Apple (Safari). In vielen Statistiken wird festgestellt, dass immer mehr Benutzer Firefox oder Mozilla als Alternative zum Internet Explorer verwenden.
Eine spezielle Gruppe von Webbrowsern stellen die Robots dar. Dies sind Programme, die das World Wide Web mit bestimmten Aufgaben durchforsten. Beispiele sind Robots für Webcrawler von Suchmaschinen.
Moderne mobile Endgeräte (PDAs, Smartphones) verfügen ebenfalls über Browsersoftware, mit denen sie das World Wide Web benutzen können.
Zwischenspeicherung von Internetdateien
Der Browser speichert gegebenenfalls für einen begrenzten Zeitraum Seiten und Bilder auf der Festplatte des eigenen Arbeitsplatzes zwischen, um die Transferleitung von Datenverkehr zu entlasten und um den Seitenaufbau zu beschleunigen. Dabei sind meistens benutzerspezifische Einstellungen möglich, wann diese Daten letztendlich gelöscht werden sollen. Ein Nachteil dieses Verfahrens ist, dass unter Umständen nicht die aktuelle Fassung einer gewünschten Seite angezeigt wird.
Es gibt Tastaturbefehle, um die zwischengespeicherten Seiten und Bilder zu löschen und eine aktuelle Fassung der angezeigten Seite zu laden: Mozilla: Strg-R oder Strg-F5, Internet Explorer: Strg-F5 (Strg-R oder einfach F5 aktualisieren die Seite auch, aber nur, wenn sie anhand ihrer Zeitmarkierung als veraltet eingestuft wird), Opera: Strg-R oder F5, Safari: cmd-R, Konqueror: Strg-R
Siehe auch
Liste von Webbrowsern - Browserkrieg - Browserspiele - Cookie - Favicon - Offlinebrowser - URI - Browsersignatur
Weblinks
- Browser-Update.info Übersicht und detaillierte Beschreibung aller aktuellen Browser
- MultiOS Browser-Test-Website
- Testberichte zu diversen Browsern
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