Wasserscheide

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Bild:Wasscherscheiden.png Bild:Wasserscheide01.jpg Die Wasserscheide ist der Grenzverlauf der Einzugsgebiete für das abfließende Wasser zweier oder mehrerer benachbarter Flußsysteme.

Inhaltsverzeichnis

Formen der Wasserscheiden

Meist stellt sich eine Wasserscheide als Höhenzug dar, sog. Kammwasserscheide, bei dem das Wasser in zwei unterschiedliche Richtungen abfließt. Bei Maloja im Engadin gibt es die seltene Konstellation der dreifachen Wasserscheide, an der die Flüsse in drei Meere fließen.

Es gibt jedoch auch Wasserscheiden, die aufgrund des Geländes nicht erkennbar sind, da sie im Boden verborgen liegen. Dies ist der Fall, wenn die Schichten des Untergrundaufbaues so gelagert sind, dass eine Entwässerung entgegen der geneigten Richtung der Oberfläche erfolgt; dies wird als Grundwasserscheide bezeichnet. Unterirdische und oberirdische Wasserscheiden können verschiedene Lagen haben.


Liegt der Grenzverlauf der Wasserscheide auf der Talsohle, spricht man von einer Talwasserscheide. Beispiele sind der Kartitscher Sattel im Gailtal in Osttirol, der die Wasserscheide zwischen Gailbach und Gail bildet, oder die Wasserscheide zwischen Innichen und Toblach in Südtirol, wo die Drau in das Schwarze Meer und die Rienz in die Adria entwässert.

Europäische Wasserscheide

Die große Europäische Wasserscheide trennt die Zuläufe von Atlantik/Nordsee/Ostsee und Mittelmeer/Schwarzem Meer.

Sie verläuft von Gibraltar, durch Spanien, um das Quellgebiet des Ebro in das Baskenland, entlang des Haupkamms der Pyrenäen nach Andorra, von dort nach Frankreich zur Scheitelhaltung des Canal du Midi, durch den Massif Central, zwischen den Quellen von Allier/Loire und Ardèche, dann nach Norden zu den Quellen von Saône, durch die Scheitelhöhe des Rhein-Rhône-Kanals in die Schweiz, zwischen dem Genfersee und dem Lac de Neuchâtel, über die Kämme der Berner Alpen zum Sankt Gotthard, in die Tessiner Alpen (wo sich westlich des Malojapasses die Wasserscheide Mittelmeer-Schwarzes Meer abspaltet), über Julierpass, zwischen Davos und Zernez über Piz Buin nach Österreich und von dort zum Arlberg, in den westlichen Allgäuer Alpen nach Deutschland, nördlich vom Bodensee in den Schwarzwald, über die Schwäbische Alb, durch die Scheitelhöhe des Main-Donau-Kanals und die Fichtelgebirge in den Böhmerwald und úber die Böhmisch-Mährische Höhen ins Glatzer Schneegebirge (wo sich die Wasserscheide Nordsee-Ostsee abspaltet) und dann über die Beskiden, die Mährische Pforte in die Karpaten bis zum Quellgebiet von Dnister und dann nördlich der Quellgebiete von Dnepr und Don und schließlich östlich davon quer über den Wolga-Don-Kanal zum Kaukasus.

In Deutschland trennt sie die Zuläufe von Rhein/Elbe und Donau.

Allerdings gibt es dabei auch Unregelmäßigkeiten: So fließt auf Grund der Donauversickerung ein Teil des Donauwassers bei Immendingen in den Aachtopf und von dort in den Rhein und überwindet so unterirdisch die Europäische Wasserscheide.

Bedeutung von Wasserscheiden

Für die Ökologie sind Wasserscheiden von großer Bedeutung, denn sie sind die Grenzen, anhand derer man den Eintrag an Stoffen in das Wasser abschätzen kann. Dies gilt auch für Wasserverschmutzung. Auch werden aufgrund der Grenzen eines Einzugsgebiets verschiedene ökologische Regionen festgelegt.

Politisch können Wasserscheiden von Bedeutung sein, vor allem in Regionen in denen Wasser nur begrenzt vorhanden ist, denn sie bilden auch oft eine politische Grenze.

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