Wasserhahn (Technik)

aus Freepedia, der freien Wissensdatenbank

Bild:Wasserhahn.jpg Bild:Tap with trops.jpg Bild:Wasserhahn fcm.jpg

Unter einem Hahn versteht man in der Regel einen Wasserhahn.

Allerdings ist diese Bezeichnung technisch falsch. Unsere Wasserhähne müssten eigentlich Ventile heißen, da ein Ventil (Platte mit Spindel) senkrecht auf eine Dichtfläche gedrückt wird. Der Einbau eines echten Absperrhahnes in die Rohrleitung führt beim Schließen des Hahns zu Druckstößen, weil die Drehung des Griffs um 90° schnell ausgeführt wird. Aus diesem Grunde waren früher Wasserhähne in der Trinkwasserleitung nicht erlaubt. Heute hat man das Problem im Griff, weshalb Hähne wie Ventile in der Hausanlage als Absperrarmaturen in Rohrleitungen, jedoch nicht als Auslaufarmaturen zugelassen sind. In Ausnahmefällen können in großen technischen Anlagen Hähne verwendet werden, die mittels eines Planetengetriebes verzögert den Rohrquerschnitt verschließen.

Auch die neueren "Wasserhähne" in Küche und Bad (Einhandmischer) (Einhebelmischer) sind keine Hähne sondern eigentlich Schieber. Hier werden zwei parallele Platten mit einem oder zwei Bohrungen (Löcher) übereinander verschoben. Liegen diese Bohrungen übereinander, so kann das Wasser fließen. Alternativ kann auch eine gelochte Kugel zum Einsatz kommen. Hier ist das Prinzip ähnlich. Durch Verschieben der Öffnungen fließt je nach Stellung Kaltwasser, Warmwasser oder eine Mischung beider Wässer.

In einigen Teilen Deutschlands (zum Beispiel: Köln, Münster) nennt man den Wasserhahn auch Wasserkran.

In Deutschland sind sogenannte Mischbatterien üblich. Immer häufiger sind Einarmmischbatterien oder Einhandmischer. In Großbritannien ist es üblich zwei Wasserhähne (einen für kaltes und einen für warmes Wasser) separat anzubringen. Das hat den Nachteil, dass man sich für kaltes oder heißes Wasser entscheiden muss und die Temperatur nicht wählen kann. Grund dafür ist der dort geringere Druck des Heißwassers. Eine richtige Mischbatterie würde das Mischen sehr schwierig machen, und schlimmstenfalls würde das heiße Wasser durch das kalte Wasser wieder in die Leitung zurückgepresst werden. Deshalb gibt es "Quasi-Mischarmaturen". Diese sehen aus wie gewöhnliche Mischer, haben aber zwei getrennte Leitungen. Das Wasser läuft also getrennt aus einem Hahn - entweder nebeneinander oder sogar ineinander.

In der italienischen Gemeinde San Maurizio d'Opaglio befindet sich ein Museum des Wasserhahns (Museo del Rubinetto). Der Ort wurde im 20. Jahrhundert als "Hauptstadt des Wasserhahns" bekannt.

Siehe auch: Durchflussbegrenzer



Views
'Persönliche Werkzeuge
Werkzeuge
Andere Sprachen
Ähnliche Links