Wanderheuschrecken
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Als Wanderheuschrecken bezeichnet man zehn Arten in der Familie der Feldheuschrecken (Acrididae), die bei Massenauftreten ganze Landstriche verwüsten können. Sie kommen in zwei Formen vor, die "stehende" Form (Solitaria) tritt bei knappem Nahrungsangebot auf und die Tiere sind kleiner als bei der umherziehenden Form. Wenn jedoch Nahrung reichlich vorhanden ist, entwickeln sie sich zur Wanderform (Gregaria) und ziehen in großen Schwärmen (max. 250 Milliarden Tiere) in eine bestimmte Richtung. Diese Schwärme können mit ihrer Gefräßigkeit ganze Ernten vernichten, was für Millionen Menschen eine Hungersnot bedeuten kann. Daher spricht man auch von einer Heuschreckenplage.
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Haltung
Viele Halter von Terrarientieren (besonders Reptilien) züchten das Lebendfutter ihrer Tiere gleich selber. Wanderheuschrecken sind neben Grillen, Schaben und Mehlwürmern das Hauptfutter fleischfressender Haus-Reptilien.
Wanderheuschrecken hält man in einem gut durchlüfteten Terrarium, aus welchem die Tiere nicht entweichen können. Gefüttert werden sie mit Weizenkeimlingen, Sojakeimlingen oder sogar mit frischem Gras von der Wiese. Das Grünfutter sollte auf jeden Fall insektizidfrei sein (d.h. man sollte nich gerade neben einem Maisfeld das Futter ernten), und das Futter von draussen könnte mit Pilzen und Nematoden verunreinigt sein. Beide können den Heuschrecken schaden. Eiweiss (aus Hunde-Trockenfutter) hilft dabei, gesunde Tiere zu erhalten.
Wanderheuschrecken als Futtertiere sind deshalb geeignet, weil Heuschrecken aller Altersstufen - also von wenigen mm bis 6 cm grösse - zur Verfütterung zur Verfügung stehen. Dazu ist deren Haltung praktisch geräusch- und geruchlos, und der gesamte Arbeitsaufwand ist klein. Die Vermehrung kann gestoppt werden, wenn man den Zuchtbehälter auf unter 30° C abkühlen lässt. Nachteile sind, dass die Heuschrecken täglich gefüttert werden müssen und dass Heuschrecken, welche im Terrarium freigelassen und nicht gerade von den Reptilien gefressen werden Frassschäden an der Bepflanzung anrichten. Darüber hinaus muss die Grösse des Lebendfutters an die Reptilien angepasst sein - umgekehrt geht es wohl nicht so gut.
Bilder
Siehe auch
Weblinks
- Artikel "Heuschreckenplage bedroht Westafrika" von Patrick Eickemeier
- Artikel "Heuschreckenplage in Nordafrika von Clemens Oswald
- Heuschreckenplage im Sahel
- Mit Pheromonen gegen die Heuschreckenplage - Biologen wollen die Schädlinge mit Duftstoffen bekämpfen
- Artikel "Bedrohliche Heuschreckenschwärme" von Thomas Sävert
- Biblische Plage sucht Afrika heim
Literatur
- Martin Battran: Wanderheuschrecken - eine ständige Bedrohung Afrikas. Naturwissenschaftliche Rundschau 58(7), S. 357 - 362 (2005), ISSN 0028-1050



