Wanderfalke
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Wanderfalke (Falco peregrinus) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Falco peregrinus | ||||||||||||
| Tunstall, 1771 |
Der Wanderfalke (Falco peregrinus) ist eine quasi weltweit verbreitete Falkenart (Europa, Asien, Afrika, Nord- und Südamerika, Australien, Tasmanien, pazifische Inselwelt).
Inhaltsverzeichnis |
Bestandsentwicklung
Horsteten in Mitteleuropa um 1950 noch ca. 430 Brutpaare, so kam es in den 1950er und 1960er Jahren zu einem dramatischen Populationseinbruch und einer akuten Bestandsgefährung. Aufgrund der erheblichen Belastung durch Pestizide, aber auch durch Fang und illegalen Abschuss von Taubenzüchtern sowie durch Eierdiebstahl war der Wanderfalke vom Aussterben bedroht. Erst durch das Verbot von Pestiziden wie DDT und durch umfassende Schutz- und Auswilderungsprogramme konnte sich der Bestand des Wanderfalken wieder nach und nach erholen. Im Jahr 1989 wurde das Brutvorkommen wieder auf 430 Paare in Mitteleuropa geschätzt - zur Jahrtausendwende ging man bereits von 700 Brutpaaren aus.
Erscheinungsbild
Der Wanderfalke ist fast so groß wie ein Bussard und an seinen langen, spitzen Flügeln sowie seinem relativ kurzen Schwanz im Flug recht gut zu erkennen. Markant sind seine schnellen, kraftvollen Flügelschläge.
Lebensraum
Der Wanderfalke jagt überwiegend im freien Luftraum und ist deshalb in fast allen Landschaftsformen zu beobachten – vorzugsweise jedoch über offenem Gelände und an Gewässern mit Vogelreichtum. Er ist mittlerweile in einigen Städten zum Kulturfolger geworden. Er brütet dann in hohen Gebäuden wie Kirchengiebeln, alten Fabriken, o. ä. und jagt auf die unzähligen Stadttauben der jeweiligen Städte (z. B. in Göttingen). Sonst bevorzugt der Wanderfalke steile Felshänge als Brutort, seltener auch verlassene Horste von anderen Greifvögeln oder Krähennester.
Jagdweise
Die Jagdweise des Wanderfalken ist überaus spektakulär: Er jagt ausschließlich fliegende Vögel im freien Luftraum – entweder von einer Ansitzwarte aus oder aus hohem Kreisflug heraus. Bei seinen Sturzflügen kann er dabei Spitzengeschwindigkeiten von ca. 350 km/h erreichen. Das Beutespektrum reicht von zahlreichen Kleinvogelarten bis zu mittelgroßen Arten wie Ringeltaube und Lachmöwe und ist je nach örtlichem Angebot verschieden. Zu seiner bevorzugten Beute zählt jedoch die Haustaube. Die Partner eines Paares jagen im Winter gelegentlich gemeinsam in sog. Kompaniejagd.
Fortpflanzung
Die Partner eines Wanderfalkenpaares bleiben meist ein Leben lang zusammen. Die Brutdauer beträgt 33 Tage bei einer Gelegegröße von drei bis vier Eiern. Der Wanderfalke erreicht ein Höchstalter von 17 Jahren in der freien Natur und von 21 Jahren in Gefangenschaft.
Der Wanderfalke war Vogel des Jahres 1971.
Literatur
- Theodor Mebs: Greifvögel Europas. Biologie, Bestandsverhältnisse, Bestandsgefährdung. Kosmos Naturführer. Stuttgart 1989.



