Walter Bonatti

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Walter Bonatti (* 22.06.1930 bei Bergamo) ist ein italienischer Alpinist, Bildreporter und Autor. Er lebt mit der Schauspielerin Rossana Podestà zusammen.

Bonatti wandte sich früh dem Bergsport zu und war bereits im Alter von nur 19 Jahren in den schwierigsten Wänden der Alpen unterwegs. Er durchstieg u.a. die Ostwand des Grand Capucin (1951). Die Nordwände der Drei Zinnen (1953) und den Walkerpfeiler der Grandes Jorasses (1963) bezwang er jeweils im Winter. Mit Carlo Mauri erreichte Bonatti am 6. August 1958 den bis dahin noch unbestiegenen Gipfel des 7.925 m hohen Gasherbrum IV in Pakistan.

Im Frühjahr 1954 nahm er an der italienischen Karakorum-Expedition zum schwierigsten aller Achttausender, dem K2 teil. Bonatti, der zusammen mit dem pakistamischen Träger Mahdi Sauerstoff für die späteren Erstbesteiger Achille Compagnoni und Lino Lacedelli nach oben schleppte, musste auf über 8.000 m Höhe ein Freilager beziehen. In der einbrechenden Dunkelheit konnte er Lager IX, das auf Veranlassung Compagnonis an anderer als der vereinbarten Stelle errichtet worden sein soll, nicht finden. Die Umstände waren später Gegenstand lang anhaltender Diskussionen. Bonatti sah sich um den Gipfelerfolg gebracht. Er überlebte das Biwak zwar ohne körperliche Beeinträchtigungen, war aber innerlich tief enttäuscht und wurde in der Folge zum Alleingänger.

Mit seinem sechstägigen Alleingang auf den Südwest-Pfeiler des Petit Dru, heute »Bonattipfeiler« genannt, schrieb Walter Bonatti 1955 Alpingeschichte. Zehn Jahre später, im Februar 1965, beendete er das extreme Bergsteigen für sich mit einer Solo-Winterdurchsteigung der Matterhorn-Nordwand auf einer neuen direkten Führe, für die er vier Biwaks in der Wand benötigte.

Von tragischen Erlebnissen blieb Walter Bonatti nicht verschont. Am 10. Juli 1961 versuchte er sich mit italienischen und französischen Kameraden am zentralen Frêney-Pfeiler (Mont Blanc). Nur 90 Meter unterhalb des Ausstiegs in leichteres Gelände, an der sog. Chandelle, wurden sie von einem Wettersturz überrascht, in dem Pierre Kohlmann vom Blitz getroffen wurde. Im Unwetter saßen sie 60 Stunden in der Wand fest. Beim Abstieg durch Unmengen an Neuschnee starben Kohlmann, Robert Guillaume, Andrea Oggioni und Antoine Vieille an Erschöpfung und Unterkühlung. Nur Bonatti, Roberto Gallieni und Pierre Mazeaud überlebten.

Seit dem selbstgewählten Abschied vom extremen Alpinismus ist Bonatti immer noch viel in den Bergen unterwegs gewesen. Von 1965 bis 1979 bereiste er weite Teile der Erde, um für die Wochenzeitschrift »Epoca« Fotoreportagen zu verfassen. Inzwischen hat er mehr als 20 Bücher verfasst.

Bonatti lebt heute (2005) mit seiner Frau in Dubino im Veltlin.

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