Walrat

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Walrat ist eine helle, wachsähnliche Substanz, die im Kopf von Pottwalen (Physeter macrocephalus) enthalten ist.

Die Kopfhöhlen eines Pottwals enthalten rund zwei Tonnen dieser Substanz. Walrat ist bei Temperaturen über 30°C flüssig, darunter fest. Im festen Zustand hat es eine höhere Dichte als im flüssigen Zustand. Der Pottwal kann durch Erwärmung und Abkühlung des Walrats sein spezifisches Gewicht verändern, um so ohne große Kraftanstrengung in große Tiefen tauchen bzw. wieder auftauchen zu können. Will er tauchen, lässt er durch das rechte Blasloch kaltes Wasser einströmen, dadurch kühlt das Walrat ab und wird spezifisch schwerer. Will er wieder auftauchen, erhöht er die Blutzufuhr in seinem Kopf, wodurch das Walrat wieder erwärmt und leichter wird. Diese Technik hilft dem Pottwal bei seinen Tauchgängen Sauerstoff zu sparen.

Walrat wurde hauptsächlich zur Herstellung von hochwertigen, hellbrennenden und nichtrußenden Kerzen eingesetzt; solche Kerzen waren als die beste Qualität begehrt. Als ein Candela wurde ursprünglich in England die Intensität einer Walrat-Kerze definiert, die in einer Stunde 7,77 g Walrat verbraucht. Auch als Schmiermittel für Präzisionsgeräte wurde es hoch geschätzt. Daneben diente es auch als Rohstoff für Kosmetika und Arzneimittel. Heute wird es fast vollständig durch Jojoba-Öl ersetzt.

Früher nahm man an, dass Walrat die Samenflüssigkeit des Pottwals wäre, wobei man anscheinend nicht berücksichtigte, dass zwei Tonnen Samenflüssigkeit - zudem im Kopf enthalten - doch wohl sehr reichhaltig bemessen wären. Das Gewebe, das den Walrat enthält, und auch der Walrat selbst erhielten so den Namen Spermaceti. Im Englischen heißt der Pottwal daher auch Sperm Whale.


In seiner Zusammensetzung entspricht Cetylpalmitat, 1-Hexadecanol, Cetylalkohol, C16H33OH dem Walrat.

Der langkettige, einwertige Alkohol bildet weiße Plättchen, die sich wachsartig anfühlen. Er ist im Gegensatz zu den kurzkettigen Alkoholen wie Methanol oder Ethanol aufgrund der fehlenden Polarität im Wasser nicht mehr löslich. Cetylalkohol hingegen löst sich gut in Benzin und in anderen organischen Lösungsmitteln.

Früher erfolgte die Herstellung aus Walrat, einem Öl-Wachsgemisch, das aus den Kopfhöhlen, den Rückgratknochen und aus dem Speck des Pottwals gewonnen wurde. Heute wird dieses Herstellungsverfahren zum Schutz der Wale nicht mehr angewandt. Man gewinnt den Alkohol durch eine Hochdruckhydrierung aus pflanzlichen Fetten und Ölen. Außerdem kann er durch die Oxosynthese aus Wasserstoff und Kohlenmonoxid (Synthesegas) hergestellt werden. Bei der Oxosynthese entstehen langkettige Aldehyde, die durch eine Hydrierung mit Wasserstoff zu langkettigen Alkoholen umgewandelt werden können.

Cetylalkohol findet Anwendung als umweltfreundlicher Emulgator, Salbengrundlage in kosmetischen Artikeln, zur Herstellung von Fettalkoholsulfaten (Tenside) und als Schmiermittel in der Metall- und Textilindustrie. Cetylalkohol findet sich in vielen Salben und Cremes.

RS-Sätze: -- Molekulargewicht: 242,45 g/mol Dichte: 0,818 g/cm3 Schmelztemperatur: 49 °C Siedetemperatur: 344 °C Wasserlöslichkeit: unlöslich andere Löslichkeiten: Ethanol, Ether, Chloroform, Aceton

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