Walken

aus Freepedia, der freien Wissensdatenbank

Walken

Bild:Disambig-grau.png Dieser Artikel erläutert nicht die Trendsportart Walking.

Walken (v. ahd. walchan "kneten", altnordisch valka "herumschleppen") bezeichnet verschiedene Fertigungsmethoden, und hat auch umgangssprachliche Verwendung. Der erstaunliche Bedeutungswandel von "herumschleppen" zu "wälzen, drehen" und "formen" wird im Abschnitt Tuchherstellung erläutert.

Inhaltsverzeichnis

Lederbearbeitung

Das Walken ist ein Arbeitsvorgang, bei dem nasse Leder über ein Modell gespannt werden, um sie in eine bestimmte Form zu bringen. Ein solches Modell ist zum Beispiel der Leisten des Schuhmachers oder das Gipsmodell des Orthopädiemechanikers für Orthesen oder Prothesen. Man benötigt – außer dem zu bearbeitende Leder und dem Modell – Walknägel oder Täckse, einen kleinen Hammer und eine Walkzange. Zum Spannen des Leders werden diese Metallstifte in geringen Abständen so eingeschlagen, dass das Leder fest um das Modell gespannt ist. Außerdem vermeidet man durch eine sorgfältige Fixierung, dass die Haltestifte aus dem Modell herausgerissen werden, da das Leder sich während der Trocknung etwas zusammenzieht und dabei spannt: Das Leder würde dann seine Form wieder verlieren. Ist nach dem Walken das Leder getrocknet, behält es die Form. Dann werden sämtliche Nägel entfernt und das Leder zugeschnitten und vernäht.

Tuchherstellung

Bei der Tuchherstellung ist Walken ein Arbeitsvorgang, der mit Filz vorgenommen wird und den Zweck hat, durch Verfilzung der Fasern im Gewebe Tuch und tuchartigen Stoffe zu erzeugen. Das Walken wurde seit dem Hochmittelalter in Walkmühlen ausgeführt, wobei unter fließendem Wasser mit großen, über ein Wasserrad angetriebenen Hämmern auf das Material eingeschlagen wird. Die ursprünglichere Methode, insbesondere Wolle zu walken, ist, den Filz in Tücher einzuschlagen und rollend zu kneten. Diese Methode wird bei zentralasiatischen Steppenvölkern noch heutzutage angewandt, indem große Rollen aus Filz von Pferden herumgeschleppt werden.

Hüttenwesen

Werden Bleche mehrmals über Walzen gebogen, um sie für die Weiterverarbeitung formbar zu machen, nennt man das Walken.

Durchwalken

Umgangssprachlich ist das eine Redewendung, welche Erziehungsmaßnahmen – im allgemeinen von Kindern und Jugendlichen – mit einem erhöhten Maß an Strenge meinen. Zumeist spricht man hier vom "Durchwalken". In herabwürdigender Weise wird von Jugendlichen entweder als Halbstarken ("noch nicht vollständig gewalkt") oder "Halbgewalkten" gesprochen. Diese Verwendung des Wortes dürfte auf die mittelalterlichen Zünfte zurückgehen.

Paintball

Fachbegriff aus dem Paintballsport: Beim "Walken" wird der "Zwei Finger"-Abzug des Paintballmarkierers abwechselnd mit dem Zeige- und Mittelfinger betätigt. Durch diese Technik können bei den (in Deutschland immer) halbautomatischen Markiereren wesentlich höhere Feuerraten erreicht werden.



Views
'Persönliche Werkzeuge
Werkzeuge
Ähnliche Links