Wachstum

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Als Wachstum bezeichnet man den zeitlichen Anstieg einer bestimmten Messgröße. Es kann daher als mathematische Ableitung einer Funktion aufgefasst werden, die zu jedem Zeitpunkt einen bestimmten Wert der Messgröße zuordnet.

Das Gegenteil von Wachstum ist die Abnahme beziehungsweise der Zerfall. In diesem Zusammenhang fällt oft der von der mathematischen Modellierung abgeleitete und umgangssprachlich missverstandene Begriff Negativwachstum.

Unter Wachstum versteht man auch das Größerwerden eines Gegenstandes oder Lebewesens. Das Gegenteil hiervon ist das Schrumpfen.

Inhaltsverzeichnis

Beispiele für wachsende Systeme

Wachstum in den Raumdimensionen

Strecken
Wachstum des Schienenstreckennetzes
Flächen
Wachstum der versiegelten Flächen
Volumen
Wachstum eines Luftballons

somatisches Wachstum

Wachstum eines Individuums als Ganzes oder seiner Teile

Beispiel: Längenwachstum des Menschen, siehe auch Wachstumshormon

Wachstum in der Anzahl

Zunahme der absoluten Menge oder des Prozentsatzes; ein Beispiel dafür ist das Wachstum durch Vermehrung: Bevölkerungswachstum, Bakterienkultur, Geldwachstum

Infekt-Modell

Das Infektmodell ist eine Rückkopplungsfunktion, die Ausbreitungsvorgänge (Krankheiten, Gerüchte, Witze ...) in geschlossenen Populationen beschreibt (s. Bild begrenztes Wachstum). Siehe auch Feigenbaumdiagramm.

Diffusionsbegrenztes Wachstum

Dieses Wachstum kommt durch die zufällige Anlagerung von Teilchen zu Stande. Grundlage dafür ist die Brownsche Molekularbewegung. Das diffusionsbegrenzte Wachstum wurde u.A. Mitte der 1980er von Leonard M. Sander beschrieben (siehe auch DLA, Diffusion Limited Aggregation).

Beispiele dazu:

Anlagerung von Rußteilchen
Teilchen lagern sich an den Wänden eines Kamins an und bewirken ein Zuwachsen des Rohres
Bildung der Fellzeichnungen bei Zebra, Tiger, Leopard, Tapir
Fraktales Wachstum
Die zufällige Anlagerung bewirkt stark verästelte Strukturen, die an fraktale Strukturen erinnern: Schneeflocke, siehe auch Schneeflockenkurve

Wachstum eines Indizes

Bruttosozialprodukt

Wachstum der Komplexität

Internet, Gehirn

Mathematische Beschreibung

Wachstum ist das zeitliche Verhalten einer System-Größe.

Zunächst wird zu einem bestimmten Zeitpunkt <math>t_1</math> der Wert dieser Größe bestimmt. Zu einem späteren Zeitpunkt <math>t_2</math> wird der Wert dieser Größe wieder bestimmt.

Ist dieser zweite Wert <math>W(t_2)</math> größer als der erste <math>W(t_1)</math>, dann spricht man von positivem Wachstum. Dieser Fall entspricht dem allgemeinen Sprachgebrauch.

Ist <math>W(t_2)</math> kleiner als <math>W(t_1)</math>, ist also die Differenz <math>W(t_2)-W(t_1) < 0</math>, spricht man von negativem Wachstum.

Im Falle <math>W(t2) = W(t1)</math> spricht man von Nullwachstum.

Darstellung von Wachstumskurven

Bei zahlreichen Messpunkten werden diese zur Veranschaulichung zu einem geschlossenen Kurvenzug verbunden. Es sollte aber dabei nicht vergessen werden, dass das tatsächliche Verhalten des Systems zwischen den Messpunkten nicht bekannt ist und höchstens durch ein mehr oder weniger genaues Modell beschreibbar ist. Bei bestimmten Wachstumsarten können auch mathematische Modelle (Funktionen) zur Beschreibung des Verhaltens Verwendung finden.

Wachstumsarten


a) begrenzt oder unbegrenzt: Alle realen Wachstumsvorgänge sind letztlich begrenztes Wachstum, da die Ressourcen, aus welchen sich das Wachstum, speist, nicht unbegrenzt vorliegen. Unbegrenztes Wachstum ist damit ein mathematisches Artefakt; die Annahme, dass in der Realität etwas unbegrenzt wachsen könne (z.B. langfristig echt positives Wirtschaftswachstum), ist daher nicht haltbar.

b) linear (konstant) oder exponentiell (beschleunigt oder verzögert = negativ beschleunigt) Der Radioaktive Zerfall ist ein Beispiel für exponentielles, verzögertes, negatives Wachstum.



c) (scheinbar) kontinuierlich oder diskontinuierlich. (Beispiel: Die Längenzunahme des Menschen während der Wachstumsperiode erfolgt in Schüben.)

Wachstumsschwankungen

Die gemessenen Größen bestimmter Systeme schwanken zwischen mehreren Grenzwerten hin und her:

  • Periodische Schwankungen (beispielsweise bei Systemen mit Rückkopplung) können ungedämpft, gedämpft oder aufschaukelnd sein.
  • Aperiodische Schwankungen (Fluktuationen) können zufallsbedingt oder chaotisch sein.

Wirtschaftswachstum

Wirtschaftswachstum beschreibt das Wachstum einer Volkswirtschaft. Siehe dazu den Hauptartikel Wirtschaftswachstum

Weblinks

Bild:Wiktionary-logo-en.png Wiktionary: Wachstum – Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen
Bild:Wiktionary-logo-en.png Wiktionary: wachsen – Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen


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