Verweilzeit
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Die Verweilzeit (Verweildauer) gibt an, wie lange ein Stoff sich in einem Medium oder in einem Prozess befindet. Die Verweilzeit wird in verschiedenen Bereichen als Parameter verwendet.
Verweilzeit (technischer Prozess)
Bei einem Prozess ist die Verweilzeit die Zeit, in der z.B. ein definiertes Flüssigkeitsvolumen in einem Reaktor oder in der gesamten Anlage "verweilt". Sie wird berechnet aus dem Quotienten des Reaktor- bzw. Anlagenvolumens zum zugeführten Volumenstrom. Im Rahmen der Abwasserreinigung ist oftmals eine Angabe in Stunden bzw. Tagen sinnvoll. Bei großen Verweilzeiten und einem Reaktorverhalten, welches nicht dem idealen Rührkessel entspricht, ist die Verweilzeit bei der Ermittlung des Abbaugrades zu berücksichtigen.
Verweilzeit (Grundwasser)
Die Verweilzeit in einem Grundwasserleiter (Aquifer) ist die Zeit, in der sich ein (gelöster) Stoff im Grundwasser befindet. Die Verweilzeit kann unter bestimmten Bedingungen über Umweltisotope wie z.B. Tritium, C-14, Deuterium und O-18 bestimmt werden.
Verweilzeit (Atmosphäre)
Die Verweilzeit eines Stoffes (Gas, Feststoff oder Tropfen) in der Atmosphäre wird durch sein Gewicht (Größe), seine Wasserlöslichkeit und durch seine chemische Stabilität bestimmt. Schwere Stoffe sinken schneller zu Boden als leichte. In Abhängigkeit von der Wasserlöslichkeit werden Stoffe mehr oder minder stark durch Regen ausgewaschen. Stoffe in der Atmosphäre können durch chemische oder physikalische Prozesse (z.B. Redox-Reaktionen oder Photolyse umgewandelt oder abgebaut werden. Diese und weitere Einflussgrößen bestimmen die Verweilzeit eines Stoffes in der Atmosphäre. Je nach Stoff kann diese sehr kurz (Sekunden oder Minuten) aber auch sehr lang sein (mehrere Tausend Jahre).



