Venusfliegenfalle

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Venusfliegenfalle
Bild:Dionaea muscipula01.jpg
Systematik
Klasse: Dreifurchenpollen-Zweikeimblättrige </br>(Rosopsida)
Unterklasse: Nelkenähnliche (Caryophyllidae)
Überordnung: Nepenthanae
Ordnung: Kannenpflanzenartige (Nepenthales)
Familie: Sonnentaugewächse (Droseraceae)
Gattung: Venusfliegenfallen (Dionaea)
Art: Venusfliegenfalle
Wissenschaftlicher Name
Dionea muscipula
L. 1753

Die Venusfliegenfalle (Dionaea muscipula) ist eine fleischfressende Pflanze in der Familie der Sonnentaugewächse (Droseraceae). Die Gattung Dionaea ist monotypisch, (das heißt sie hat nur eine Art).

Inhaltsverzeichnis

Etymologie

Der Name Venusfliegenfalle sowie der botanische Name Dionaea muscipula verweist Nelson / McKinley zufolge auf die Ähnlichkeit der Blätter mit dem weiblichen Genital.

Beschreibung

Wurzeln

Das Wurzelsystem der Venusfliegenfalle ist nur schwach ausgeprägt. Es dient hauptsächlich der Verankerung der Pflanze im Untergrund und zur Wasseraufnahme; für die Nährstoffversorgung sind die Wurzeln nahezu bedeutungslos.

Blätter

Die Venusfliegenfalle ist eine außergewöhnliche Pflanze, die bei Reizung ihr Fangblatt schnell zusammenklappen kann, um Insekten (v. a. Fliegen) und Spinnen, zu fangen.

Die Fallen sind recht aufwendig gebaut. Beim genaueren Hinsehen kann man auf jeder Fläche drei Haare erkennen, diese dienen dazu, bei Berührung ein Reizsignal zu senden. Um missverständliche Reize von Beute zu trennen, müssen entweder zwei Haare gleichzeitig berührt werden oder eines im Abstand von bis zu 30 Sekunden. Dann schnappt die Falle zu.

Die Öffnung bzw. Schließung der Falle funktioniert nicht über Muskelzellen wie bei Tieren, sondern stets über Wachstum. Jedesmal wenn sich die Falle schließt, wird sie größer. Werden die Fühlborsten in bestimmten Abständen gereizt, so schließt sich die Falle. Dazu hat die Pflanze 2 Möglichkeiten kombiniert. Zum einen wird die Zellmembran der dort ansässigen stark vakuolisierten Zellen depolarisiert und es strömt Wasser aus. Durch den Turgordruck und zusätzlichem Wachstum (Druckentspannungstheorie) klappt die Falle zu. Wachstum findet nur an den Außenseiten der Basis statt.

Durch die Abgabe von Flüssigkeit der Zellen im oberen Bereich des Stiels wechselt dieser von konvexer in konkave Stellung um und schließt somit automatisch die Falle. Durch die langen weißen Borsten am Rand sind die Insekten gefangen und ein Entkommen ist somit unmöglich. Nach dem Zuklappen überprüfen nun Protein-Rezeptoren, ob die gefangene Beute nützlich ist. Erst nachdem die Rezeptoren einen Reiz weitergegeben haben, dass die Beute zu verdauen ist, wird die Falle versiegelt. Aus kleinen Drüsen kommen jetzt Verdauungssekrete heraus und verdauen somit die gefangenen Insekten, übrig bleiben unverdauliche Reste wie Chitinpanzer, Beine etc. Diese werden nach dem Öffnen der Falle vom Regen oder Wind aus der Falle "gespült". Die Verdauung kann je nach Größe der Beute bis zu einigen Tagen andauern. Erst dann öffnet sich die Falle erneut und ist nach 24 Stunden wieder einsatzbereit, jedoch nur maximal sieben mal, dann stirbt das Blatt mit der Falle ab. Auch aus anderen Gründen sterben Fallen ab, deshalb bildet die Pflanze ständig neue Blätter aus.

Blüte und Frucht

Die Pflanze bildet im Frühjahr einen überaus langen Stängel aus, der verhindert, dass Bestäuber selbst in die Fallen gelangen und verdaut werden. Dieser Stängel trägt mehrere weiße Blüten mit fünf, nicht überlappenden Petalen. Die Pflanze ist gelegentlich selbstbefruchtend, die sich ausbildenden länglichen Samenkapseln enthalten reichlich Samen, diese sind licht- und kaltkeimend.

Lebenszyklus

Im Herbst beendet die Pflanze ihre Aktivität und geht in die Winterruhe, zu erkennen an der Ausbildung sehr kleiner Blätter mit winzigen Fallen. Im Frühjahr treibt die bedingt winterharte (maximal -5°C, in Einzelfällen -10°C Tiefsttemperatur) Pflanze wieder aus.

Verbreitung

Die Pflanze ist ausschließlich in den Hochmooren rund um die Stadt Wilmington in North Carolina (USA) beheimatet, wo sie in ihrem Bestand durch die vermehrte Zerstörung ihres Lebensraumes (Trockenlegung zu Bauzwecken) gefährdet ist.

Kultur

Die Venusfliegenfalle ist eine der meistkultivierten Karnivoren überhaupt, sie sind beliebte Zierpflanzen und selbst in Baumärkten erhältlich. Wie fast alle Karnivoren bedarf sie eines sehr sonnigen Platzes. Auch starke Feuchtigkeit benötigt eine Venusfliegenfalle immer. Das Wasser muss kalkfrei sein, Regenwasser oder destilliertes Wasser empfehlen sich hier besonders. Im Winter bedarf sie einer Winterruhe.

Literatur

Weblinks

Bild:Commons-logo.svg WikiCommons: Dionaea muscipula – Bilder, Videos oder Audiodateien


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