Umberto Nobile

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Umberto Nobile (* 21. Januar 1885 in Lauro bei Neapel; † 30. Juli 1978 in Rom) war ein italienischer Luftschiffpionier. Er wurde besonders durch die Polarfahrten mit seinen beiden halbstarren Luftschiffen berühmt.

Leben

Nobile schloss die Universität von Neapel mit einem akademischen Grad sowohl in Elektrik als auch Ingenierwesen mit cum laude ab.

Nach 5 Jahren bei der staatlichen Eisenbahn, wo er an der Entwicklung von Stromleitungen mitarbeitete, betrat er 1911 erstmals das damals noch junge unerforschte Feld der Luftfahrt.

1915, als Italien in den Ersten Weltkrieg eintrat, wurde der 29-jährige kleine, dünne Nobile dreimal beim Militär abgelehnt, da er für körperlich untauglich gehalten wurde. Er schaffte es doch trotzdem aufgrund seiner technischen Fähigkeiten, in den Dienst des Militärs zu treten. Er bekam den Rang eines Oberstleutnants. Bereits während des ersten Weltkrieges begann der Bau der ersten Luftschiffe, die jedoch nicht mehr zum Einsatz kamen, da der Krieg vorher beendet war.

Umberto Nobile war an der Entstehung des Kielluftschiffs "Roma" beteiligt, das von der italienischen Regierung an die USA verkauft wurde. Es wurde am 21. Februar 1922 in Hampton/USA durch einen Unfall in der Luft zerstört. 34 Besatzungsmitglieder kamen um.

Er überflog 1926 im Luftschiff Norge gemeinsam mit Roald Amundsen und dem amerikanischen Millionär Lincoln Ellsworth den Nordpol. Damit wurden sie im Rennen um die erste Nordpolüberquerung aber nur zweite, da der Amerikaner Richard Byrd drei Tage vorher mit einem Flugzeug über den Pol geflogen war. An Byrds Überquerung bestehen seit damals erhebliche Zweifel, die jedoch aufgrund fehlender Belege und Zeugen auch nicht ausgeräumt werden können. Es wird spekuliert, dass er den Pol um bis zu mehrere hundert Kilometer verfehlt hat.

Zu einem zweiten Flug zum Nordpol, diesmal ohne Amundsen, startete er am 23. Mai 1928 mit dem Luftschiff Italia von Spitzbergen aus, bei dem er auch am 24. Mai den Pol überflog. Am 25. Mai stürzte Nobile mit dem Luftschiff auf dem Rückflug vom Nordpol in der Nähe von Spitzbergen ab, wobei neun Expeditionsmitglieder sowie Nobile auf eine Eisscholle geschleudert wurden. Das geleichterte Luftschiff stieg mit sechs an Bord verbliebenen Mann wieder auf und wurde nie wieder gesehen. Es fand eine internationale Rettungsaktion statt, aber Mussolini wollte nicht, dass Amundsen daran teilnahm, deshalb startete er einen eigenen Rettungsflug mit Hilfe einer französischen Leihgabe, eines Latham 47 Wasserflugzeugs mit 1000 PS. Das Flugzeug musste jedoch notwassern, vermutlich wegen Motorschaden. Man fand später einen der Schwimmer, der Bearbeitungsspuren aufwies. Wahrscheinlich hatten Amundsen und seine Gefährten sich damit zu retten versucht.

Der durch Knochenbrüche bewegungsunfähige Nobile wurde von einem schwedischen Piloten in Sicherheit gebracht, die anderen Überlebenden am 12. Juli von dem sowjetischen Eisbrecher "Krassin" geborgen. Nobile wurde später von der Öffentlichkeit sehr angefeindet, weil man ihm vorwarf, dass er für den Absturz des Luftschiffs verantwortlich war und dass er sich als Expeditionsleiter zuerst retten ließ. Er verteidigte sich damit, dass der schwedische Pilot den strikten Befehl hatte, zuerst Nobile zu retten, aber man glaubte ihm nicht, und man wollte in Italien nichts mehr mit ihm zu tun haben. Deshalb trat er als General zurück und war in den 1930er Jahren in der Sowjetunion Gast, um dort den Luftschiffbau zu unterstützen.

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