Ukiyo-e
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Ukiyo-e (jap. 浮世絵, dt. etwa Bilder der fließenden Welt) ist eine Sammelbezeichnung für japanische Malerei und Druckgrafik, die sich Motiven des urbanen Vergnügungswesens und des bürgerlichen Alltags widmet.
Der Begriff leitet sich sprachlich von unterschiedlichen Traditionen her: Einerseits findet man seine Wurzeln im Buddhismus, wo er die gegenwärtige, fließende, scheinhafte Welt bezeichnet, andererseits steht ukiyo in der Literatur für die leichte und heitere Welt des Vergnügens.
Bild:Hokusai-fujibig.png Ukiyo-e entstand in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts und erreichte seine bedeutendste Ausprägung in der Technik des Farbholzschnittes.
Bedeutende Künstler des Ukiyo-e waren u. a. Katsushika Hokusai (1760-1849) und Ando Hiroshige (1797-1858). Als einer der bedeutendsten Bilder-Zyklen gilt Hiroshiges „Die 53 Stationen der Tokaido“, einer Heerstraße, die die alte Hauptstadt Kyoto und die neue Hauptstadt Edo (heute Tokyo) miteinander verband. Der im Westen wohl bekannteste Ukiyo-e-Holzschnitt dürfte Hokusais Bild „Die große Welle vor Kanagawa“ aus dem Zyklus „36 Ansichten des Berg Fuji“ sein, das ein Ruderboot auf stürmischer See mit dem Berg Fuji im Hintergrund zeigt.
Nach der (gewaltsamen) Öffnung Japans 1853 fanden Ukiyo-e-Holzschnitte ab dem Ende des 19. Jahrhunderts zunehmend Verbreitung in Europa und beeinflussten maßgeblich den Jugendstil.
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Herstellung
Die Herstellung eines fertigen "Farbholzschnittdrucks" von der Vorlage erfolgt in 3 groben Schritten.
Aufbringen auf den Holzblock
- Herstellung des Hanshita, der Schnitzvorlage auf der Holzblockoberfläche. Zuerst muss von der Farbvorlage eine Kopie angefertigt werden. Entweder auf normales Papier oder auf Minougami, einer sehr dünnen und fast durchsichtigen japanischen Papiersorte. Hierbei werden jedoch nur die schwarzen Umrisse (bzw. alle schwarzen Anteile) kopiert.
- Bei Normalpapier wird das Hanshita mit der Vorderseite auf den Block gewand (mit wasserlöslichem Leim) fixiert. Bei Verwendung von Minougami kann die Spiegelung bei der Anfertigung der Kopie geschehen. Es wird dann mit der Vorderseite nach oben auf den Block geleimt.
- Wenn der Leim ausgetrocknet ist kann das Hanshita auf dem Block mit Sesam-Öl eingerieben werden um es vollständig durchsichtig zu machen.
Schnitzen der Blöcke
- Schnitzen des Schlüsselblocks Es werden nun alle Teile die nicht gedruckt werden sollen aus der Holzblockoberfläche entfernt. Hierbei ist insbesondere zur Einhaltung von Linienstärke und Detailtreue zur Vorlage ein enormes geschickt erforderlich.
- Nun werden vom Schlüsselblock die ersten Kopien gezogen. Mindestens so viele wie der Druck Farben haben soll. Wenn die Drucke in Ordnung sind kann in jeweils einer Kopie eine der nötigen Farben und deren Bereiche markiert werden. Diese Kopie wird wie die erste Vorlage für den Schlüsselblock mit dem Gesicht auf den Block geleimt.
- Es werden nun alle nicht markierten Teile der entsprechenden Farbe herausgearbeitet.
- Nachdem nun alle Blöcke fertig sind können die eventuell noch nötigen Korrekturen an den Ausrichtungsmarkierungen der jeweiligen Blöcke vorgenommen werden. Dies kann insbesondere nach langer Lagerung (z.B. Schrumpfung bei Nachtrocknung) nötig sein.
- Drucken der Umrisse. Wenn alle Linien ohne Überlappungen in ihre vorgesehenen Bereiche fallen kann mit dem Schlüsselblock angefangen werden zu drucken. Es wird immer zuerst schwarz (wie in der Kalligraphie mit Kohleschwarz als Pigment,sumi) gedruckt.
- Danach kommen in beliebiger Reihenfolge die anderen Farben.
Die in japanischen Holzschnittdrucken verwendeten Pigmente sind stets volltransparent und werden daher auch, ohne Kontrastverlust, auf die schwarzen Umrisse gedruckt.
Weblinks
- Sammlung weiterer Links zu Ukiyo-e
- Japanische Nationalbibliothek (Datenbank seltener Bücher und Bilder)



