Tyrannenmord
aus Freepedia, der freien Wissensdatenbank
Der Begriff Tyrannenmord bezeichnet die Tötung eines ungerechten, Herrschers (Tyrann), der das Volk bzw. die Bürger gewaltsam unterdrückt.
Bereits in der antiken Philosophie wurde diskutiert, ob der Tyrannenmord ein legitimes Mittel zur Befreiung der Bürger sei. Es stellt sich die ethische Frage, was für die Angehörigen eines Gemeinwesens (ob nun Polis oder Königreich) schwerer zu verantworten ist, dass die Mitbürger Unterdrückung, Gewalt oder gar den Tod durch den Tyrannen erleiden oder dass man die Schuld eines Mordes auf sich lädt, wenn man den Gewaltherrscher durch einen Anschlag beseitigt. Hinzu kam, dass durch den Tyrannenmord auch die bestehende staatliche Ordnung (die Alleinherrschaft als Monarchie oder Diktatur) grundsätzlich in Frage gestellt wurde. Gerade deshalb lehnten die "Monarchien" der Neuzeit den Tyrannenmord als letztes Mittel der Politik vehement ab.
Bereits im Jahre 514 v. Chr. gibt es eine bekannte Gruppe Tyrannenmörder mit den Namen Harmodios und Aristogeiton. Das teilweise fehlgeschlagene Attentat auf die Tyrannen-Brüder Hippias und Hipparch gilt trotzdem als Geburtsstunde der Demokratie in Athen. Nach Cicero war dieser Tyrannenmord bis zu dem an Caesar in aller Munde. Mit diesem allerdings geriet er in Vergessenheit. Ihnen weihten die Athener sogar ein Denkmal.
Eines der bekanntesten Beispiele für den Tyrannenmord ist die Tötung des römischen Diktators Julius Caesar im Jahr 44 v. Chr..
Unter den im Widerstand gegen den Nationalsozialismus aktiven Personen ist die Legitimität des Mordes an Adolf Hitler lange diskutiert worden, ehe man sich in den Kreisen des bürgerlichen und militärischen Widerstands dazu entschloss. Allerdings ist der Versuch, Hitler am 20. Juli 1944 zu ermorden, fehlgeschlagen.
Angesichts des Ausmaßes an Grausamkeiten, die die Nationalsozialisten unter Hitler verübt hatten und der Verheerungen, die der Zweite Weltkrieg mit sich gebracht hatte, wurde der Tyrannenmord nach 1945 im Allgemeinen als gerechtfertigtes Mittel der Nothilfe angesehen.
Auch das im deutschen Grundgesetz verankerte Widerstandsrecht (Artikel 20) schließt den Tyrannenmord als Mittel gegen einen Diktator nicht aus.
Das Motiv des Tyrannenmordes wird auch in der Literatur oft aufgegriffen. Bekannte Beispiele hierfür sind u.a. Friedrich Schiller: "Die Bürgschaft", Die Jungfrau von Orléans (Schiller), Wilhelm Tell.
Siehe auch
Monarchomachen, Cäsarenwahnsinn, Haustyrannenmord



