Torres del Paine
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Torres del Paine (deutsch Türme von Paine) ist der bekannteste und einer der schönsten Nationalparks Chiles.
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Geographie und Klima
Der Torres-del-Paine-Nationalpark liegt im Süden Chiles und ist ein Teil Patagoniens. Er gehört zur Region XII Magallanes und ist rund 140 km nördlich der Stadt Puerto Natales gelegen.
Im Norden grenzt der Nationalpark an die argentinische Grenze. Im Westen liegt der Grey-Gletscher mit dem See Lago Grey. Im Süden liegt der Lago del Toro und im Osten der Lago Sarmiento de Gamboa.
Die Nationalpark-Fläche umfasst 2420 km². Er ist durchzogen von bis zu 3000 m hohen Bergen, Gletschern, Fjorden und großen Seen.
Die „Torres del Paine“ sind das Wahrzeichen des Nationalparks. Dabei handelt es sich um drei riesige, nadelartige Granitberge, die zwischen 2200 und 2500 m hoch sind. Die Berge liegen etwa in der Mitte des Nationalparks. Südlich dieser drei Berge liegt der See Lago Nordenskjöld, benannt nach dem schwedischen Geologen Otto Nordenskjöld.
Der höchste Berg im Nationalpark ist der Cuernos del Paine Grande mit 3050 m.
Große Teile des Nationalparks sind vergletschert. Der bekannteste Gletscher ist der riesige Grey-Gletscher, der im Lago Grey kalbt.
Im Sommer liegen die mittleren Temperaturen bei 11 °C und im Winter bei ca. 1 °C.
Geschichte
Vor rund 14000 Jahren endete die letzte große Eiszeit in Patagonien, seitdem ziehen sich die Gletscher zurück. So siedelten sich viele prähistorische Tiere in der Gegend an. 1895 fand der deutsche Abenteurer und Siedler Hermann Eberhard ein Milodon-Skelett, ein steinzeitliches Riesenfaultier. Die Höhle des Milodon östlich des Parks ist ein oft besuchtes Touristenziel.
1906 wurde die Stadt Cerro Castillo am Ostrand des Parks errichtet.
Vor Einrichtung des Parks durch die Regierung Chiles hatten die Grundbesitzer bereits große Teile der Wälder abgebrannt, um Schaf-Weideflächen zu gewinnen. Heute ist die Landschaft wieder der Natur überlassen.
Der Nationalpark wurde im Jahre 1959 gegründet und wird von der chilenischen Forstbehörde CONAF verwaltet. 1978 wurde er zum Biosphärenreservat der UNESCO erklärt.
Am 17. Februar 2005 brach ein verheerender Waldbrand im Park aus. Dabei wurden mehr als 15000 Hektar Wald vernichtet. Der Brand wurde durch die Unachtsamkeit eines Touristen entfacht.
Die globale Erwärmung lässt auch hier die Gletscher immer schneller abschmelzen.
Flora und Fauna
Die Landschaft ist sehr vielfältig. Es gibt große vergletscherte Bereiche, hohe Berge, viele Seen, Tundra und große Wälder aus Zypressen, Lenga- und Olivillo-Bäumen. Viele Blumen, auch Orchideen, kann man entdecken.
Die Tierwelt im Park ist äußerst vielfältig. Auffällig sind besonders die Guanakos, Darwin-Nandus, Kondore und viele kleinere Vogelarten.
Tourismus
Der Nationalpark ist exzellent erschlossen. Die Hauptverwaltung liegt im Bereich des Lago Toro. Der Park wird z. B. von Bussen aus Puerto Natales angefahren.
Innerhalb des Parks gibt es mehrere kleinere Verwaltungspunkte. Der CONAF hat viele Wander-Rundwege angelegt. Es gibt zusätzlich mehrere Camping- und Hüttenbereiche. Im Park selbst gelten strenge Umweltauflagen, um die Natur nicht unnötig zu verschmutzen.
Der Park ist ein Paradies für Trekking-Freunde, Bergsteiger, Gletschertouristen, sowie Tier- und Pflanzenfreude. Die Landschaft ist sehr abwechslungsreich und bietet fantastische Ausblicke.
Wirtschaft
Der Park ist ein enormer wirtschaftlicher Faktor in der relativ menschenleeren Gegend im Norden der Magallanes-Region. Im ersten Halbjahr 2005 erbrachte der Tourismus über 500 Millionen US-Dollar Umsatz. Man erwartet rund 2 Millionen Touristen im Jahr 2005.
Im Jahr 2006 soll eine neue Fernstraße Puerto Natales und den Nationalpark verbinden. Die Fahrtstrecke beträgt dann nur noch 80 km, statt wie früher 140 km.



