Tertiär (Geologie)

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Unter Tertiär versteht man einen früher häufig verwendeten Begriff innerhalb der Historischen Geologie. Es umfasste die Zeit von vor 65 Millionen Jahren (Ende der Kreidezeit) bis vor 1,8 Millionen Jahren (Beginn des Quartärs). Seit dem Jahr 2004 werden die Begriffe Tertiär und Quartär in der international gültigen und von der Internationalen Kommission für Stratigraphie herausgegebenen Geologischen Zeitskala (Geologic Time Scale 2004) nicht mehr verwendet. An die Stelle des Tertiärs und des Quartärs traten das Paläogen (früher: Alttertiär) und das Neogen (früher: Jungtertiär) als Perioden des Känozoikums. Das Neogen wurde bis zur geologischen Gegenwart verlängert und umfasst nun auch die Epochen des Quartärs.

Inhaltsverzeichnis

Terminologie und Nomenklatur

Der Begriff Tertiär wurde 1760 von Guovanni Arduino eingeführt. Er gliederte aufgrund seiner Beobachtungen an geologischen Schichten in Oberitalien in eine primäre (Basalte, Granite, Schiefer), sekundäre (fossile Kalkablagerungen) und tertiäre (jüngere Sedimentablagerungen) Epoche. Obwohl Arduino diese Dreiteilung ursprünglich nur zur Kennzeichnung unterschiedlicher Gesteinsformationen nutzte, wurde das System bald auch als zeitliches Raster verwendet. 1828 übernahm Charles Lyell den Begriff Tertiär in sein eigenes, deutlich präziseres System. Er unterteilte das Tertiär anhand der prozentualen Anteile von fossilen Muschelschalenfunden in den jeweiligen Schichten in Eozän, Miozän, älteres und jüngeres Pliozän. Da diese Methode jedoch nur für die untersuchte Region der Alpen und der norditalienischen Ebene geeignet war, wurden in der Folgezeit bis heute zahlreiche weitere stratigraphische Kategorien eingeführt (siehe unten).

Unter anderem führten Abgrenzungsprobleme dazu, dass eine zunehmende Zahl von Wissenschaftlern die bisher verwendeten Begriffe Tertiär und Quartär für überholt hielten. Die Internationale Stratigraphische Kommission (ICS) befürwortete im Jahre 2004 die Abschaffung der beiden Begriffe und lehnte vor allem die Verwendung des Begriffes "Tertiär" ab. Unabhängig davon ist die Bezeichnung Tertiär für die geologische Periode nach der Kreidezeit noch weithin üblich.

Frühere Einteilung des Tertiär

Danach: Beginn des Quartärs mit Pleistozän und Holozän

Literatur

  • Ernst Probst: Deutschland in der Urzeit", C. Bertelsmann, München 1986

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