Terrorherrschaft

aus Freepedia, der freien Wissensdatenbank

Die Terrorherrschaft, auch bekannt als „La Terreur“ (die Schrecken[szeit]), war eine Periode der Französischen Revolution 1793-1794, die durch die brutale Unterdrückung aller als Konterrevolutionäre Verdächtigter gekennzeichnet war. Die Terrorherrschaft wurde vom Wohlfahrtsausschuss, einem Komitee von zwölf Männern, einschließlich des Führers Maximilien de Robespierre, angeführt, der später selbst seiner eigenen Terrorkampagne zum Opfer fiel.

Inhaltsverzeichnis

Ursachen

Da das revolutionäre Frankreich sich im Krieg gegen viele der monarchischen Staaten Europas befand, und weil die Republik im Inneren von royalistischen Aufständen (besonders in der Vendée) bedroht war, bedurfte es einer energischen Regierung, um sich gegen die äußeren und inneren Feinde durchzusetzen. Gestützt wurde diese Politik von den Sansculotten der Kleinbürgerschicht in Paris.

In einem "Tugendstaat" seien "das Volk durch Vernunft zu leiten und die Feinde des Volkes durch terreur zu beherrschen", so Robespierre am 5.2.1794 vor dem Konvent: "Terror ist nichts anderes als rasche, strenge und unbeugsame Gerechtigkeit. Er ist eine Offenbarung der Tugend. Der Terror ist nicht ein besonderes Prinzip der Demokratie, sondern er ergibt sich aus ihren Grundsätzen, welche dem Vaterland als dringendste Sorge am Herzen liegen müssen." Dem Exekutivorgan dieses Staatsterrors, dem Pariser Revolutionstribunal, fiel Robespierre noch im selben Jahr schließlich selbst zum Opfer.

Wirtschaftspolitik

Die Wirtschaftspolitik musste sich den Hauptzielen der Regierung - Ausrüstung der Armee und Überwindung der Hungersnot - völlig unterordnen. Zu diesem Zweck wurden Höchstpreise, das sogenannte Maximum auf die wichtigsten Waren festgesetzt. Dadurch konnten die staatlichen Aufkäufer billiges Getreide für die Armee erwerben und die Armen konnten sich versorgen, aber es entstand auch das Problem des Schwarzmarktes. Der Wohlfahrtsausschuss kämpfte mit drakonischen Maßnahmen dagegen an, in dem er die Todesstrafe gegen "Horter" und "Wucherer" festlegte.

Als der Wohlfahrtsausschuss entsprechend den Maximumgesetzen auch Obergrenzen für die Löhne festlegte, fürchteten weite Teile der Bevölkerung zu verarmen. Dies war einer der Gründe für den Sturz Robespierres.

Das Ende des Terrors

Für die Sansculotten wurde die Terrorherrschaft mit der Einführung der Höchstlöhne uninteressant. Außerdem führten die Verfolgungen zu einer Verödung des politischen Lebens in den Sektionen, womit der Wohlfahrtsausschuss seine Machtbasis verlor und nicht zuletzt war der Terror nach dem Sieg der französischen Armee in der Schlacht bei Fleurus auch nicht mehr nötig.

Als Robespierre am 26. Juli 1794 verhaftet wurde, zeigte es sich, dass er das Vertrauen des Volkes von Paris verloren hatte. Nur noch eine Minderheit war bereit, für seine Rückkehr an die Macht zu kämpfen, und so wurde sein Sturz endgültig.

Maßnahmen

Vorwand für die Massentötungen waren mehrere, einander ablösende angebliche Verschwörungen, die den politischen Gegnern (ob nun Royalisten, romtreue Katholiken, Girondisten oder Anhänger Dantons) kriminelle Ziele und Methoden unterstellte, statt sie als ganz normale Interessenwahrnehmung und legitime Opposition zu begreifen.

Die Bezeichnung „Terror“ war überaus treffend gewählt. Tausende unschuldiger Bürger wurden gefoltert und getötet, manchmal für ihre politischen Anschauungen oder Aktivitäten, aber häufiger aus nichtigen Anlässen. Die Hinrichtung war normalerweise das Werk der Guillotine oder 'Madame Guillotine', wie man sie auch nannte.

Der Terror begann am 5. September 1793 mit dem Beschluss des Konvents zur Einführung von Terrormaßnahmen zur Unterdrückung konterrevolutionärer Aktivitäten. Die folgende "Terrorherrschaft" dauerte bis zum Frühjahr 1794 und forderte 35.000 bis 40.000 Todesopfer.


Siehe auch: Jakobinische Diktatur - Zeittafel zur Französischen Revolution - Nationalkonvent - Revolutionstribunal - Wohlfahrtsausschuss - Liste während der Französischen Revolution hingerichteter Personen - Terror



Views
'Persönliche Werkzeuge
Werkzeuge
Andere Sprachen
Ähnliche Links