Tellur

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Eigenschaften
Antimon - Tellur - Iod
Se
Te
Po  
 
 
[Kr]4d105s25p4
130
52
Te
Allgemein
Name, Symbol, Ordnungszahl Tellur, Te, 52
Serie Halbmetalle
Gruppe, Periode, Block 16 (VIA), 5, p
Aussehen silbrig glänzend grau
Massenanteil an der Erdkruste 1 · 10-6 %
Atomar
Atommasse 127,60
Atomradius (berechnet) 140 (123) pm
Kovalenter Radius 135 pm
van der Waals-Radius 206 pm
Elektronenkonfiguration [Kr]4d105s25p4
Elektronen pro Energieniveau 2, 8, 18, 18, 6
1. Ionisierungsenergie 869,3 kJ/mol
2. Ionisierungsenergie 1790 kJ/mol
3. Ionisierungsenergie 2698 kJ/mol
4. Ionisierungsenergie 3610 kJ/mol
5. Ionisierungsenergie 5668 kJ/mol
6. Ionisierungsenergie 6820 kJ/mol
7. Ionisierungsenergie 13200 kJ/mol
Physikalisch
Aggregatzustand fest
Modifikationen -
Kristallstruktur hexagonal
Dichte (Mohshärte) 6240 kg/m3 (2,25)
Magnetismus unmagnetisch
Schmelzpunkt 722,66 K (449,51 °C)
Siedepunkt 1261 K (988 °C)
Molares Volumen 20,46 · 10-6 m3/mol
Verdampfungswärme 52,55 kJ/mol
Schmelzwärme 17,49 kJ/mol
Dampfdruck 23,1 Pa bei 272,65 K
Schallgeschwindigkeit 2610 m/s bei 293,15 K
Spezifische Wärmekapazität 202 J/(kg · K)
Elektrische Leitfähigkeit 200 /m Ohm
Wärmeleitfähigkeit 2,35 W/(m · K)
Chemisch
Oxidationszustände ±2, 4, 6
Oxide (Basizität) TeO2, TeO3 (leicht sauer)
Normalpotential -1,143 V (Te + 2e- → Te2-)
Elektronegativität 2,1 (Pauling-Skala)
Isotope
Isotop NH t1/2 ZM ZE MeV ZP
118Te {syn.} 6,00 d ε 0,278 118Sb
119Te {syn.} 16,03 h ε 2,293 119Sb
120Te 0,096 % Te ist stabil mit 68 Neutronen
121Te {syn.} 16,78 d ε 1,040 121Sb
121mTe {syn.} 154 d IT
ε
0,294
1,334
121Te
121Sb
122Te 2,603 % Te ist stabil mit 70 Neutronen
123Te 0,908 >1 · 1013 a ε 0,051 123Sb
124Te 4,816 % Te ist stabil mit 72 Neutronen
125Te 7,139 % Te ist stabil mit 73 Neutronen
126Te 18,952 % Te ist stabil mit 74 Neutronen
127Te {syn.} 9,35 h β- 0,698 127I
127mTe {syn.} 109 d IT
β-
0,088
0,786
127Te
127I
128Te 31,687 2,2 · 1024 a β-β- 0,867 128Xe
129Te {syn.} 69,6 min β- 1,498 129I
129mTe {syn.} 33,6 d IT
β-
0,106
1,604
129Te
129I
130Te 33,799 7,9 · 1020 a β-β- 2,528 130Xe
131Te {syn.} 25 min β- 2,233 131I
132Te {syn.} 3,204 d β- 0,493 132I
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet.
Wenn nicht anders vermerkt,
gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Tellur ist ein chemisches Element im Periodensystem der Elemente mit dem Symbol Te und der Ordnungszahl 52. Das spröde, silberweiss metallisch gänzende Halbmetall aus der Gruppe der Chalkogene ähnelt im Aussehen dem Zinn. Im chemischen Verhalten steht es dem Schwefel und Selen nahe, obwohl es einige (halb-) metallische Eigenschaften besitzt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Tellur (lateinisch tellus für Erde) wurde 1782 durch Franz Joseph Müller von Reichenstein (1740-1825), in Siebenbürgen, Rumänien entdeckt. Bei der Untersuchung von Goldtellurit (aurum problematicum) isolierte von Reichenstein eine Tellurverbindung.

Vorkommen

Tellur ist ein selten vorkommendes Element. Mit Gold und Silber kommt es gediegen als Tellurid vor.

Auch sind einige tellurhaltige Mineralien bekannt:

  • Altait PbTe
  • Hessit Ag2Te
  • Krennerit oder Calaverit AuTe2
  • Nagyagit
  • Rickardit Cu4Te3
  • Sylvanit ("Schrifterz") AuAgTe4
  • Tellurbismutit Bi2Te3
  • Tellurit TeO2
  • Tetradymit Bi2Te3S

Gewinnung und Darstellung

Industriell gewinnt man Tellur als Nebenprodukt bei der elektrolytischen Kupfer- und Nickelherstellung aus dem Anodenschlamm durch Abrösten.
Die Reduktion zum elementaren Tellur erfolgt elektrolytisch oder durch Reduktion mit Schwefeldioxid. Hochreines Tellur wird durch Zonenschmelzen erzeugt.

Eigenschaften

Tellur kommt in zwei Modifikationen vor:

  • amorphes Tellur; ein braunes Pulver, das durch Reduktion aus Telluriger Säure durch Reduktion mit Schwefliger Säure ausgefällt werden kann. Bei Raumtemperatur setzt Umwandlung zum metallischen Tellur ein.
  • metallisches Tellur ist unlöslich in allen Lösungsmitteln, mit denen es chemisch nicht reagiert.

Tellurdampf ist gelb.

Chemisch verhält sich Tellur wie das leichtere Gruppenmitglied Selen.

Tellurschmelzen greifen Kupfer, Eisen und rostfreien Edelstahl an.

Isotope

Verwendung

Biologische Bedeutung

In der Mikrobiologie wird tellurithaltiger Agar als selektives Nährmedium und Nachweis für Staphylokokken benutzt. Die Kolonien erscheinen als kleine schwarze Kugeln, da Staphylokokken Tellurit zu metallischem Tellur reduzieren und in ihre Zellen einlagern.

              K2TeO3(farblos) + 6e- -------> Te° (schwarz)

Sicherheitshinweise

Tellur und Tellurverbindungen sind giftig.
Tellurpulver ist brennbar, feinverteilt in Luft ist es explosiv. In Analogie zu den nebenstehenden Elementen der 5. Hauptgruppe Arsen und Antimon (wo das Arsen weit giftiger ist als das Antimon) jedoch nicht so giftig wie Selen.

Nachweis

Verbindungen

  • Tellurwasserstoff H2Te
  • Tellurdioxid TeO2
  • Tellurtrioxid TeO3
  • Tellurhalogenide TeX4 (X = F, Cl, Br, I), TeF6
  • Tellur-Komplexe [TeX6]2- (X = F, Cl, Br, I), (NH4)2[TeCl6]

Literatur

Weblinks

Bild:Commons-logo.svg WikiCommons: Tellur – Bilder, Videos oder Audiodateien


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