Synagoge
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Eine Synagoge (v. griech.: συναγω synago; [sich] versammeln) ist ein jüdisches Versammlungs- und Gotteshaus für Gebet, Schriftstudium und Unterweisung. Bild:Alte synagoge essen.jpg
Die hebräische Bezeichnung für die Synagoge ist Beth Knesset (Haus der Versammlung) oder Beth Tefila (Haus des Gebets). Sie ist unterteilt in den Gebetsraum (das Hauptheiligtum) und kleinere Räume zum Studium. Diese Lehrräume werden als Beth Midrash (hebr.: Haus der Lehre) bezeichnet. In einem speziellen Schrein werden die Tora-Rollen für die Verlesung der Wochenabschnitte aufbewahrt. Ein siebenarmiger Leuchter schmückt den Raum. Historisch gibt es diesen Versammlungsraum seit der Zerstörung des Tempels in Jerusalem und der dann folgenden Babylonischen Gefangenschaft des Jüdischen Volkes 586 - 539 v. Chr.
Synagogen dienen nicht nur zum jüdischen Gottesdienst, sondern auch für Gemeindeveranstaltungen, Erwachsenenbildung und als Hebräischschulen für schulpflichtige Kinder. Die orthodoxen und die meisten konservativen Juden nennen ihre Gotteshäuser Synagogen; einige benutzen die hebräische Bezeichnung Beth Knesset oder den jiddischen Begriff Schul. Im Gegensatz zu einer katholischen oder orthodoxen Kirche ist eine Synagoge kein geweihter Raum. Fast jedes Gebäude kann zu einer Synagoge werden, wenn es gewissen Anforderungen gerecht wird.
Die meisten amerikanischen Reformjuden und einige Konservative in den USA verwenden die Bezeichnung "Tempel" für ihr Gotteshaus, aber die meisten traditionellen Juden empfinden diese Bezeichnung als ungenau, da das Judentum historisch nur einen Tempel hat - in Jerusalem. Es werden drei tägliche Gebete angeboten: normalerweise einen Morgen- Shacharit und zwei abendliche Gottesdienst Mincha und Maariv.
Es gibt spezielle Gottesdienste am Shabbat (den Sabbat) und an den jüdischen Feiertagen. Viele kleinere Gemeinden haben nur ein- oder zweimal die Woche Gebetsgottesdienste.
Viele ultraorthodoxe Juden ziehen sich in Schtiebel (wörtlich "Stübchen") zurück, abgesonderte Räume von Privathäusern oder in Geschäftsräumen oder Nebenräumen großer Synagogen oder Gemeindezentren. Schtiebels bieten keine großen Gemeindegottesdienste; sie sind speziell für Gebetsandachten bestimmt.
Viele Juden haben Chavurot gebildet (Gebetsgruppen), die sich regelmäßig an einem bestimmten Ort, normalerweise in jemandes Haus oder Wohnung versammeln.
Bild:Karlsruhe Synagoge Luftbild.jpg
Reichspogromnacht
In Deutschland und Österreich zerstörten Nationalsozialisten in der Reichspogromnacht (auch Reichskristallnacht genannt) am 9. November / 10. November 1938 2.676 Synagogen und jüdische Gemeindehäuser, wobei mindestens 91 Menschen getötet wurden. Allein in Wien wurden 42 Synagogen und Bethäuser in Brand gesteckt.
Literatur
- Peter Guttkuhn: Hansestadt Lübeck. 125 Jahre Synagoge., Lübeck 2005, ISBN 3-7950-4818-4
Weblinks
| Bild:Commons-logo.svg | WikiCommons: Synagogen – Bilder, Videos oder Audiodateien |
- Archäologische Grabungen in der mittelalterlichen Synagoge Speyer
- Datenbank zu den zerstörten Synagogen in Deutschland und Österreich
- Die räumliche Gestaltung einer Synagoge
- Ehemalige Synagoge von Baden-Baden
- Informationsseiten zu Synagogen im süddeutschen Raum
- Virtuelle Rekonstruktion von Synagogen, die 1938 von den Nazis zerstört wurden, an der Technische Universität Darmstadt



