Surtsey
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Bild:Surtsey.jpg Surtsey (nord. Insel des Surt) ist eine am 14. November 1963 aufgetauchte Vulkaninsel im Atlantischen Ozean. Sie liegt ca. 30 km südlich von Island und gehört zu den Vestmannaeyjar oder Westmännerinseln.
Surtsey entstand durch einen untermeerischen Vulkanausbruch. Sie wurde nach Surt, dem nordischen Feuerriesen und Feind der Asen, benannt. Heute befinden sich Forschungsstationen auf der Insel.
Die Insel wird durch Erosion von Wellen, Regen und Wind wieder abgetragen. Insbesondere an der Südküste sind steile Klippen entstanden. Im Norden bildet das abgeschwemmte Material eine sandige Landnase.
Ergebnisse von NASA-Forschern, die die Insel mit Messinstrumenten, Flugzeugen und Satelliten beobachten, lassen darauf schließen, dass in den nächsten 100 Jahren der überwiegende Teil der Landmasse der Insel wieder verschwinden wird. Der harte felsige Kern der Insel, der aus Polagonitgestein besteht, wird noch weitere 1.000 Jahre als nackter Felsen aus dem Meer ragen.
Bei ihrer Entstehung war die Insel etwa 2,8 km² groß und bis zu 173 m hoch. Im Jahre 2001 war sie nur noch etwa 1,4 km² groß. Sie hatte damit bereits schon die Hälfte ihrer Größe verloren. Auch ihre Höhe nahm auf 154 m an ihrem höchsten Punkt ab.
Flora und Fauna
Im Jahre 1964 wurde die Insel von der isländischen Regierung zum Forschungsgebiet deklariert und Zutritt nur Wissenschaftlern gewährt, um den einmaligen Vorgang einer Neukolonisierung durch Flora und Fauna schützen und beobachten zu können. Die Ausgangsbedingungen für eine Besiedelung durch Lebewesen waren ungünstig, da die Insel 200 Tage im Jahr von Stürmen überzogen wird und Regenwasser vom kargen Boden nicht aufgefangen werden konnte. Die erste Pflanze wurde jedoch bereits im Jahr 1965 gefunden, es handelte sich um den Keimling eines Meersenfs. Kurz darauf folgten Strandhafer, Salzmiere und die Austernpflanze.
Botaniker fanden heraus, dass die Samen dieser Pflanzen über eine Entfernung von 20 km von der südlichen Bucht der Insel Heimaey auf dem Meer herangetrieben waren. Um diese Erkenntnis zu untermauern wurde ein Experiment mit 10 Millionen Plastikperlen durchgeführt. Von den bei Heimaey ins Meer gestreuten Perlen kam tatsächlich etwa 1 Prozent an den Ufern von Surtsey an.
1975 wurde mit den Springschwänzen die erste Tierart auf Surtsey registriert. Man vermutete, dass die ersten Exemplare angeklammert an Treibholz, Insekten oder Vögel zur Insel transportiert wurden. 2002 zeigte jedoch eine Versuchsreihe, dass Springschwänze auch in der Lage sind, nennenswerte Zeiträume in Salzwasser zu verbringen, ohne Schaden zu nehmen. Erst 1986 wurden Heringsmöwen als die erste Vögel ausgemacht, die ihre Nistplätze zwischen den kantigen Furchen der Lavaebene errichteten. Bald folgen Silbermöwen, Eissturmvögel und Mantelmöwen. Mit der Kolonisierung durch die Möwen - 1999 waren es 300 Paare - ging auch eine rasche Entwicklung der Flora einher, da die Vögel auf ihren Erkundungsflügen Samen von benachbarten Landstrichen aufnahmen und so nach Surtsey brachten. Anhand dieser Beobachtung schließen Wissenschaftler auf die herausragende Bedeutung von Vögeln für die Besiedelung steriler Landstriche. Man schätzt, dass 75% der Gefäßpflanzenarten auf Surtsey durch Vögel eingebracht wurden und nur 14% durch Wind sowie 11% über das Meer.
Siehe auch
Weblinks
Koordinate: 63° 18′ n. Br., 20° 36′ w. L.



