Superabsorber

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Superabsorber (Superabsorbent Polymers, SAP) werden Kunststoffe genannt, die in der Lage sind, ein Vielfaches ihres Eigengewichts - bis zum 300fachen - an Flüssigkeiten (meist Wasser) aufzusaugen.

Das Produkt kommt als weißes, grobkörniges Pulver mit Partikelgrößen von 100 - 1000 µm (= 0,1 - 1,0 mm) zum Einsatz. Es findet größtenteils in Babywindeln, jedoch auch in Produkten für die Damenhygiene, der Inkontinenzversorgung und in geringen Mengen auch in Kabelummantelungen für Tiefseeleitungen Verwendung. Es etablieren sich jedoch auch nach und nach andere Anwendungszwecke, wie z.B. Superabsorber als Hilfsmittel zur Brandbekämpfung oder als Zusatz für Pflanzenerde um dauerhaft Wasser zu speichern. Hierbei kommt jedoch wegen der besseren Umweltverträglichkeit kalilaugeneutralisierte Acrylsäure zum Einsatz. Große Hersteller für Superabsorber sind unter anderem die BASF AG, Stockhausen GmbH, oder Nippon Shokubai. Große Superabsorberabnehmer sind z. B. Procter & Gamble, Kimberly-Clark oder SCA, in Deutschland Paul Hartmann AG, ONTEX GmbH.

Chemisch handelt es sich bei dem Superabsorber um ein Copolymer aus Acrylsäure (Propensäure, C3H4O2) und Natriumacrylat (Natriumsalz der Acrylsäure, NaC3H3O2), wobei das Verhältnis der beiden Monomere zueinander variieren kann. Zusätzlich wird ein so genannter Kernvernetzer (Core-Cross-Linker, CXL) der Monomerlösung zugesetzt, der die gebildeten langkettigen Polymermoleküle stellenweise untereinander durch chemische Brücken verbindet (sie "vernetzt"). Durch diese Brücken wird das Polymer wasserunlöslich. Beim Eindringen von Wasser oder wässrigen Salzlösungen in den Polymerpartikel quillt er auf und strafft auf molekularer Ebene dieses Netzwerk - das Wasser kann ohne Hilfe nicht mehr entweichen.

Nach heutigem Entwicklungsstand nennt man das Produkt in dieser Form "Basispolymer", da im Laufe der Jahre die Anforderungen an den Superabsorber gewachsen sind und weitere Veredelungsschritte angewandt werden. Als wichtigster sei hier nur die so genannte Oberflächen-Nachvernetzung (Surface-Cross-Linking, SXL) genannt. Dabei wird eine weitere Chemikalie auf die Oberfläche eines jeden Partikels aufgebracht, und durch eine unter Hitze stattfindende Reaktion wird ein zweites Netzwerk nur auf der äußeren Schicht des Korns geknüpft. Dieses verhindert durch eine ebenfalls eintretende Straffung bei Flüssigkeitsabsorption selbst unter Druck ein Entweichen der aufgenommenen Lösung - wichtig für eine Windel, die nicht wieder auslaufen soll, wenn das Baby sich mit seinem Körpergewicht darauf setzt.

Ein relativ neues Mitglied in der Familie der Superabsorber ist Geohumus, ein Polymergranulat, das Wasser in großen Mengen aufnehmen kann und das in Erdböden eingebracht wird, um die Wasserspeicherkapazität des Bodens zu erhöhen. Geohumus soll dazu dienen, Bodenerosion zu bekämpfen, abgeholzte Regenwälder neu entstehen zu lassen und Wüsten zu begrünen.

Mitgründer der Firma ist der Erfinder der sogenannten Superabsorber. Geohumus soll vermarktet werden von der Geohumus International Vertriebs GmbH in Frankfurt am Main. Das Unternehmen wurde Ende 2003 gegründet. Die Produktion von Geohumus erfolgt bislang durch ein beauftrages Chemieunternehmen und beträgt bislang nur eine Tonne pro Tag.

Geohumus wurde bislang vor allem zu Testzwecken im Weinbau und auf Golfplätzen verwendet. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass das Produkt grundsätzlich auch für die Wüstenbekämpfung geeignet ist.



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