Substantiv

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Ein Substantiv (auch Hauptwort, Namenwort oder Dingwort; zum Teil auch Nomen) bezeichnet ein bestimmtes Objekt oder eine bestimmte Person, die in Raum und Zeit existiert oder existiert hat. Außerdem gehören in der deutschen Sprache (und einigen anderen) zu den grammatischen Substantiven abstrakte Objekte oder Eigenschaften, wie Wirklichkeit, Güte, Unwissenheit, Unmöglichkeit, das Gehen, das Rot und andere.

Zu unterscheiden sind:

  • Eigenname, Name (lat. nomen proprium): Paula, die Alpen, Hamburg
  • Gattungsname, (lat. nomen appellativum): Mensch, Tisch, Kunst, Liebe
  • Stoff-/Substanzname: Milch, Gold

Substantive gehören wie Substantivierungen (die Blauen, das Streiten, das Ich) zu den Nomen. Das Nomen bildet den Kopf der Nominalphrase: „ein schönes Bild“, „die lieben Kleinen“, „der Mann, der zuviel wusste“. Der Kopf gibt Genus-, Numerus- und Kasusmerkmale an die veränderbaren Teile der Nominalphrase weiter, bestimmt also die Grammatik dieser Wortgruppe. Substantive scheinen in allen Sprachen vorzukommen - der westliche Begriff von ihnen ist aber nicht immer problemlos übertragbar, das gilt z.B. für den irokesischen Sprachtyp.

In der deutschen Sprache können aus verschiedenen anderen Wortarten Substantive gebildet werden. Zum Beispiel können aus Verben (wie „zurückgehen“) Verbalsubstantive („der Rückgang“) gebildet werden.

Aus einigen Substantiven können auch Wörter anderer Wortarten gebildet werden.

Substantive beginnen im Deutschen mit einem Großbuchstaben.

Beispiele:

Deutsche Substantive gehören entweder dem Genus Maskulinum (männlich) mit dem bestimmten Artikel der, dem Femininum (weiblich) mit dem bestimmten Artikel die oder dem Neutrum (sächlich) mit dem bestimmten Artikel das an.

Im DaF-Unterricht („Deutsch als Fremdsprache“) macht die Grammatik von der Möglichkeit Gebrauch, für die Fremdsprachenlerner das Genus des Substantivs über die Substantivendung und den Artikel erkennbar zu machen. Besonders zuverlässig sind die Regeln für die femininen Substantive, unter denen sich zahlreiche mit den Endungen -e, -anz, -ion, -ik, -heit, -keit, -ung und -tät finden.

Substantive sind in flektierenden Sprachen deklinierbar („beugbar“), im Deutschen existieren vier Fälle (Kasus): Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ. Die deutsche Deklination ist noch einigermaßen komplex. Das Englische hat kaum noch Kasusdifferenzierungen, es nähert sich in dieser Hinsicht dem Chinesischen, das keinerlei Flexion aufweist.

Obwohl die meisten Substantive in den Numeri Singular und Plural vorkommen, werden bestimmte Substantive nur im Singular (Singularetantum) bzw. im Plural (Pluraletantum) gebraucht.

Zusammengesetzte Substantive (Komposita)

Durch Zusammensetzung mehrerer Wörter können neue Substantive gebildet werden.

Beispiele:

  • das Rotwild
  • der Autoverkehr
  • die Sonnenfinsternis
  • der Landesmusikdirektor
  • die Fluss-Schifffahrt bzw. die Flussschifffahrt
  • die Donaudampfschifffahrtsgesellschaftskapitänsmützenkokarde

Dabei steht das Grundwort in der deutschen Sprache und vielen anderen Sprachen rechts, links davon stehen entsprechende modifizierende bzw. erklärende Wörter, die selbst zusammengesetzt sein können. Prinzipiell können so beliebig lange Substantive gebildet werden, die meisten bestehen aber aus zwei, drei oder vier Wörtern. In der deutschen Sprache werden zusammengesetzte Substantive zusammengeschrieben oder zur Verdeutlichung der Struktur durch einen Bindestrich verbunden.

In einigen Sprachen, zum Beispiel im Englischen, werden sie jedoch oft weder zusammengeschrieben, noch besonders gekennzeichnet. Die getrennte Schreibweise wird immer häufiger irrtümlich ins Deutsche übernommen. Dieses Phänomen bezeichnet man abwertend als Deppenleerzeichen.

Siehe auch

Bild:Wiktionary-logo-en.png Wiktionary: Substantiv – Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen


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