Stuttgarter Straßenbahnen

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Bild:Stuttgart dt8.jpg Die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) ist die Straßenbahngesellschaft der Stadt Stuttgart. Sie ist in den Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) eingebunden.

Liniennetz

Die SSB betreibt fünfzehn Stadtbahnlinien, vier davon nur zu bestimmten Veranstaltungen, eine Straßenbahnlinie, eine Zahnradbahnlinie, eine Standseilbahnlinie und 54 Buslinien. Darüber hinaus werden im Auftrag der Stuttgarter Historischen Straßenbahnen e. V. zwei Oldtimer-Straßenbahnlinien betrieben. Weiterhin gehört zur SSB noch die Kinderstraßenbahn Rumpelstilzchen auf dem Areal des Waldheims in Stuttgart-Degerloch.


Stadtbahn

Das Stadtbahnnetz umfasst 2003 190 km Linienlänge und 113 km Streckenlänge. Neben Stuttgart verkehren einige Stadtbahnlinien auch in den Nachbarstädten Fellbach, Gerlingen, Leinfelden-Echterdingen, Ostfildern und Remseck am Neckar.

Linien, die nur zu bestimmten Veranstaltungen verkehren, sind kursiv gesetzt. Endhaltestellen in Klammern werden nur Montag bis Freitag in der Hauptverkehrszeit angefahren.

Linie Bild:Stadtbahn Logo.png Stadtbahnstrecke

U1

U1 Fellbach – Charlottenplatz – Vaihingen

U2

U2 Hölderlinplatz – Charlottenplatz – Bad Cannstatt - Neugereut

U3

U3 PlieningenMöhringen – Vaihingen

U4

U4 Botnang – Charlottenplatz – Untertürkheim

U5

U5 (ab 10. Dezember 2005: Mönchfeld –) Freiberg- (vorläufige Enthaltestelle Suttnerstraße) – Hauptbahnhof – Leinfelden (nur jede zweite Bahn fährt nach Leinfelden)

U6

U6 Gerlingen – Hauptbahnhof – Möhringen (– Vaihingen)

U7

U7 Killesberg (Messe) – Hauptbahnhof – Ostfildern

U8

U8 Ostfildern – Degerloch – Möhringen - Vaihingen
(nur werktags in der Hauptverkehrszeit)

U9

U9 Hedelfingen – Hauptbahnhof – Vogelsang (– Botnang)

U11

U11 Hauptbahnhof – Cannstatter Wasen / Daimler-Stadion / Schleyer-Halle
(nur bei Volksfesten, Sportveranstaltungen oder Konzerten)

U13

U13 (Giebel –) Feuerbach Pfostenwäldle – Bad Cannstatt – Hedelfingen

U14

U14 Remseck Neckargröningen – Hauptbahnhof – Heslach Vogelrain

U16

U16 Feuerbach Pfostenwäldle – Cannstatter Wasen / Daimler-Stadion / Schleyer-Halle
(bei Volksfesten, Sportveranstaltungen oder Konzerten)

U17

U17 Killesberg (Messe) – Hauptbahnhof – Degerloch Albstraße (– Möhringen) (nur Messelinie)

U18

U18 Waldau – Degerloch – Vaihingen (nur bei Sportveranstaltungen)

Bild:Stuttgart gt4.jpg Bild:Standseilbahn Stuttgart2.jpg

Straßenbahn, Zahnradbahn, Standseilbahn

Linie Nr. Bahnstrecke

10

10 Zahnradbahn Degerloch – Marienplatz

15

15 Straßenbahn Ruhbank–Stammheim (wird 2007 eingestellt und bis 2010 in zwei Abschnitten auf Stadtbahnbetrieb umgestellt)

19

19 Oldtimer-Straßenbahn Zuffenhausen – Stammheim (Fahrzeiten siehe Straßenbahnmuseum Zuffenhausen; gesonderter Tarif)

20

20 Standseilbahn Südheimer Platz – Waldfriedhof

23

23 Oldtimer-Straßenbahn Zuffenhausen – Hauptbahnhof (Fahrzeiten siehe Straßenbahnmuseum Zuffenhausen; gesonderter Tarif)

Bild:S-Bahn Berlin Logo.png S-Bahn siehe S-Bahn Stuttgart


Umstellung der Straßenbahn auf Stadtbahnbetrieb

Seit 1983 wurden die drei Vorserienfahrzeuge des Stuttgarter Stadtbahntriebwagens DT8 (DT8.1- DT8.3) auf dem Abschnitt Plieningen - Möhringen der Linie 3 im Probebetrieb eingesetzt. 1985 wurde die Linie 3 von Plieningen nach Vaihingen als erste Linie komplett auf Stadtbahn umgestellt. Darauf folgten 1986 die Linien 1 und 14, 1988 die Linie 11 (damals noch Linie E), 1989 die Linie 9, 1990 die Linien 5 und 6, 1993 die Linie 7, 1994 die Linie 4, 1997-1998 die Linie 13, 2000 die Linien 16, 17 und 18 seitdem als "Veranstaltungslinien". Als letztes wurde 2002 die Linie 2 auf Stadtbahn umgestellt. Bis 2010 soll auch die letzte Straßenbahnlinie 15 auf Stadtbahn umgestellt werden

Projekte

  • Neubau der Strecke Freiberg – Mönchfeld (Inbetriebnahme: 10. Dezember 2005)
  • Stadtbahnmäßiger Ausbau der Strecke Olgaeck – Ruhbank/Fernsehturm (Südast der Straßenbahnlinie 15) unter Beibehaltung der Meterspur für den Museumsverkehr (begonnen im September 2005, geplante Fertigstellung bis 2007)
  • Verlängerung der Linie U6 von Möhringen Bahnhof über Möhringen Freibad und den Stadtteil Fasanenhof (neue Haltestellen: Bonhoefferkirche und Europaplatz) zum Gewerbegebiet Fasanenhof Ost (bis Ende 2008)
  • Umstellung der kompletten Linie 15 mit den Abschnitten Nordbahnhofstraße und Zuffenhausen – Stammheim auf Stadtbahn (bis 2010)
  • Wiederaufbau der 1990 stillgelegten Strecke zwischen den Stadtteilen Leinfelden und Echterdingen (vorauss. bis Haltestelle Hinterhof)
  • Fortführung der U6 vom Gewerbegebiet Fasanenhof Ost zur Neuen Messe am Flughafen
  • Neubau einer neuen Stadtbahnlinie (U12) vom Hauptbahnhof über Mittnachtstraße, Löwentor, Hallschlag und Münster nach Mühlhausen bzw. Remseck in Verknüpfung mit dem Projekt "Stuttgart 21"
  • Bau von Aufzügen sowie Umbau aller Stationen auf Hochbahnsteig zum besseren Einsteigen für Personen mit Kinderwagen oder behinderten Menschen
  • Verlängerung der bestehenden Hochbahnsteige auf dem Abschnitt Daimler-Stadion/Schleyer-Halle – Innenstadtschleife der Tallängslinie auf 80 Meter, um bis zur Fußball-WM 2006 den Einsatz von Doppelzügen zu ermöglichen
  • Weiter in der Diskussion, aber noch nicht in konkreter Planung befinden sich u.a. der "Lückenschluss" von Mönchfeld nach Mühlhausen (U5), die Erschließung des Gewerbegebietes "Wallgraben" zwischen Möhringen und Vaihingen und die Fortführung der "Neuen Messelinie" Richtung Filderstadt und darüber hinaus.

Geschichte

  • 1868 wird die Stuttgarter Pferde-Eisenbahn-Gesellschaft (SPE) gegründet und betreibt eine normalspurige Pferdebahn.
  • 1884 wird die Filderbahn-Gesellschaft (FBG) gegründet und betreibt eine meterspurige Zahnradbahn im Dampfbetrieb.
  • 1886 wird die Neue Stuttgarter Straßenbahngesellschaft Lipken und Cie. (NSS) gegründet und betreibt eine meterspurige Pferdebahn.
  • 1889 fusionieren die Stuttgarter Pferde-Eisenbahn-Gesellschaft und die Neue Stuttgarter Straßenbahngesellschaft Lipken und Cie. zur Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB). Die Meterspur wird einheitliche Spurweite - vor allem wegen der Topographie der Stadt.
  • 1895 wird das Streckennetz elektrifiziert (erste Versuche fanden 1892 statt).
  • 1919 wird die Cannstatter Straßenbahn GmbH übernommen.
  • 1920 wird durch eine durch die Stadt Stuttgart finanzierte Gleisverbindung am Bopser die Filderbahn mit dem Netz der SSB verbunden. Durch die Umrüstung von fünf Filderbahn- und acht SSB-Triebwagen sowohl mit Schleifbügel- als auch mit Rollenstromabnehmer wird ein durchgehender Verkehr von Stuttgart nach Degerloch über die Neue Weinsteige ermöglicht.
  • 1921 wird die Betriebsführung der Filderbahn übernommen.
  • 1929 wird die Standseilbahn zum Waldfriedhof in Betrieb genommen.
  • 1933 erreicht erstmals ein durchgehender Zug von Stuttgart den Bahnhof Möhringen, nachdem die Fahrleitung der Filderbahnstrecken rollenstromabnehmertauglich ausgebaut worden war.
  • 1934 werden die Filderbahn und die Städtische Straßenbahn Feuerbach–Gerlingen (SSF) übernommen.
  • 1945 sind aufgrund von Kriegseinwirkungen zahlreiche Fahrzeuge und Betriebsanlagen zerstört.
  • 1954 werden die ersten von der Maschinenfabrik Esslingen gebauten Ganzstahl-Zweiachser T2 in Betrieb genommen, die letzten zweiachsigen Straßenbahnen in Stuttgart (im Liniendienst bis 1976).
  • 1959 wird die erste Serie der heutigen Straßenbahn-Gelenktriebwagen GT4 (insgesamt 350 Fahrzeuge) ausgeliefert.
  • 1961 wird die Linie 3 als erste innerstädtische Straßenbahnlinie komplett auf Omnibusbetrieb (Linie 41) umgestellt, in den folgenden Jahren wird das Netz immer weiter gestrafft und ausgedünnt.
  • 1962 beginnen die Bauarbeiten am Charlottenplatz für die erste Tunnelstrecke.
  • 1964 werden 70 Wagen des Typs T2 zu Doppeltriebwagen mit Mittelteil vom Typ DoT4 umgebaut. Diese blieben noch bis etwa 1985 im Liniendienst und danach (in reduzierter Stückzahl) noch bis heute als Arbeitswagen im Einsatz.
  • 1965 Auf zwei Außenbuslinien kommen Eineinhalbdecker-Omnibusse des Typs MB O 317 zum Einsatz (bis 1975).
  • 1966 wird die erste Tunnelstrecke am Charlottenplatz in Betrieb genommen.
  • 1976 werden die Straßenbahnstrecken zum Killesberg und zur Doggenburg (Linie 10) durch den neuen Tunnel Heilbronner Straße vom Restnetz abgehängt und auf Omnibus (damals Linie 43) umgestellt.
  • 1978 wird die SSB in den neu gegründeten Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) eingebunden. Die Außenbuslinien erhalten nun Zahlen statt der bisher üblichen Buchstaben zur Linienkennung. Der letzte oberirdische Straßenbahnverkehr an Schloßplatz und Oberer Königstraße sowie die Strecken nach Gablenberg (Linie 8) und zum Leipziger Platz (Linie 21) werden eingestellt.
  • 1980 setzt die SSB mit dem zum "Partywagen 999" umgerüsteten DoT4 929 ein damals in Deutschland noch neuartiges Sonderfahrzeug ein, das von jedermann gemietet werden kann und sich großer Beliebtheit erfreute. Nach seinem Vorbild führen später auch andere Verkehrsbetriebe entsprechende Party- oder Restaurantsonderwagen ein.
  • 1982 wird mit Zahnradbahn-Vorstellwagen 117 (Baujahr 1896!) das älteste im Plandienst eingesetzte Fahrzeug aus dem Verkehr genommen und an einen Privatsammler verkauft. Dafür kommen nun Zug um Zug die neuen Triebwagen des Typs ZT 4 auf der Zahnradbahn zum Einsatz.
  • 1983 tauscht die SSB die seitherigen fahrbereiten Museumsbeiwagen 1574 und 1606, die zum Verschrotten abgestellt wurden, gegen die baugleichen, aus dem Plandienst ausgeschiedenen Beiwagen 1547 und 1605 aus. Beiwagen 1606 war danach noch einige Jahre als "rollender Infostand" immer mal wieder an verschiedenen Stellen in Stuttgart anzutreffen.
  • 1984 wird mit dem Tunnel Feuerbach-Pragsattel unter der Siemensstraße erstmals ein Stadtbahntunnel in einem Stuttgarter Vorort in Betrieb genommen (bis 1990 noch im Straßenbahn-Vorlaufverkehr).
  • 1985 wird die erste meterspurige Straßenbahnlinie auf normalspurigen Stadtbahnbetrieb (Linie 3) umgestellt.
  • 1988 wird die "Volksfestlinie" (später U11) bis Cannstatter Wasen erstmalig mit Stadtbahnfahrzeugen bedient.
  • 1989 erhalten alle Stadtbahnlinien ein "U" vor ihrer Liniennummer; durch die Umstellung der Linie 9 entfällt die bisherige Wangener Ortsdurchfahrt, stattdessen verkehrt sie nun wie die Linien 4 und 13 über das Gleisdreieck Wasenstraße.
  • 1990 Mit den Talquerlinien U5 und U6 werden erstmals zwei neue Stadtbahnlinien gleichzeitig in Betrieb genommen, dennoch erreicht mit der aus heutiger Sicht übereilten Einstellung der Strecken Leinfelden-Echterdingen (Linie 6) und Vaihingen-Rohr (Linie 1; bereits 1986 erfolgt) die Ausdünnung des Netztes ihren absoluten Höhepunkt.
  • 1992 wird die U6 nach Fertigstellung des Weilimdorfer Tunnels bis Giebel verlängert. Der historische Beiwagen 1606 erfüllt vor seiner endgültigen Zerlegung noch eine letzte Aufgabe als Informations- und Vorverkaufsstand auf dem Schlossplatz für die "Internationale Gartenbauausstellung" 1993 in entsprechender Lackierung
  • 1993 erreicht die Linie U6 die Stadtgrenze Gerlingens und die neu eingeführte U7 fährt als erste Linie in Doppeltraktion (zwei Stadtbahnen aneinander gekuppelt). Die bisherige Außenbuslinie A Stuttgart-Flughafen wird, bedingt durch den S-Bahnausbau, eingestellt und die meisten Filder-Überlandbuslinien von Stuttgart ZOB auf den neuen Busbahnhof Degerloch zurückgenommen
  • 1994 erreicht die Stadtbahn (Linien U4 und U9) Botnang, dafür fällt der Abschnitt Untertürkheim-Obertürkheim dem Ausbau der Linie 4 zum Opfer.
  • 1995 eröffnet nach sechsjähriger Vorlaufzeit in Gerlingen das Straßenbahnmuseum Zuffenhausen. Auch der beliebte "Partywagen 999" wird nach Ablauf seiner Betriebszulassung dort abgestellt, da ihm im Laufe der Jahre durch den Stadtbahnausbau die Einsatzstrecken verloren gegangen waren.
  • 1998 fährt die Stadtbahnlinie U7 nicht mehr nach Degerloch sondern zur Haltestelle Ruhbank (Fernsehturm).
  • 1999 hält mit dem DT8.10 die nächste Generation Stadtbahnfahrzeuge Einzug, außerdem werden die Streckenabschnitte zwischen Mühlhausen-Remseck Neckargröningen (U14) und Ruhbank (Fernsehturm)-Heumaden (U7) eröffnet. Die Linie 15 fährt dafür nur noch bis Ruhbank (Fernsehturm).
  • 2000 wird die Filderstrecke zwischen Heumaden und Ostfildern-Nellingen eröffnet, die U8 fährt nun von Vaihingen nach Nellingen und die U7 von der Messe Killesberg nach Nellingen.
  • 2002 wird die Linie U2 in Abschnitten zwischen Hölderlinplatz und Hauptfriedhof eröffnet.
  • 2005 werden die Streckenverlängerungen Hauptfriedhof-Neugereut (U2) und Freiberg-Mönchfeld (U5) eröffnet.
  • 2007 soll die letzte Straßenbahnlinie auf Stadtbahnbetrieb (U15) umgestellt werden.

BUS-Linien

Siehe Fahrpläne des VVS

Literatur

  • Stuttgarter Straßenbahnen = Tramwaylines of Stuttgart (Germany) / von Gottfried Bauer, Ulrich Theurer u. Claude Jeanmaire. - Villigen, AG, Schweiz : Verl. Eisenbahn. ISBN 3-85649-026-4
  • Die Fahrzeuge der Stuttgarter Straßenbahnen = Tramcars of Stuttgart / Gottfried Bauer, Ulrich Theurer u. Claude Jeanmaire. - Villigen, AG, Schweiz : Verl. Eisenbahn. ISBN 3-85649-033-7
  • Straßenbahnen um Stuttgart = Tramways around Stuttgart (Germany) / Gottfried Bauer, Ulrich Theurer u. Claude Jeanmaire. - Villigen, AG, Schweiz : Verl. Eisenbahn. ISBN 3-85649-047-7
  • Von der Straßenbahn zur Stadtbahn Stuttgart 1975-2000 / Gottfried Bauer, Ulrich Theurer - Stuttgarter Straßenbahnen AG, Stuttgart. ISBN 3-00-006615-2
  • Nikolaus Niederich: Stadtentwicklung und Nahverkehr: Stuttgart und seine Straßenbahnen 1868 bis 1918. Veröffentlichungen des Archivs der Stadt Stuttgart, Band 79, Stuttgart 1998, ISBN 3-89850-958-3

Weblinks





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