Stuttgarter Fernsehturm

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AKTUELL: Wegen Sanierungsarbeiten am Turmkorb bleibt der gesamte Turm ab dem 2. Mai 2005 bis Ende November 2005 geschlossen - Ab dem 1. Dezember 2005 sind die Besucherplattform und das Café wieder offen.
Bild
Bild:Fernsehturm Stuttgart (Deutschland)-TV tower Stuttgart (germany).jpg
Basisdaten
Ort: Stuttgart
Verwendung: Fernsehturm
Bauzeit: 1954 - 1956
Ingenieur: Prof. Dr. Ing. Fritz Leonhardt
Technische Daten
Höhe: 216,80 m
Baustoff: Stahlbeton

Der Stuttgarter Fernsehturm war der erste Fernsehturm seiner Art in der Welt.

Inhaltsverzeichnis

Baugeschichte

Als Antenne für Radio- und Fernsehsignale war ursprünglich ein damals üblicher, 200 Meter hoher Stahlgittermast vorgesehen. Doch der Turm- und Brückenkonstrukteur Prof. Dr. Ing. Fritz Leonhardt konzipierte mit Prof. Erwin Heinle und Rolf Gutbrod eine elegante Betonnadel, deren Turmkorb auch touristisch genutzt werden sollte. Der Vorteil für den damaligen Süddeutschen Rundfunk zeigte sich bereits nach fünf Jahren: Die Baukosten in Höhe von 4,2 Millionen Mark (rund 2,14 Millionen Euro) hatten sich durch die Besucher innerhalb von 5 Jahren amortisiert. Damit wurde der Fernsehturm in Stuttgart das Vorbild für unzählige Konstruktionen in der Welt.

Lediglich acht Meter tief reicht das Fundament in die Erde. Bedingt durch das hohe Fundamentgewicht und auflastendes Erdreich - der Durchmesser der Fundamentsohle ist drei mal so groß wie der Durchmesser der Betonröhre in Höhe des Eingangs - kann der Turm angreifende Windkräfte wie ein Stehaufmännchen abfedern.

Er befindet sich auf dem 483 m hohen Hohen Bopser im Stadtbezirk Degerloch am Südrand des Stuttgarter Talkessels. Baubeginn war am 10. Juni 1954. Nach einer Bauzeit von 20 Monaten wurde er am 5. Februar 1956 vom Süddeutschen Rundfunk (heute: Südwestrundfunk – SWR) in Betrieb genommen. Der SWR strahlt von dort seine Hörfunkprogramme sowie das 1. Fernsehprogramm der ARD aus. In abstrahierter Form in einem Kreis bildete der Fernsehturm das Logo des Süddeutschen Rundfunks bis zur Fusion mit dem Südwestfunk.

Obwohl der Turm bei Baubeginn heftig umstritten war, wurde er bald nach Fertigstellung zum weltweit bekannten Wahrzeichen von Stuttgart und zur Touristenattraktion. Von den zwei Aussichtplattformen hat man einen wunderschönen Ausblick auf die Landeshauptstadt, die Weinberge im tief eingeschnittenen Neckartal, das Stuttgarter Umland bis zur Schwäbischen Alb und zum Schwarzwald. An klaren Tagen reicht das Panorama bis zu den Gipfeln der Schweizer Alpen (zum Beispiel bis zum Säntis).

Eine Besonderheit des Stuttgarter Fernsehturms ist, dass er neben der üblichen roten Flugsicherheitsbefeuerung noch drei weiße rotierende Xenon-Hochdruckscheinwerfer mit einer Lichtleistung von 1600 Watt, wie sie auch auf Leuchttürmen verwendet werden, besitzt. Diese Scheinwerfer werden bei Nacht und schlechtem Wetter – ggf. auch vom Flughafen Stuttgart aus – angeschaltet und sind noch in über 50 Kilometer Entfernung gut auszumachen. Ursprünglich war geplant, den gesamten Turm rot-weiß zu bemalen. Zur Weihnachtszeit werden im Antennenmast noch einige zusätzliche weiße Lampen installiert, die aber nicht von allen Richtungen gut auszumachen sind.

Nach den Sanierungsarbeiten im Hebst 2005 verbleiben 2 der 4 Stockwerke im Turmkorb aus Kostengründen im Rohbauzustand und sind für die Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich.

Bild:Fsts g1.jpg

Technische Informationen

  • Höhenlage & Standort: Fuß des Turmes 483 m ü.d.M. / Hoher Bopser
  • Gesamthöhe bis zur Antennenspitze: 216,80 Meter (699,80 m ü. NN)
  • Höhe der oberen Aussichtsplattform: 153,50 Meter (636,50 m ü. NN)
  • Höhe der unteren Aussichtsplattform: 150 Meter (633,00 m ü. NN)
  • Durchmesser des Fundamentes: 27 Meter
  • Gesamtgewicht des Turmes: ca. 3.000 Tonnen
  • Gewicht des Fundaments: ca. 1.500 Tonnen
  • Gewicht des Antennenmasts: 48 Tonnen
  • Fahrgeschwindigkeit der Aufzüge: 5 m pro Sekunde
  • Fahrzeit: ca. 36 Sekunden
  • Panorama-Café im Turmkorb in 147 Meter Höhe (630,00 m ü. NN)
  • Maximaler Durchmesser des Turmkorbs: 15 Meter
  • Baukosten 1956: 4,2 Millionen Mark (rund 2,14 Millionen Euro)
  • Anfahrt mit ÖPNV: Stadtbahn U7, Straßenbahn Linie 15 und Bus 70 Zielhaltestelle Ruhbank (Fernsehturm)
  • Öffnungszeiten: täglich ab 9 Uhr (letzte Auffahrt 22.30 Uhr)
  • 3 x 120° Xenon-Drehlinsenbefeuerung von Siemens
  • Geographische Lage:Koordinate: 48° 45' 24" N, 9° 11' 29" O48° 45' 24" N, 9° 11' 29" O

Geschichte

Bild:Johann-traber-fernsehturm-s.jpg

  • 10. Juni 1954: Grundsteinlegung
  • 5. Februar 1956: Einweihung
  • Oktober 1965 bis Dezember 1965: Verlängerung des Antennenträgers um 5,8 Meter, sodass der Turm heute 216,8 Meter hoch ist
  • 1993: Im Rahmen des Kunstprojekts "Inter-Info" werden vom Turmkorb zum Boden drei Stahlseile gespannt, an denen rote Windsäcke aufgehängt werden. Leider verhängen sich diese in den Seilen und das Projekt "Inter-Info" wird nach 3 Monaten vorzeitig abgebrochen.
  • Bei einem Weltrekordversuch erreichte am 20. Mai 2004 der Hochseilartist Johann Traber mit einem smart-Roadster-coupé auf zwei 192 m langen, am Turm verankerten Stahlseilen in 53 m Höhe. Die beiden Seile hatten jeweils eine Dicke von 16 mm und einen Abstand von 1,63 Metern. Die Hin- und Rückfahrt dauerte insgesamt 32 Sekunden.
  • Mai 2005 bis November 2005: Sanierungsarbeiten am Turmkorb mit Schließung des Turms wegen sicherheitskritischer Korrosionsschäden an den Befestigungen.

Frequenzen

Weitere Türme in Stuttgart

Stuttgarter Bismarckturm, Killesbergturm, Tagblatt-Turm, Aussichtsturm Burgholzhof, Sendetürme in Stuttgart

Literatur

  • Fernsehturm Stuttgart, Fernsehturm-Betriebs-GmbH, Stuttgart, 1991
  • Professor Dr.-Ingenieur Walther Drechsel, Turmbauwerke, Wiesbaden, Berlin, 1967
  • Schlaich, Jörg und Matthias Schüller Ingenieurbauführer Baden-Württemberg, Bauwerk Verlag, Berlin (Deutschland), 1999 ; Seite 486-488.

Weblinks



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