Staude
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Bild:Lilie Orientaler Hybride.jpg Stauden (von mittelhochdeutsch „stude“) ist im wesentlichen ein gärtnerischer Begriff.
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Beschreibung
Stauden sind mehrjährige ausdauernde (perennierende) krautige Pflanzen, deren oberirdische Pflanzenteile im Gegensatz zu Bäumen und Sträuchern nicht verholzen, sondern krautig weich sind und in der Regel nach jeder Vegetationsperiode absterben. Im Gegensatz zu den anderen krautigen Pflanzen, den Einjährigen und den Zweijährigen, überdauern Stauden mehrere Jahre. Stauden überwintern je nach Art in Form von Rhizomen (im Volksmund Wurzelstöcken, aber es sind Teile des Sprosses), Knollen, Zwiebeln, Stolonen (Ausläufern, Teile des Sprosses) und Wurzelspeicherorganen etc., die sich sowohl unter als auch knapp über der Erdoberfläche befinden können. Aus den Überwinterungsknospen treiben die Stauden in den folgenden Vegetationsperioden immer wieder aus. Abweichend von dieser Regel gibt es unter den Stauden auch eine Reihe wintergrüner Arten, die nicht "einziehen". So ist der Begriff Staude relativ eindeutig umgrenzt, während der Begriff Kräuter, der gelegentlich auch für Stauden verwendet wird, sehr viele Bedeutungen und Verwendungen hat.
Was zählt alles zu den Stauden?
Das Spektrum der Stauden reicht von kleinen Sukkulenten (Sukkulente werden allerdings üblicherweise nicht Stauden genannt) (fleischig-saftige Stauden, die sich besonders der Trockenheit angepasst haben) bis hin zu großen Prachtstauden. Neben den eigentlichen "Blütenstauden" zählen auch die meisten winterharten Farne sowie viele Gräser, Zwiebel- bzw. Knollenpflanzen und Wasserpflanzen zu den Stauden.
Staude des Jahres
Seit dem Jahr 2000 wird durch den Bund deutscher Staudengärtner alljährlich eine gärtnerisch bedeutsame Pflanzengattung zur Staude des Jahres ernannt.
Staudenverwendung im Garten
Die Stauden unserer Gärten stammen aus den gemäßigten Klimazonen aller Kontinente. Das Sortiment der heimischen Stauden und der Stauden aus dem Mittelmeerrraum, welche schon seit Jahrhunderten in mitteleuropäischen Gärten kultiviert werden, wurde in den letzten drei Jahrhunderten zunehmend durch eine Vielzahl an Stauden vor allem aus Asien und Nordamerika bereichert.
Bis über die Mitte des 19. Jahrhunderts hinaus bestimmten hauptsächlich heimische Gewürz- und Heilpflanzen die Palette der Stauden in den Gärten. Schmuckstauden fanden sich dort zunächst nur in geringer Zahl. Nachdem das Angebot gartenwürdiger Stauden von anderen Kontinenten ab der Mitte des 18. Jahrhunderts deutlich zugenommen hatte, initiierten seit 1870 englische Staudenenthusiasten wie William Robinson und Gertrude Jekyll die Zusammenstellung von Stauden zu kunstvollen Pflanzungen nach rein ästhetischen Gesichtspunkten. Und in Deutschland weckte der Staudenzüchter und Gartenpoet Karl Foerster in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Begeisterung für die Staudenverwendung im Garten mit Büchern wie dem "Blütengarten der Zukunft".
Während in Großbritannien aufgrund der Gunst des Klimas Stauden vorwiegend nach ihren ästhetischen Qualitäten verwendet werden, richtet sich das Interesse in Deutschland zunehmend auf eine an den natürlichen Standortbedingungen orientierte Staudenverwendung. Die Zuordnung der Stauden zu Lebensbereichen wie Gehölz, Gehölzrand, Freifläche, Steinanlage, Beet oder Wasserrand ermöglicht auf einfache Weise die Zusammenstellung langlebiger Pflanzengemeinschaften für Pflanzplätze unterschiedlichster Art. Die wachsende Zahl gärtnerisch kultivierter Stauden wird vom Arbeitskreis Staudensichtung systematisch geprüft, bewertet und den entsprechenden Lebensbereichen zugeordnet.
Hervorragende Staudengärten in Deutschland
Beispiele
Literatur
- Die Freiland-Schmuckstauden. Hrsg. von Hans Simon. 5. Aufl. Stuttgart 2002.
- Hansen, Richard/Stahl, Friedrich, Die Stauden und ihre Lebensbereiche. 5. Aufl. Stuttgart 1997.
- Phillips, Roger/Rix, Martyn, Stauden. München 1992.
- Fessler, Alfred, Der Staudengarten. Stuttgart 1991.
- Gestalten mit Stauden. Hrsg. von Karlheinz Rücker. Stuttgart 1993.
- Gartenpraxis. Ulmers Pflanzenmagazin. Stuttgart. Erscheint monatlich.
- Die Stauden-CD. Hrsg. von Hans Götz et al. 3. Aufl. Stuttgart 2001.
Weblinks
- Stauden-Datenbank
- Bund deutscher Staudengärtner
- Gesellschaft der Staudenfreunde e.V.
- Perenne e.V. - Verein für Staudenzüchtung und Sortimentsentwicklung



