Sopron

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Sopron [ˈʃopron] (Ödenburg) ist eine Stadt in Ungarn, südwestlich des Neusiedler Sees (16° 34' 49" östl. Länge, 47° 41' 12" nördl. Breite). Sie ragt wie ein Sporn in österreichisches Staatsgebiet und ist auch Korridorstrecke für das österreichische Eisenbahnnetz. Die Stadt hat etwa 55.000 Einwohner und liegt im Komitat Győr-Moson-Sopron. Es gibt eine beträchtliche deutsche Minderheit. Die Stadt ist daher offiziell zweisprachig und liegt etwa 60 km von Wien und 220 km von Budapest entfernt. Sie ist eine der ältesten Städte des Landes und bildet eine Brücke zwischen Ungarn und seinen westlichen Nachbarn. Dies wird auch im Wappen der Stadt symbolisiert.

Nach dem Ersten Weltkrieg war die Stadt als Hauptstadt des Burgenlandes vorgesehen, dessen bei weitem größte Stadt es gewesen wäre. Es gelang der ungarischen Regierung aber, eine Volksabstimmung über den Verbleib bei Ungarn anzusetzen, die im Dezember 1921 mit 65,2 % für Ungarn ausging. Dabei spielte sowohl die massive Manipulation zugunsten Ungarns, als auch die Etablierung des Horthy-Regimes eine Rolle, die dem Bürgertum die Angst vor den „Roten“ nahm, während sozialdemokratische Wähler eher für Österreich stimmten.

Bei Sopron fand am 19. August 1989 das Paneuropäische Picknick statt, bei dem ca. 600 DDR-Bürger über die Grenze nach Österreich flohen. Am Ort dieses historischen Ereignisses werden jährlich Gedenkfeiern veranstaltet.

Heutzutage ist Sopron ein aufstrebender Wirtschaftsstandort in Westungarn, der längst schon mit Österreich wirtschaftlich verbunden ist. In den 1990er Jahren des 20. Jahrhunderts war es ein attraktives Einkaufsziel für die Bewohner des Ballungsraumes Wien. Dies brachte der Stadt auch den Spottnamen Shop-ron ein, der der ungarischen Aussprache entspricht, wenn man einmal von der Vokalqualität absieht. Heute noch werden sehr gerne Zahnärzte aufgesucht, die bis zu einem Drittel billiger sind als ihre österreichischen Kollegen.

War die exponierte Lage der Stadt zur Zeit des Eisernen Vorhanges ein massiver Nachteil, hat sich dies völlig geändert. Aufgrund ihrer nunmehr günstigen Verkehrslage ist sie allmählich auf dem Weg sich zu einem wirtschaftlichen Gravitationszentrum direkt hinter der Ostgrenze Österreichs zu entwickeln.

Sehenswürdigkeiten

Franz Liszt, der berühmte Komponist, gab in Sopron sein erstes Konzert. Das Konferenz- und Kulturzentrum der Stadt trägt seinen Namen.

Wahrzeichen der Stadt ist der Feuerturm. An dessen Südseite wurde zum Gedenken an die Volksabstimmung von 1921 das „Treuetor“ errichtet. Das Rathaus wurde 1896 anlässlich des ungarischen Millenniums erbaut, das gegenüber stehende Stornó-Haus beherbergt eine bedeutende Sammlung. In der Geißkirche fanden im 17. Jahrhundert Krönungen und Landtage statt. Die Dreifaltigkeitssäule wurde im barocken Stil errichtet, ein weiteres Baudenkmal bildet die Ursulinenkirche, die in neugotischem Stil erbaut wurde. Ein Rundgraben wurde entlang des ehemaligen Burggrabens angelegt, die innere Häuserreihe folgt der Linie der Burgmauer.

Partnerstädte

Sopron ist die Partnerstadt von Bozen in Südtirol, von Eilat in Israel und von Kempten im Allgäu.

Weblinks

Homepage der Stadt (ungarisch, deutsch, englisch)



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