Sommersonnenwende

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Zum Zeitpunkt der Sommersonnenwende (lat.: Solstitium), unter anderem auch als Mittsommernacht bezeichnet, am 21. Juni jedes Jahres steht die Sonne auf der nördlichen Erdhalbkugel scheinbar direkt senkrecht über dem nördlichen Wendekreis der Erde. Die Nacht der Sommersonnenwende ist dort aus diesem Grund die kürzeste im Jahr; ab diesem Zeitpunkt werden die Nächte wieder länger und die Tage wieder kürzer bis zur Wintersonnenwende.

Im 20. Jahrhundert konnte die Sonnenwende auch am 22. Juni eintreten. Künftig wird sie manchmal am 20. Juni sein, weil die Schalttagregel die tatsächliche Jahreslänge (365.2422 Tage) nur genähert darstellen kann. Ohne die Gregorianische Kalenderreform würde sich ihr Datum pro Jahrtausend um 7-8 Tage verschieben.

Nicht zu verwechseln ist die Sommersonnenwende mit Johanni, diese Bezeichnung bezieht sich auf den Johannistag am 24. Juni.

Inhaltsverzeichnis

Astronomische Grundlagen

Astronomisch betrachtet handelt es sich bei diesem Ereignis um die Umkehr der Deklinationsbewegung.

Rund um den Tag der Sommersonnenwende geht in Gebieten nördlich des nördlichen Polarkreises die Sonne auch nachts nicht unter. Man spricht hier auch von der Mitternachtssonne.

Von der Südhalbkugel aus betrachtet sind Sommersonnenwende und Wintersonnenwende genau vertauscht, da dort Sommer ist, wenn auf der Nordhalbkugel Winter ist. Auf der Südhalbkugel ist die Sommersonnenwende entsprechend am 21. Dezember/22. Dezember.

Zeitpunkt der Sommersonnenwende

Im Jahr 2003 war der genaue Zeitpunkt der Sommersonnenwende um 21:10 Uhr MESZ, 2004 war sie wegen des Schalttages schon um 02:57 Uhr MESZ. Im Jahre 2005 fand sie um 08:46 Uhr MESZ und 2006 um 13:26 Uhr MESZ statt (2007: 19:06 Uhr MESZ, 2008: 00:59 Uhr MESZ).

Sommerpunkt und Präzession

Durch die Präzession wandert der Sommerpunkt (der Punkt, an dem die Sonne von der Erde aus am Himmel zu "stehen" scheint) im Laufe von 25800 Jahren einmal durch den gesamten Tierkreis. Legt man die modernen Grenzen der Sternbilder zu Grunde, dann befindet er sich in folgenden Sternbildern :

Sternbild Eintritt Mitte Austritt
Schütze 13000 v.Chr. 11825 v.Chr. 10650 v.Chr.
Schlangenträger 10650 v.Chr. 9980 v.Chr. 9310 v.Chr.
Skorpion 9310 v.Chr. 9070 v.Chr. 8830 v.Chr.
Waage 8830 v.Chr. 8005 v.Chr. 7180 v.Chr.
Jungfrau 7180 v.Chr. 5600 v.Chr. 4020 v.Chr.
Löwe 4020 v.Chr. 2735 v.Chr. 1450 v.Chr.
Krebs 1450 v.Chr. 735 v.Chr. 20 v.Chr.
Zwillinge 20 v.Chr. 985 n.Chr. 1990 n.Chr.
Stier 1990 n.Chr. 3300 n.Chr. 4610 n.Chr.
Widder 4610 n.Chr. 5495 n.Chr. 6380 n.Chr.
Fische 6380 n.Chr. 7715 n.Chr. 9050 n.Chr.
Wassermann 9050 n.Chr. 9905 n.Chr. 10760 n.Chr.
Steinbock 10760 n.Chr. 11780 n.Chr. 12800 n.Chr.
Schütze 12800 n.Chr. 13975 n.Chr. 15150 n.Chr.
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Siehe auch

Geschichtliches und Kulturelles

Jahreszeiten

Die Sommersonnenwende ist in vielen Ländern, wie in Mitteleuropa und den USA, zugleich der Beginn der Jahreszeit Sommer. In Großbritannien und Irland hingegen, beginnt die Jahreszeit Sommer am 1. Mai und endet am 31. Juli, die Sommersonnenwende liegt also etwa in der Mitte der Jahreszeit. In vielen Ländern, in denen heute der kalendarische Sommer am 20./21. Juni beginnt wird der Tag der Sommersonnenwende dennoch als Mittsommer bezeichnet.

Feste und Feiern

Der Tag der Sommersonnenwende wird seit jeher von den Menschen als mystischer Tag betrachtet, oft begleitet von weltlichen und religiösen Feierlichkeiten.

Je größer der Unterschied zwischen dem harten Winter und dem warmen Sommer, desto festlicher hat man seit jeher diesen Tag gefeiert. Hoch im Norden Europas, wo in der sommerlichen Jahreszeit die Nächte gar nicht mehr dunkel werden (man spricht auch von den Weißen Nächten), haben Sonnenwendfeiern - als Mittsommerfest bezeichnet - wesentlich mehr Bedeutung als z.B. am Mittelmeer.

Die Sonnenwendfeste haben vor allem in den germanischen, nordischen, baltischen, slawischen und keltischen Religionen einen festen Platz. In der keltischen Mystik heißt der Tag der Sommersonnenwende Alban Heffyn.

Seit der Christianisierung Europas werden diese Feiern oft mit dem 24. Juni, dem Tag Johannes des Täufers (Johannistag), verbunden, und einige der Sonnenwendbräuche, die sich bis heute erhalten haben, wie die Johannisfeuer, sind nach ihm benannt.
Von der in Europa und den USA wachsenden Gemeinschaft an Heiden wird der 21. dagegen gefeiert - meist auch mit einem entsprechenden Feuer. Bei den Anhängern des Neopaganismus wird dieses Fest als Litha bezeichnet.

Zur Zeit des Nationalsozialismus wurden die wiederentdeckten altgermanischen Sonnenwendfeiern offizielle Feiertage und in die Nazi-Symbolik von Volk, Blut und Boden integriert. Dies schadet ihrem Ruf teilweise bis heute.

Die Esoterik und Astrologie beruft sich auf so manche heidnische Tradition und feiert die Sonnenwende als Sonnenkult.

=== Sonstige ===

Das Sommerwetter und die in mittleren Breiten noch frühlingshafte Wachstumsstimmung in der Natur ist ideal für Freiluftveranstaltungen aller Art. So ist die Sonnenwende oft nur ein willkommener Vorwand, aber kein eigentlicher Grund der zahlreichen Feste und Feiern in dieser Jahreszeit.

Eratosthenes benutzte eine Sommersonnenwende, um den Erdumfang zu bestimmen.

William Shakespeares Komödie A Midsummer Night's Dream (dt. Ein Sommernachtstraum) handelt während einer Sommersonnenwende.

Siehe auch

  • Mittsommerfest, zu verschiedenen Traditionen der Mittsommerfeiern
  • Johannistag, zum Hintergrund dieses christlichen Feiertages
  • Externsteine, dort findet die größte unorganisierte SSW-Feier in Deutschland statt
  • Stonehenge, dort findet die größte unorganisierte SSW-Feier in Europa statt
  • Ales Stenar


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