Bajonett
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| Bild:Disambig-grau.png | Dieser Artikel befasst sich mit dem Bajonett als Waffe. Das oftmals verkürzt als Bajonett bezeichnete Objektivbajonett von Fotoapparaten mit Wechselobjektiven, findet sich auf einer gesonderten Seite, ebenso der Bajonettverschluss. |
Als Bajonett (nach der frz. Stadt Bayonne) bezeichnet man eine auf den Gewehrschaft aufsteckbare Stoßwaffe in Form eines langen Dorns oder einer Stahlklinge, die in unaufgepflanztem Zustand wie andere Waffen an der Seite oder am Koppel getragen wird.
Bajonette wurden seit Mitte des 17. Jahrhunderts in Frankreich verwendet und wurden allmählich in den meisten europäischen Armeen gebräuchlich. Anfangs wurden Bajonette mit Griff in den Gewehrlauf gesteckt (so genannte Spundbajonette), sodass die Muskete nicht feuern konnte. Bereits 1669 erfand Vauban Bajonette, die mit einer Tülle seitlich am Lauf befestigt wurden - sog. Tüllen- oder Dillenbajonett - und somit auch im aufgepflanzten Zustand das Abfeuern von Musketenkugeln nicht verhinderten. Mit diesen neuartigen Bajonetten wurde die französische Armee seit 1689 ausgestattet. Etwa um 1700 tauchten Bajonette auf, welche einen abgeknickten Arm besaßen und so auch das Nachladen ermöglichten. Zur wichtigsten Klingenform entwickelte sich bald eine stabile, dreikantige Form mit etwa 40 cm Länge. Ab dem 19. Jahrhundert wurde das Tüllenbajonett schrittweise von Bajonetten abgelöst, die eigene Griffe hatten – sog. Messer- oder Säbelbajonette – und wie Messer, kurze Pallasche oder Säbel beschaffen waren. „Vorfahren“ derselben waren im 18. Jahrhundert aufpflanzbare Hirschfänger, die wie diese mittels eines seitlichen Rings am Rohr fixiert wurden. Da solche Waffen aber das Nachladen des Voderladers verhinderten, setzten sie sich erst mit Einführung des Hinterladers endgültig durch. Doch bereits 1840 wurde der doppelt gekrümmte französische „Yatagan“ mit ca. 60 cm Klingenlänge vorbildhaft, bekannt ist auch das gerade, vorn verbreiterte, etwa 50 cm lange (Klinge) preußische Füsilierseitengewehr von 1860.
Die Entwicklung des Bajonetts ließ den Einsatz von Pikenieren und Schweinsfedern in der Schlacht allmählich überflüssig werden. Bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts wurden die Pikenier-Einheiten der meisten europäischen Armeen aufgelöst, da die Pike eine sehr schwerfällige Waffe war und längst nur mehr zur Abwehr von Kavallerie diente. Tatsache ist aber, dass das Bajonett keinen echten Schutz vor deren Attacken darstellte- doch das tat die zu geringe Anzahl an Pikenieren auch nicht mehr wirklich.
Bajonette sind im 20. Jahrhundert zwar immer kleiner und handlicher geworden – heutige Bajonette haben die Größe und das Gewicht handelsüblicher Haushaltsmesser – wurden jedoch als Standard-Stoßwaffe der Infanterie nie verworfen und sind nach wie vor Zubehör eines jeden Sturmgewehrs. Über den Wert des Bajonetts im Kampf gab es bis in das 20. Jahrhundert hinein heftige Diskussionen. Die teils prominenten Befürworter wurden durch die Entwicklungen des Ersten Weltkriegs widerlegt. Dennoch kamen Bajonette in Stellungskämpfen des Zweiten Weltkriegs auf nahezu allen Kriegsschauplätzen zum Einsatz.
Moderne Survivalmesser und die gängigsten Armeemesser können teilweise als Bajonett aufgepflanzt werden. Die weitläufige Meinung, ein solches Messer müsse scharf sein, gilt nicht für die Klinge eines reinen Bajonetts, da die stumpfe Klinge beim Herausziehen größere Wunden verursacht.



