Seide
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Bild:Hui Tsung 001.jpg Seide ist eine feine Textilfaser, die aus den Kokons der Seidenraupe gewonnen wird. Sie kommt ursprünglich wohl aus China und war eine wichtige Handelsware, die über die Seidenstraße nach Europa transportiert wurde.
Es war bei Todesstrafe verboten, die Raupen oder ihre Eier außer Landes zu bringen. Im Jahre 555 gelang es jedoch zwei Mönchen, einige Eier zum byzantinischen Kaiser zu schmuggeln. Mit diesen Eiern und dem Wissen, welches sie bei ihrem Aufenthalt in China über die Aufzucht von Seidenspinnern erworben hatten, war jetzt auch außerhalb Chinas eine Produktion von Seide möglich. Sämtliche Seidenspinnerraupen in Europa stammen noch heute von diesen geschmuggelten Eiern ab.
Nach Art der Gewinnung unterscheidet man zwischen Maulbeerseide, die sich aus der Zucht von Raupen ergibt, die sich von den Blättern des Maulbeerbaums ernähren (Serikultur), und Wildseide (Tussahseide), für deren Gewinnung die Kokons bereits geschlüpfter Schmetterlinge verwendet werden. Bei der Gewinnung von Maulbeerseide werden die Raupen durch das Eintauchen des Kokons in kochendes Wasser oder über Wasserdampf getötet, danach kann der Seidenfaden abgewickelt werden. Durch den langen Seidenfaden kann eine glatte Textiloberfläche entstehen. Bei der Tussahseide lassen sich, da der geschlüpfte Schmetterling ein Loch im Kokon hinterlässt, nur kurze Fäden gewinnen; Wildseidengewebe hat dadurch eine charakteristisch unregelmäßig-noppige Oberfläche, die durch Fadenverdickungen entsteht.
Um in den Besitz von Seide zu gelangen, muss man die Fäden, in die sich der Seidenspinner einwickelt, vom Kokon abhaspeln. Doch um Qualitätsseide zu erlangen, sind bei der Aufzucht der Seidenraupen besondere Bedingungen ausschlaggebend, die früher geheimgehalten wurden. Diese dürften die Ursache für das Mysterium gewesen sein, welches die Seide jahrhundertelang umgab.
Schon das alte China kannte die Seide. Ihr Ursprung liegt im 3. Jahrtausend v. Chr. oder auch in mythischen Zeiten. Der Sage nach soll der legendäre Kaiser Fuxi als erster auf den Gedanken gekommen sein, Seidenraupen zur Herstellung von Gewändern zu nutzen. Fuxi gilt auch als Erfinder eines mit Seidenfäden bespannten Saiteninstruments. Die Sage nennt noch einen weiteren berühmten Kaiser: Shennong, den "Gott des Ackerbaus", der das Volk gelehrt haben soll, Maulbeerbäume und Hanf anzubauen, um Seide und Hanfleinen zu gewinnen. Xiling, die Gattin des Gelben Kaiser Huang Di, hat angeblich im 3. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung dem Volk die Nutzung von Kokons und Seide zur Herstellung von Kleidungsstücken beigebracht.
Im 17. bis 19. Jahrhundert war die deutsche Stadt Krefeld am Niederrhein die bedeutendste Seidenmetropole der Welt (siehe Krefeld, Abschnitt Geschichte). Zu den berühmtesten Kunden der kostbaren Textilprodukte aus der so getauften "Samt- und Seidenstadt" gehörten der französische Kaiser Napoleon und der preußische König Friedrich II. 1828 kam es im Rahmen der wachsenden Unzufriedenheit der deutschen Weber auch in Krefeld zu Aufständen der Seidenweber. Sie protestierten gegen die Lohnkürzungen der Firma von der Leyen.
Siehe auch
Kaschmirwolle, Pashmina, Grogram, Seidenstraße
Weblinks
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