Schlange
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| Bild:Disambig-grau.png | Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen siehe unter Schlange (Begriffsklärung). |
| Schlangen | ||||||||||||
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| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Serpentes | ||||||||||||
| Linnaeus, 1758 |
Schlangen (griech. Ophidia oder lat. Serpentes) sind eine Unterordnung der Reptilien. Sie stammen von echsenartigen Vorfahren ab, die ihren Körper stark verlängert und ihre Beine reduziert haben und zu einer schlängelnden Fortbewegung übergegangen sind. Die größten Arten (Pythons und Anakondas) werden rund acht Meter lang, in Ausnahmefällen auch zehn Meter. Längenrekorde über Zehn Meter werden zwar immer wieder erwähnt, jedoch nie bestätigt. Die Anzahl der Wirbel ist auf rund 200 (maximal 435) erhöht. Die Kiefer- und Gaumenknochen sind nur durch Bänder verbunden und stark verschiebbar, so dass auch größere Beutetiere in einem Stück verschlungen werden können. Im großen Magen wird die Beute mit Hilfe einer relativ hoch konzentrierten Salzsäure zerlegt. Einige Schlangen haben ihre Speicheldrüsen zu Giftdrüsen umgebildet. Riesenschlangen können über ein Jahr lang hungern. Schlangen sind weltweit verbreitet und in unterschiedlichsten Lebensräumen vom Gebirge bis zum Meer zu finden. Die mit Abstand größte Artenvielfalt gibt es jedoch in den Tropen. Zu den wenigen Orten, wo es keine Schlangen gibt gehören die Antarktis und Irland. Die giftigste Landschlange der Welt ist der in Australien lebende Inland-Taipan. Er ist eher ruhig und nicht aggressiv. Die Braunschlange dagegen (auch eine der giftigsten Schlangen) ist ziemlich aggressiv und leicht reizbar. Die giftigste Schlange überhaupt ist aber eine Seeschlange, die im Meer vor Australien lebt. Der Ort mit der höchsten Giftschlangendichte ist die Insel Queimada Grande vor der Ostküste Brasiliens.
Man beachte, dass Blindschleichen keine Schlangen sind, sondern gliedmaßenlose Echsen.
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Systematik
In der Systematik der Biologie ist die Unterordnung der Schlangen in der Ordnung der Schuppenkriechtiere (Squamata) enthalten, die wiederum zur Klasse der Reptilien (Reptilia) gehören.
Schlangen (Serpentes) werden in drei Überfamilien, 18 Familien, 456 Gattungen und 2922 Arten. Zu den bekanntesten Familien gehören die
- Riesenschlangen (Boidae)
- Nattern (Colubridae)
- z. B.: Ringelnatter (Natrix natrix), Kornnatter (Pantherophis guttatus)
- Giftnattern (Elapidae)
- Vipern (Viperidae)
- z. B.: Grubenottern, Klapperschlangen, Kreuzotter (Vipera berus), Aspisviper (Vipera aspis), Wiesenotter ('Vipera ursinii)
Familien
- Amerikanische Blindschlangen (Anomalepidae)
- Blindschlangen (Typhlopidae)
- Schlankblindschlangen (Leptotyphlopidae)
- Rollschlangen (Aniliidae/Ilysiidae)
- Wühlschlangen (Anomochilidae)
- Riesenschlangen (Boidae)
- Bolyerschlangen (Bolyeridae)
- Walzenschlangen (Cylindrophiidae)
- Spitzkopfpythons (Loxocemidae)
- Erdboas (Tropidophiidae)
- Schildschwänze (Uropeltidae)
- Erdschlangen (Xenopeltidae)
- Warzenschlangen (Acrochordidae)
- Erdvipern (Atractaspididae)
- Nattern (Colubridae)
- Giftnattern (Elapidae)
- Seeschlangen (Hydrophiidae)
- Vipern (Viperidae)
Detailliertere Systematik unter Systematik der Schlangen
Schlangenbiss
Nur etwa 400 Schlangenarten sind giftig und von diesen lediglich rund 50 potenziell tödlich für Menschen. Jährlich werden etwa 5 Millionen Menschen von Schlangen gebissen und rund 125.000 davon sterben an dem Schlangenbiss. 90 % der Schlangenbisse bei Menschen erfolgen in der Knöchelhöhe oder tiefer.
Schlangengifte bestehen aus verschiedenen Proteinen und sind von zähflüssiger Konsistenz mit milchig - weißer bis gelblicher Farbe. Je nach Art wirkt das Gift auf das Nervensystem (Neurotoxine) (Lähmung, Sinnestäuschungen, Atemnot) oder auf Blutzellen und Gewebe (Hämatoxine) (Gewebezerstörung, Nierenversagen, Kreislaufzusammenbruch). Die Zusammensetzung der Gifte unterscheidet sich von Art zu Art. Mischungen aus hämotoxischen und neurotoxischen Wirkungsbestandteilen kommen beispielsweise bei der Gabunviper vor und führen zu besonders schweren Vergiftungen.
Schlangenarten, die als besonders giftig gelten, sind allerdings nicht die Ursache für die meisten Todesfälle. Viele dieser Arten leben in schwer zugänglichen Gebieten, sind sehr scheu und haben nur wenig Kontakt zu Menschen. Die Sandrasselotter hingegen hat ein weniger starkes Gift, ist aber oft in der Nähe von Siedlungen zuhause und sehr leicht reizbar. Sie ist für bis zu 100.000 Todesfälle pro Jahr verantwortlich.
siehe auch: Heilserum
Symbolische und mythologische Bedeutung
Der Buchstabe S steht sowohl wegen seiner Form als auch wegen des Zischlauts als Symbol für die Schlange.
Antik
Im vorklassischen Griechenland galt die Schlange als heilig. Da sie sich durch die Häutung in Menschenaugen unendlich oft erneuern konnte, hielt man sie für unsterblich. Der Schlange wurde auch Hellsichtigkeit nachgesagt, weshalb die Schlange eines der Tiere der Göttin Gaia war. Laut Hesiod war Gaia Pelope einer der vielen Namen der Erdgöttin Gaia. Im Orakel von Delphi taten Schlangenpriesterinnen (Pythea) ihren Dienst. Nicht nur in der jüdisch-christlichen Tradition gab es einen von einer Schlange bewachten Baum: In der altgriechischen Vorstellung stand im Garten der Hesperiden der lebensspendende Apfelbaum, der der Göttin Hera von Gaia geschenkt wurde und der von der Schlange Ladon bewacht wurde.
Altes Testament
Im Alten Testament der Bibel wird eine Schlangengöttin von Kadesch erwähnt, die von Moses und Jahwe abgesetzt wurde. Es handelte sich hierbei um eine "Orakelschlange", ähnlich der altgriechischen Pythia, namens Nehuschtah (in späteren Übersetzungen Nehuschtan).
Indien
Auch in der indischen Mythologie gab es Schlangengöttinnen und auch dort waren sie mit den Erdgöttinnen eng verwandt: Ananta, die "unendliche Schlange", behütete die Götter und Göttinnen in ihrem Schlaf zwischen zwei Inkarnationen. Die Schlange Kundalini liegt zusammengerollt im Becken der Frauen und symbolisiert deren lebensspendende Kraft. Dieser Mythos wurde von tantrischen Gelehrten im Konzept der Kundalini-Kraft übernommen und noch heute gelehrt.
Ägypt
Im Vordynastischen Ägypten wurde die "Schlangenmutter" Wadjet (auch Wa Zit) angebetet. Ihr Symbol war der Uräus. Des Weiteren kannten die Alten ÄgypterInnen die Mehem, eine Schlangengöttin, die des Nachts den Sonnengott Ra in seinem Schlaf umfasste.
Naher Osten
Im Vorderen Orient stand die Schlange allgemein für Weisheit und Erleuchtung, welche die tiefen Geheimnisse des Lebens verstand. Diese Vorstellung hat in der biblischen Geschichte der Vertreibung aus dem Paradies überlebt, wo die Schlange Eva die "Frucht der Erkenntnis" überreichte. In einigen Gnostizistischen Sekten wurden Eva und die Schlange für das den Menschen zur Verfügung gestellte Wissen verehrt (wobei sie dort manchmal auch als männlicher Begleiter Evas, Ophion, dargestellt wurde).
Christentum
Im Christentum wurden die älteren Überlieferungen einer Schlangengöttin und ihrer Attribute als eine der Inkarnationen des Teufels übernommen.
Heidentum
Germanen
In der gemanischen Mythologie spielt die Midgardschlange eine wichtige Rolle, die die Welt umspannt, zugleich aber das Göttergeschlecht der Asen bedroht.
Balten
In der heidnischen Naturreligion der Balten spielen Schlangen ebenso wie Kröten auch heute noch eine erhebliche Rolle, denn sie gelten, weil sie auf der Erde (lit. žemė) leben, als Symbol der Erdgöttin Seminas (Žemyna). Jede Familie schätzte sich glücklich, wenn sich eine grüne ungiftige Grasnatter an der Feuerstelle niederließ. Man fütterte sie wie ein Haustier (Familienmitglied) mit Eiern und Milch und beobachtete gewissenhaft, ob sie das Futter auch annahm.
Aborigines
Die Regenbogenschlange verkörpert in den Mythen der Aborigines den Ur-Zustand der Natur im Zustand der Traumzeit und herrscht über ihre gleichermaßen lebensspendenden und verschlingenden Aspekte, insbsondere behütet sie das Wasser.
Das archetypische Motiv Ouroboros wird häufig mit ein oder zwei sich in den Schwanz beißenden Schlangen dargestellt und symbolisiert die Unendlichkeit..
Siehe auch: Warteschlange, Schlangenfuß, Barbara Renz



