Schiffbruch
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Unter einem Schiffbruch versteht man den Untergang oder die Zerstörung eines Schiffes auf See. Er wird zumeist durch einen schweren Unfall ausgelöst. Dazu zählen sowohl die Havarie mit einem anderen Schiff, als auch die zur Zerstörung führende Strandung, das Auflaufen auf Felsen und Riffe und das Verbleiben auf Untiefen und Tang (siehe auch: Sargassomeer).
Ein Schiffbrüchiger ist eine hilflose Person, die nach dem Kentern bzw. Untergang eines Wasserfahrzeuges im Wasser treibt und auf fremde Hilfe angewiesen ist. Nach internationalem Seerecht sind alle Schiffe dazu verpflichtet, ihre Fahrt zu unterbrechen, um Schiffbrüchige aufzunehmen.
Aus den 1970er Jahren sind zahlreiche Fälle belegt, in denen Schiffbrüchige in Rettungsflossen oder -booten Schiffe in 0,5 bis 1,5 Seemeilen Distanz vorbeifahren sahen und es ihnen nicht gelungen ist, sich bemerkbar zu machen und die Schiffsbesatzung zu veranlassen, sie an Bord zu nehmen. So beschreiben z.B. Maurice und Maralyn Bailey, deren Segelyacht Auralyn am 4. März 1973 ca. 300 Seemeilen vor San Cristóbal auf den Galapagos-Inseln sank und die am 30. Juni 1973 von einem Koreanischen Fischerboot an Bord genommen wurden, in ihrem Buch insgesamt sieben Begegnungen mit Schiffen, die an ihnen vorbeifuhren. Man muss davon ausgehen, dass zumindest auf einigen dieser Schiffe die seerechtliche Pflicht, gebührend Ausschau zu halten, nicht genügend wahrgenommen wurde. Man kann nur vermuten, dass die Verantwortlichen durch die Verfügbarkeit von Autopilot, Radar oder ähnlichen Einrichtungen sich hierzu verleiten liessen.
Das Genfer Abkommen II von 1949 regelt den Schutz und die Versorgung von schiffbrüchigen Angehörigen bewaffneter Streitkräfte im Fall eines bewaffneten Konfliktes.
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Seenotrettung und medizinische Versorgung auf See
Die "Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger" (DGzRS) wird pro Jahr etwa 2.500 Mal alarmiert. Nach eigenen Angaben wurden ca. 72.000 Schiffbrüchige seit ihrer Gründung aus Seenot gerettet und verdanken dem Einsatz der Rettungsleute in Nord- und Ostsee ihr Leben. 185 festangestellte und über 800 freiwillige Rettungsmänner in 54 Stationen fahren ihre Einsätze auf 20 Seenotkreuzern und 41 Seenotrettungsbooten. Die Gesellschaft lebt nahezu ausschließlich von Spenden.
Hospitalschiffe sind in der Regel größere Schiffe, deren dedizierte Aufgabe die medizinische und sonstige Versorgung von auf See in Not geratenen Menschen ist. Dies schließt neben Kranken und Verletzten auch Schiffbrüchige mit ein. Eine weitere wichtige Aufgabe von Hospitalschiffen ist der Transport von kranken und verletzten Personen auf dem Seeweg. Die meisten Hospitalschiffe gehören zum militärischen Sanitätsdienst. Ein Hospitalschiff im Dienst einer zivilen Institution ist die spanische Esperanza del Mar. Ihr Haupteinsatzgebiet ist der Atlantik entlang der ostafrikanischen Küste zwischen Marokko bzw. Mauretanien und Ghana. Der Heimathafen ist Las Palmas.
Literatur
- Maurice & Maralyn Bailey: 117 Days Adrift. 1974. Reprint: Sheridan House, Dobbs Ferry, NY, 1993. ISBN 0-924486-31-7
- Dougal & Lynn Robertson: Survive the Savage Sea.
- Bernard Robin: Survivre à la dérive. Édition R. Chaix, Paris, 1977. Deutsch: Navy Survival Handbuch. Pietsch Verlag, Stuttgart, 1992 (4. Aufl.) ISBN 3-87943-942-7
Literarische Schiffbrüchige
- Die berühmteste Geschichte eines Schiffbrüchigen ist der Roman Robinson Crusoe von Daniel Defoe.
- Im Jahre 1812 wurde unter dem Titel "Der Schweizerische Robinson oder der schiffbrüchige Schweizer-Prediger und seine Familie. Ein lehrreiches Buch für Kinder und Kinder-Freunde zu Stadt und Land" die Geschichte des Schweizer Robinsons veröffentlicht.
- Schiffbruch mit Tiger von Yann Martel
Andere Bedeutungen
Die Redensart einen Schiffbruch erleiden wird häufig auch für ein allgemeines Scheitern oder das Erleiden eines Misserfolges gebraucht.
Siehe auch:
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