Rufzeichen
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| Bild:Disambig-grau.png | Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Für das auch Rufzeichen genannte Satzzeichen ! siehe Ausrufezeichen. |
Ein Rufzeichen (engl. callsign) dient nach den Regelungen der International Telecommunication Union (ITU) zur Identifikation einer Funkstation.
Inhaltsverzeichnis |
Allgemeines
Ein Rufzeichen besteht aus einer Folge von Buchstaben und Ziffern, die nach bestimmten Schemata gebildet werden. Die ersten Zeichen dienen zur Kennzeichnung der Nationalität der Funkstation. Diese Präfixe werden von der ITU festgelegt und in einem oder mehreren Blöcken den Staaten zugeteilt. Sie bestehen üblicherweise aus zwei Zeichen, von denen mindestens einer ein Buchstabe ist. Von einigen größeren Ländern werden Präfixe aus nur einem Zeichen benutzt, und in Ausnahmefällen werden drei Zeichen verwendet.
| Land | Präfixe | Bemerkungen |
|---|---|---|
| Deutschland | DA–DR, Y2–Y9 | Die Y-Rufzeichen lösten 1980 in der DDR den bis dahin verwendeten Rufzeichenblock DM–DT ab |
| Österreich | OE | |
| Schweiz | HB, HE | Das Präfix HB0 wird von Liechtenstein verwendet. |
Zur besseren Unterscheidung und leichteren Handhabung bei der Vergabe werden den Funkdiensten Rufzeichen nach bestimmten Schemata zugeteilt:
| Funkdienst | Mögliche Rufzeichen |
|---|---|
| Fester Funkdienst | NNA, NNA9, NNA99, NNA999 |
| Seefunkdienst | NNAA, NNAA9, NNAA, NA9999, NNA9999 |
| Flugfunkdienst | NNAAA, NAAAA, N9999 (weitere Rufzeichen möglich) |
| Mobiler Landfunkdienst | NA9999, NNA9999, NNAA9999 |
| Amateurfunkdienst | NN9A, NN9NA, NN9NNA, NN9NNNA, A9A, A9NA, A9NNA, A9NNNA |
| (N = Buchstabe oder Ziffer, A = Buchstabe, 9 = Ziffer) Von den ersten beiden Zeichen ist wenigstens eines ein Buchstabe. In den meisten Fällen dürfen die Ziffern 0 und 1 nicht einem Buchstaben folgen | |
Rufzeichen werden von den nationalen Verwaltungsbehörden entsprechend vergeben. Dabei werden nicht alle Möglichkeiten zur Rufzeichenbildung wahrgenommen. In Deutschland erfolgt die Rufzeichenvergabe durch die Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen (BNetzA).
Amateurfunkrufzeichen in Deutschland
Die Anwendung/Nennung der Rufzeichen im Amateurfunk bei den verschiedenen Betriebsarten wird von der jeweiligen Betriebstechnik vorgegeben.
Die folgende Liste enthält die Unterteilungen des deutschen Rufzeichenkontingents, die von der Bundesnetzagentur für den Amateurfunkdienst vergeben werden. Voraussetzung für die Zuteilung ist ein Amateurfunkzeugnis. Diese Unterteilung gilt auf Grund der Amateurfunkverordnung und darauf aufbauend der Vfg. 12/2005 der ehemaligen RegTP.
| Prefix | Amateurfunkzeugnis Klasse | Verwendung |
|---|---|---|
| DA0 | A | Klubstationen - (nur Kurzzeitzuteilung, diese können aber verlängert werden) |
| DA1-2 | A | Ausländische Funkamateure (z.B. NATO-Armeekräfte): Personen, Klubstationen, Relaisfunkstellen, fernbediente Funkstellen |
| DA3 | A | Klubstationen (nur mit einstelligem Suffix), (vorher: Ausländische Funkamateure: Personen) |
| DA4 | E | Experimentelle Funkstellen. (vorher: Ausländische Funkamateure: Personen, Klubstationen, Relaisfunkstellen, fernbediente Funkstellen) |
| DA5 | A | Experimentelle Funkstellen. Der erste Buchstabe nach DA5 bezeichnet die Nutzung, z.B. DA5U* für PACTOR-Gateways |
| DA6 | E | Ausländische Funkamateure (z.B. NATO-Armeekräfte): Personen, Klubstationen, Relaisfunkstellen, fernbediente Funkstellen |
| DA7-9 | E | Klubstationen (nur mit einstelligem Suffix) |
| DB0 | A | Relaisfunkstellen, fernbediente Funkstellen (auslaufend Klubstationen) |
| DB1-9 | A | Personen |
| DC0 | A | Personen (auslaufend: Klubstationen) |
| DC1-9 | A | Personen |
| DD0 | A | Personen (auslaufend: Klubstationen) |
| DD1-9 | A | Personen |
| DE | - | Empfangsamateure (keine Funkamateure im Sinne des Gesetzes), Rufzeichenvergabe durch den Deutschen Amateur Radio Club |
| DEØAAA bis DEØPZZ | - | Empfangsmeister (DEM) 10.816 Möglichkeiten; Rufzeichenvergabe durch den Deutschen Amateur Radio Club |
| DEØQAA bis DEØQZZ | - | Ausbildungsempfangsstationen in Ortsverbänden des DARC/VFDB und auch an Schulen, 676 Möglichkeiten; Rufzeichenvergabe durch den Deutschen Amateur Radio Club |
| DEØRAA bis DEØZZZ | - | Empfangsmeister (DEM) 6.084 Möglichkeiten; Rufzeichenvergabe durch den Deutschen Amateur Radio Club |
| DE1AAA bis DE9ZZZ | - | Kurzwellenhörer (SWL) 158.184 Möglichkeiten; Rufzeichenvergabe durch den Deutschen Amateur Radio Club |
| DF0 | A | Klubstationen (auslaufend Relaisfunkstellen, fernbediente Funkstellen) |
| DF1-9 | A | Personen |
| DG0 | A | Personen (auslaufend Klubstationen, Relaisfunkstellen, fernbediente Funkstellen) |
| DG1-9 | A | Personen |
| DH0 | A | Personen (auslaufend Klubstationen, Relaisfunkstellen, fernbediente Funkstellen, Digipeater,Gateways) |
| DH1-9 | A | Personen |
| DI | - | unbelegt; DI-Rufzeichen wurden zwischen 1950 und 1970 für diverse Expeditionen und Forschung genutzt (kein Amateurfunkbetrieb) |
| DJ0 | A | Personen (auslaufend Klubstationen, Relaisfunkstellen, fernbediente Funkstellen) |
| DJ1-9 | A | Personen |
| DK0 | A | Klubstationen (auslaufend: Relaisfunkstellen, fernbediente Funkstellen) |
| DK1-9 | A | Personen |
| DL0 | A | Klubstationen (auslaufend: Relaisfunkstellen, fernbediente Funkstellen) |
| DL1-9 | A | Personen |
| DM0A-Y | A | Relaisfunkstellen, fernbediente Funkstellen |
| DM0Z | A | Relaisfunkstellen mit neuen Anwendungen, z.B. Echolink |
| DM1-9 | A | Personen |
| DN0 | E | Klubstationen (auslaufend: Ausbildungsrufzeichen Klasse A für besondere Zwecke - die letzten werden am 18. Februar 2007 ablaufen) |
| DN1-3 | A | Ausbildungsrufzeichen |
| DN4-6 | A | Ausbildungsrufzeichen |
| DN7-8 | E | Ausbildungsrufzeichen |
| DN9 | - | unbelegt (vorher: Ausbildungsrufzeichen für ausländische Funkamateure (vgl. DA1-2,DA6)) |
| DO0A-R | E | Relaisfunkstellen, fernbediente Funkstellen (auslaufend: Klubstationen) |
| DO0S-Y | E | Relaisfunkstellen, fernbediente Funkstellen |
| DO0Z | E | Relaisfunkstellen mit neuen Anwendungen, z.B. Echolink |
| DO1-9 | E | Personen |
| DP0-1 | A | Klubstationen, Relaisfunkstellen, fernbediente Funkstellen und Experimentalfunkstellen an exterritoralen Standorten |
| DP2 | E | Klubstationen, Relaisfunkstellen, fernbediente Funkstellen und Experimentalfunkstellen an exterritoralen Standorten |
| DP3-9 | A | Klubstationen (nur mit einstelligem Suffix) |
| DQ | A | Klubstationen (nur mit einstelligem Suffix), wurde 2000 für die 100 Jahr Feier Borkumer Funkstelle (ex. KBM) als DQ0KBM zugeteilt |
| DR | A | Klubstationen (nur mit einstelligem Suffix) |
Außerdem gelten für die Verwendung in Peilsendern (für Fuchsjagd oder Amateur Radio Direction Finding) die Rufzeichen MO, MOE, MOH, MOI, MOS und MO5 jedem Funkamateur als zugeteilt.
Zu fast allen oben aufgeführten Prefixen werden auch Rufzeichen mit einstelligem Suffix als Klubstationsrufzeichen ausgegeben. Genauere Informationen zur Rufzeichenvergabe findet man in der Mitteilung 151/2005 der Bundesnetzagentur.
Amateurfunkrufzeichen in Österreich
Ein Rufzeichen baut sich in Österreich wiefolgt auf: Es beginnt immer mit dem Prefix OE. Danach folgt eine Zahl und ein Suffix das aus zwei oder drei Buchstaben besteht. Die Zahl zeig an, wo sich die Station befindet. Es hat nämlich jedes Bundesland eine Nummer. Die Nummern sind wiefolgt verteilt:
- 1 Wien
- 2 Salzburg
- 3 Niederösterreich
- 4 Burgenland
- 5 Oberösterreich
- 6 Steiermark
- 7 Tirol
- 8 Kärnten
- 9 Vorarlberg
Die Ausname bildet die Zahl 0. Sie wird für östereichische Stationen in internationalen Gewässern, für Luftfahrzeuge und Clubstationen verwendet. Weiters werden besondere Prefixe vergeben wie z.B. oe50 für des 50-Jahre-Jubiläum des OEVSV oder OE75 für 75 Jahre Amateurfunk in Österreich. Diese sonderprefixe können beantragt werden.
Das Suffix besteht aus zwei oder drei Buchstaben und wird in Österreich normalerweise nur einmal vergeben. Somit ist es möglich, das suffix in ein anderes Bundesland mitzunehmen. Das heißt alse wenn z.B. der Wiener OE1ABC nach Kärnten zieht, dann muß er nur den Prefix auf OE8 ändern. Die zweistelligen Suffixe sind mittlerweile sehr selten geworden. Sie wurden nämlich vor 1964 vergeben.
Wenn man in Österreich sich weniger als drei Monate an einem anderen Ort oder mit einem Mobilfunkgerät unterwegs ist, dann fügt man an das Rufzeichen einen Bindestrich und die Nummer des Bundeslandes an, wo man sich gerade befindet. Das heißt also, wenn z.B. unser OE1ABC auf Sommerfriche an den Wolfgangsee fährt und dort mit seiner Funkstation funkt, muß er das Rufzeichen OE1ABC-2 verwenden.
Funkrufzeichen in der Luftfahrt
In der Luftfahrt wird zwischen Bodenfunkstellen und Luftfunkstellen unterschieden.
Rufzeichen von Bodenfunkstellen
Das Rufzeichen einer Bodenfunkstelle setzt sich zusammen aus einer Ortsbezeichnung oder dem Namen einer Bodenfunkstelle und einer der nachfolgend aufgeführten Funktionsbezeichnungen:
Funkverkehr in englischer Sprache:
- CONTROL Bezirkskontrolle ohne Radar
- APPROACH An- und Abflugkontrolle ohne Radar
- RADAR Flugverkehskontrolle mit Radar
- DEPARTURE Abflugkontrolle mit Radar
- ARRIVAL Anflugkontrolle mit Radar
- DIRECTOR Endanflugkontrolle mit Radar
- PRECISION Endanflugkontrolle mit Präzisionsradar
- TOWER Flugplatzkontrolle
- GROUND Flugverkehrskontrolle auf dem Rollfeld
- DELIVERY Übermittlung von Streckenfreigaben
- INFORMATION Fluginformationsdienst der DFS
- APRON Bewegungslenkung auf dem Vorfeld
- INFO Flugplatzinformationsdienst durch Luftaufsichtspersonal oder Flugleiter
- DISPATCH Übermittlung von Flugbetriebsmeldungen einer Luftverkehrsgesellschaft
Funkverkehr in deutscher Sprache
- TURM Flugplatzkontrolle
- ROLLKONTROLLE Flugverkehrskontrolle auf dem Rollfeld
- INFORMATION Fluginformationsdienst der DFS
- START oder SCHULE Ausbildung von Luftfahrern
- INFO Flugplatzinformationsdienst durch Luftaufsichtspersonal oder Flugleiter
- VORFELD Bewegungslenkung auf dem Vorfeld
- SEGELFLUG Segelflugbetrieb
- RÜCKHOLER Segelflugbegleit- und Rückholbetrieb
- VERFOLGER Freiballonbegleit- und Rückholbetrieb
- WETTBEWERB Wettbewerbsveranstaltungen
Rufzeichen von Luftfunkstellen
Rufzeichen von Luftfunkstellen müssen einem der folgenden Typen entsprechen:
- Typ a)
- 1. Staatszugehörigkeitszeichen und Eintragungszeichen des Luftfahrzeuges
- 2. Name des Luftfahrzeugherstellers, Staatszugehörigkeitszeichen und Eintragungszeichen des Luftfahrzeuges
- 3. Name des Luftfahrzeugmusters, Staatszugehörigkeitszeichen und Eintragungszeichen des Luftfahrzeuges
- Typ b) Die im Sprechfunk verwendete Bezeichnung des Luftfahrtunternehmens, gefolgt von den vier Zeichen des Eintragungszeichens
- Typ c) Die im Sprechfunk verwendete Bezeichnung des Luftfahrtunternehmens, gefolgt von der Flugnummer
- Typ d) Ein maximal siebenstelliges Rufzeichen für militärische Luftfahrzeuge und für Luftfahrzeuge die zu besonderen offentlichen Zwecken eingesetzt sind.
Die Rufzeichen von Luftfunkstellen dürfen während des Fluges nicht geändert werden, es sei denn, die Bodenfunkstelle hat zur Vermeidung einer Verwechslung ausdrücklich ein anderes Rufzeichen zugewiesen.
Unter bestimmten Bedingungen ist die Verwendung von verkürzten Rufzeichen erlaubt.
Beispiele
Der Tower in München (Bodenfunkstelle) wird nach dem obengenannten Schema (Ortsbezeichnung-Funktion) auf englisch als "Munich Tower" bzw. auf deutsch "München Turm" gerufen.
Ein österreichischer Motorsegler mit der Kennung OE-9315 wird Oscar-Echo-Neun-Drei-Eins-Fünf gerufen. (Typ a)1 (Verkürztes Rufzeichen Oscar-Echo-Eins-Fünf)
Eine Lufthansa Boeing mit der Kennung D-ABCD die mit der Flugnummer LH-7890 fliegt, könnte Delta-Alpha-Bravo-Charlie-Delta (verkürzt Delta-Charlie-Delta) gerufen werden. Üblich ist aber bei Linien- und Charterflügen Typ c) also Lufthansa-Seven-Eight-Niner-Zero.
Besondere Rufzeichen Typ d) sind z.B. Christoph-Eins-Neun (für Rettungshubschrauber) oder Airforce-One (das Präsidentenflugzeug der USA ). Als Werder Bremen 2004 nach dem Sieg über den FC Bayern München deutscher Fußballmeister wurde, wurde beim Rückflug von München nach Bremen ihrem Flugzeug das Rufzeichen Champ-One von der Flugsicherung zugeteilt.
Weblinks
- Tabelle der Zuordnung der Rufzeichenblöcke zu den Staaten bei der ITU
- Artikel 19 der Radio Regulations der ITU über die Identifizierung von Funkstationen



