Aufruf zur Entscheidung

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Der Aufruf zur Entscheidung ist wesentlicher Bestandteil evangelistischer Verkündigung. Anliegen dieser Verkündigung ist nicht nur die Information über die Grundlagen des christlichen Glaubens; sie stellt auch in die Entscheidung und fragt nach der Antwort des Hörers.

Inhaltsverzeichnis

Biblische Grundlagen

Schon in der Hebräischen Bibel wird der Hörer des Wortes Gottes nach seiner Entscheidung gefragt. So legt zum Beispiel Josua auf dem sogenannten Landtag zu Sichem den Israeliten folgende Entscheidungsfrage vor:

... entscheidet euch heute, wem ihr dienen wollt: den Göttern, denen eure Väter jenseits des Stromes gedient haben, oder den Göttern der Ammoniter, in deren Land ihr wohnt. Ich aber und mein Haus, wir wollen Jahwe dienen! (Josua 24,15)

Das in die Entscheidung gestellte Volk antwortete mit folgendem Bekenntnis:

Es sei ferne von uns, dass wir Jahwe verlassen und anderen Göttern dienen! Jahwe ist doch unser Gott! Er ist es, der unsere Väter aus dem Lande Ägypten heraus führte und damit aus dem Sklavenhaus befreite. Er tat vor unseren Augen große Wundertaten und behütete uns auf dem ganzen Wege unter all den Völkern, durch die wir gezogen sind. Jahwe hat all die Völker, auch die Amoriter, die im Lande wohnten, vor uns vertrieben. So wollen auch wir Jahwe dienen; denn er ist unser Gott. (Josua 24,16-18)

Auch Johannes der Täufer stellt die Hörer seiner Bußpredigten in die Entscheidung: "Tut Buße, denn das Reich der Himmel ist genaht!" (Matthäus 3,2). Diejenigen, die diesen Aufruf positiv beantworteten, ließen sich taufen. Jesus greift diesen Bußruf auf und bindet ihn in seiner Verkündigung an seine Person: "Folge mir nach!" Auch in vielen seiner persönlichen Gespräche, die er mit Menschen führt, stellt Jesus in die Entscheidung. Vor allem seine Fragen, die er seinen Gesprächspartnern stellt, machen das deutlich; zum Beispiel: Willst du gesund werden? (Johannesevangelium|Johannes]] 5,6) oder "Was wollt ihr, dass ich euch tun soll?" (Matthäus 20,32).

Entscheidungsrufe prägen auch die nachösterliche Verkündigung der Apostel: "Tut Buße und ein jeglicher lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden!"

Geschichte

Gegenwärtige Praxis

Die evangelistische Verkündigung sieht sich vor die Aufgabe gestellt, einerseits kirchlich sozialisierte und andererseits kirchendistanzierte Menschen zu einer verantwortlichen Glaubensentscheidung zu verhelfen. Sie knüpft häufig an Lebensfragen des modernen Menschen an und versucht, die Antworten des Evangeliums auf diese Fragen zu geben. Besondere Bedeutung hat in den letzten Jahrzehnten die lehrhaft Evangelisation gewonnen, da viele Zeitgenossen durch ihre Distanz zum Christentum einen Mangel an biblischem Grundwissen haben. Daher wird heute häufig auch - neben dem Aufruf zur Entscheidung - im Anschluss an die Verkündigung zu Grundkursen des Glaubens eingeladen.

Während in der urchristlichen Gemeinde die Bereitschaft, sich taufen zu lassen, die Antwort auf den Ruf zur Entscheidung war, erwartet man heute - da der antwortende Charakter der Taufe durch die verbreitete Praxis der Säuglingstaufe verdunkelt wurde, andere sichtbare Reaktionen. Um die Entscheidung für Jesus Christus äußerlich sichtbar zu machen, werden von den evangelistischen Verkündigern unterschiedliche Alternativen angeboten:

  • sich von seinem Platz zu erheben
  • durch ein Handzeichen seine Bereitschaft zu signalisieren
  • aus seiner Sitzreihe herauszutreten und sich vor die versammelte Hörergemeinde zu stellen
  • im Anschluss an die Verkündigung das Gespräch mit einem Seelsorgemitarbeiter zu suchen, um vor diesem seine Christus-Entscheidung festzumachen.

Manchmal werden diesen Alternativen auch kombiniert. Menschen, die dem Aufruf zur Entscheidung gefolgt sind, werden in der Regel zu sogenannten Nachtreffen eingeladen.

Siehe auch

Weblinks


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