Rudolph Giuliani

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Rudolph William Louis "Rudy" Giuliani (* 28. Mai 1944 in Brooklyn, New York) ist ein US-amerikanischer Politiker.

Er war 107. Bürgermeister von New York vom 1. Januar 1994 bis 31. Dezember 2001 und bewährte sich durch umsichtiges Handeln nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 auf das World Trade Center in seiner Stadt.

Seine Ruhe und erfolgreiche Führung der Stadt während dieser Krise brachten ihm die Auszeichnung „Person of the Year 2001“ durch das US-amerikanische Magazin TIME ein. Die britische Königin Elisabeth II. schlug ihn am 13. Februar 2002 zum „Knight of the British Empire“ (abgekürzt KBE). Giuliani erhielt den Deutschen Medienpreis 2001 in Baden-Baden.

Inhaltsverzeichnis

Justizkarriere

Nach seinem Abschluss an der New York University Law School 1968 trat er 1970 in das Büro des United States Attorney (Bundesstaatsanwaltschaft) ein. Mit 29 Jahren war er stellvertretender Staatsanwalt.

Der Jurist wurde 1975 in das US-Justizministerium geholt. Hier vertrat er erfolgreich in einem bedeutsamen Verfahren den Standpunkt, dass es „keine politische Repression“ in Haiti unter Präsident Jean-Claude Duvalier, auch „Baby Doc“ genannt, gegeben habe. Ab 1977 arbeitet er in einem New Yorker Anwaltsbüro.

Vier Jahre später war er Associate Attorney General und hatte damit die dritthöchste Funktion im US-Justizdepartment inne. Die weitere Karriere führte 1983 zu seiner Ernennung zum „U.S. Attorney for the Southern District of New York“ (= Bundesstaatsanwalt).

Hier gewann Giuliani erste nationale Bedeutung in den USA. In diesem Amte war er Anklagevertreter in mehreren bedeutsamen Prozessen, einschließlich der Anklagen wegen Insidergeschäften gegen die führenden Wall Street-Größen Ivan Boesky und Michael Milken. Giuliani stieß auch auf Kritik, weil er gerne öffentlichkeitswirksame Verhaftungen arrangierte, die zuweilen später statt in einer Gerichtsverhandlung in Freilassungen aus Mangel an Beweisen endeten.

Giuliani begann sein politisches Wirken zunächst als Demokrat und ließ sich später als Unabhängiger registrieren. Seit 1976 gehört er den Republikanern an.

Bürgermeister von New York

Im Wettbewerb um die Nachfolge des scheidenden Stadtoberhaupts Ed Koch unterlag Giuliani 1989 als Kandidat der Republikanischen Partei und der Liberalen Partei dem Demokraten David Dinkins, der als erster Schwarzer New Yorker Bürgermeister wurde.

Vier Jahre später kandidierte Giuliani erfolgreich gegen Amtsinhaber Dinkins in einer Wahl, die die Stadt nach ihren rassischen Gruppierungen teilte. Giuliani profitierte dabei auch von der Unterstützung des US-Präsidenten Bill Clinton zu Gunsten des Demokraten Dinkins. 1997 wurde Giuliani von den Wählern mit großer Mehrheit im Amt bestätigt.

Erste Amtsperiode

In seiner ersten Wahlperiode (1994-1998) ging Giuliani das Problem der Kriminalität durch eine strikte „Law and Order“-Politik an. Er führte eine offensive und erfolgreiche Polizeiüberwachung ein, die zu einer Abnahme der Fallzahlen in fast allen Verbrechenskategorien führte. Giuliani setzte in New York die sog. Nulltoleranzstrategie um.

Durch die wirkungsvolle Politik wandelte sich das Bild New Yorks in den Augen der Touristen und der Bürger. Der Eindruck einer verbrechensgeplagten Metropole, wie er in den Jahren vor seiner Amtszeit existierte, wich dem einer pulsierenden, sicheren Großstadt. Es gab weniger Graffiti in den U-Bahnen und einen Wirtschaftsaufschwung, weil sich die Leute auch nachts im Freien wieder sicher fühlten.

Kritiker bemängelten, dass die verstärkte Polizeipräsenz zu mehr Misstrauen bei den Schwarzen und anderen Minderheiten gegenüber den Ordnungshütern geführt habe. Zu den besser bekannten Zwischenfällen mit Polizeibrutalität während Giulianis Amtszeit zählen der Tod des unbewaffneten Amadou Diallo und die Gewaltanwendung in Polizeigewahrsam gegenüber Abner Louima.

Zweite Amtsperiode

Die Terroranschläge gegen Ende seiner zweiten Amtszeit (1998-2002) gaben Giuliani die Möglichkeit, Führungseigenschaften in einer nationalen Katastrophe zu zeigen. Er behielt nach dem Einsturz der beiden Türme des World Trade Centers am 11. September 2001 Ruhe und Übersicht. Der Bürgermeister steuerte die notwendigen Maßnahmen der Stadtverwaltung wirkungsvoll und spendete den Hinterbliebenen der Opfer, besonders auch jenen der New Yorker Feuerwehr, Trost.

Fazit

In beiden Amtsperioden wurde über Giulianis Maßnahmen kontrovers diskutiert. Er schaffte es, in diesen acht Jahren die Kriminalitätsrate in der Stadt um etwa 57 % zu verringern, senkte die lokalen Steuern um rund 2,3 Milliarden US-Dollar und bemühte sich um die Schaffung von Arbeitsplätzen.

Neue Betätigungen

Nach seinem gesetzesbedingten Ausscheiden aus dem Amt - es sind nur zwei Wahlperioden gestattet - gründete der Jurist ein Beratungsunternehmen zum Notfall- und Krisenmanagement. 2002 erschien ein von Giuliani verfasstes Buch mit dem Titel „Leadership“.

Im Jahr 2000 bewarb er sich gegen Hillary Rodham Clinton um den Sitz des Bundesstaats New York im US-Senat. Er zog seine Bewerbung jedoch in der Wahlkampagne zurück. Dieses war hauptsächlich auf einen bei ihm diagnostizierten Prostatakrebs und seine außereheliche Beziehung zu Judith Nathan zurückzuführen, welche während des Wahlkampfes an das Licht der Öffentlichkeit gelangt war. Giuliani war zu jener Zeit noch mit Donna Hanover verheiratet. Die Ehe wurde geschieden. Er heiratete Judith Nathan im Mai 2003 und hat mit ihr einen Sohn und eine Tochter.

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