Rudolf von Rheinfelden
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Rudolf von Rheinfelden (auch Rudolf von Schwaben) (* um 1025; † 15. Oktober 1080 in Merseburg) war im Heiligen Römischen Reich ein Gegenkönig Heinrichs IV. Er war der Sohn des Grafen Kuno von Rheinfelden.
1057 entführte Rudolf die elfjährige Tochter Mathilde der Kaiserin Agnes von Poitou aus dem Kloster und erzwang so nicht nur die Einwilligung zur Vermählung (1059), sondern auch die Übertragung des Herzogtums Schwaben und der Verwaltung Burgunds. Mathilde, die Schwester Heinrichs IV. starb aber bereits kurz darauf, am 12. Mai 1060.
Rudolf heiratete anschließend im Jahr 1066 Adelheid († 1079), die Tochter des Grafen Otto von Savoyen. Die gemeinsame Tochter Agnes († 1111) wurde mit Berthold II. von Zähringen vermählt.
Rudolf stellte sich 1066 an die Spitze der Fürstenverschwörung gegen Heinrich IV. und trachtete selbst nach der Krone. Öffentlich unterstützte er jedoch den Kaiser und kämpfte in dessen Kriegen gegen die Thüringer und Sachsen an seiner Seite. So nahm er auch im Juni 1075 an der Spitze der Schwaben an der Schlacht bei Hohenburg teil.
Erst als im Februar 1076 Papst Gregor VII. den Bann über Heinrich ausgesprochen hatte, entschloss er sich zum offenen Vorgehen. Mit den Herzögen von Bayern und Kärnten bewirkte er im Oktober auf einer Fürstenversammlung zu Trebur den im Beisein der päpstlichen Legaten gefassten Beschluss, dass Heinrich IV., wenn er nicht binnen Jahresfrist vom Bann losgesprochen werde, aufgehört habe, Kaiser zu sein.
Dieser kam aber, obwohl seine Gegner die Alpenpässe bewachten, dennoch nach Italien und erhielt Ende Januar 1077 durch den Gang nach Canossa die gewünschte Lossprechung vom Papst, was aber die deutschen Fürsten nicht davon abhielt, am 15. März Herzog Rudolf in Forchheim zum deutschen König zu wählen, nachdem derselbe auf die Investitur der Bischöfe verzichtet und das Wahlrecht der Fürsten anerkannt hatte. Am 26. März salbte ihn Erzbischof Sigfrid zu Mainz zum König, was der Papst, der Heinrich im November von Neuem mit dem Bann belegte, auch bestätigte.
Rudolf musste sich jedoch vor Heinrich nach Sachsen zurückziehen, der ihn im Juni 1077 zu Ulm mit der Acht belegte. Beide zogen hierauf gegeneinander zu Felde. Heinrich IV. verlor die Schlacht bei Mellrichstadt am 7. August 1078, sowie am 27. Januar 1080 in der Schlacht bei Flarchheim unweit Mühlhausen. Der Papst sandte darauf Rudolf eine Krone zu und erließt seinen Verbündete ihre Sünden. Nach dem Tod Adelheids 1079 riefen Verbündete Rudolfs dessen Sohn Berthold von Rheinfelden zum neuen Herzog von Schwaben aus. Heinrich IV. reagierte darauf, indem er das Herzogtum an Friedrich von Hohenstaufen verlieh. Im folgenden Jahr verlor Rudolf in der sonst günstigen Schlacht bei Mölsen unweit Merseburg die rechte Hand, wurde zugleich tödlich am Unterleib verwundet und starb am Tage darauf (am 15. Oktober 1080) in Merseburg, wo er im Dom begraben wurde und seine abgehauene rechte Hand noch heute aufbewahrt wird.
Literatur
- T. Struve: Artikel Rudolf von Rheinfelden im Lexikon des Mittelalters
| Vorgänger Otto III. | Herzog von Schwaben 1057-1079 | Nachfolger Friedrich I. |
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Rudolf |
| ALTERNATIVNAMEN | Herzog Rudolf von Schwaben, Rudolf von Rheinfelden |
| KURZBESCHREIBUNG | Herzog von Schwaben, Gegenkönig im Heiligen Römischen Reich |
| GEBURTSDATUM | um 1025 |
| GEBURTSORT | |
| STERBEDATUM | 15. Oktober 1080 |
| STERBEORT | Merseburg |



